Jubiläum : Hilfe für (fast) alle Lebenslagen

Auf 30 Jahre Sozialstation Am Buchholz blicken (v.l.) Rita Rahlf, ihre Vorgängerein Karin Felsch, Sylvia Eisenberg und Iris-Uta Räther-Arendt zurück.
Auf 30 Jahre Sozialstation Am Buchholz blicken (v.l.) Rita Rahlf, ihre Vorgängerein Karin Felsch, Sylvia Eisenberg und Iris-Uta Räther-Arendt zurück.

Einziges Soziales Beratungs- und Dienstleistungszentrum im Wohld besteht 30 Jahre

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27. Juni 2014, 06:00 Uhr

Sie beraten selbst und vermitteln Hilfen für Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen – und das seit nunmehr 30 Jahren: Das Soziale Beratungs- und Dienstleistungszentrum am Buchholz feiert Jubiläum. Das Anfang der 80er Jahr formulierte Ziel der Gemeinde ist gleich geblieben: die Versorgung der Bürger mit ambulanten, sozialpflegerischen Diensten. Das Spektrum ist jedoch – wie der Bedarf auch – enorm gewachsen.

In Nachbarschaft zum Sozialamt, das einst seinen Sitz dort hatte, wo heute die Ladenzeile ist, ging die Sozialstation an den Start, erinnert sich Karin Felsch, die die Leitung mit der Übergabe der Trägerschaft an den DRK-Ortsverein 1984 übernahm. Es war die erste Sozialstation im Kreis Rendsburg-Eckernförde, die die Dienste von DRK und Arbeiterwohlfahrt (Awo), evangelischer und katholischer Kirchengemeinde und der Kommune koordinierte. „Ich musste mich erstmal schlau machen, was so eine Station macht. Und dann hab ich einfach alles auf mich zukommen lassen“, sagt Karin Felsch. Noch ganz genau kann sie sich an ihre erste Anfrage erinnern – ein Familienvater, dessen Frau unvorhergesehen ins Krankenhaus kam. „Er suchte jemanden für die Betreuung der Kinder“, berichtet Felsch, die über eine Gemeindeschwester Hilfe vermitteln konnte. Eins kam zum anderen, so dass sie schnell Anlaufstelle für Kranken- und Hauspflege, Seniorenbetreuung und -veranstaltungen, Behindertenfahrten, Essen auf Rädern, Kuren und Fragen der Krebsnachsorge wurde. „Wir haben auch Hilfsmittel wie Krankenbetten, Roll- und Toilettenstühle und auch Gehhilfen verliehen“, sagt Karin Felsch weiter. Die vorgesehenen zehn Stunden pro Woche reichten nicht mehr aus, um alle Anfragen behandeln zu können, so dass anderthalb Jahre nach dem Start mit Martha Strunk eine weitere Mitarbeiterin eingestellt wurde. Für sie folgte 1992 Rita Ralf, die 2001 die Leitung der Station von Karin Felsch übernahm. „Eigentlich wollte ich das gar nicht so lange machen“, sagt die Altenholzerin rückblickend. „Aber es macht Spaß und ist abwechslungsreich. Hier kommt man von einem Problem ins andere.“ Dazu beizutragen, sie zu lösen, ist ihr auch heute noch Antrieb auszuhelfen, wenn im Büro Not am Mann ist.

1995 wurde die Sozialstation als Soziales Beratungs- und Dienstleistungszentrum vom Kreis anerkannt. Im selben Jahr wurde die Pflegeversicherung eingeführt und brachte wesentliche Veränderungen mit sich. „Der Bedarf an Beratungen stieg deutlich an“, sagt Rahlf. Konnten bis dahin Gemeindeschwestern mit Schwesternhelfern die häuslichen Versorgungen Pflegebedürftiger übernehmen, so durfte es fortan nur noch qualifiziertes Personal sein – die ambulanten Pflegedienste entstanden.

2008 zog der Lotsendienst in die Sozialstation ein, aus dem drei Jahre später der Pflegestützpunkt Nord-Ost als eine von fünf Beratungsstellen im Kreis hervorging. Iris-Uta Räther-Arendt hilft dort Bürgern der Gemeinde Dänischenhagen sowie aus den Amtsbereichen Dänischenhagen, Dänischer Wohld und Achterwehr bei Fragen rund um die Pflege weiter.

Die Anliegen, die an Rahlf und ihre Kollegin herangetragen werden, sind vielfältig, der Zulauf werde immer größer berichten beide. Zudem ist auch die Vermittlung von Kindertagespflegestellen für Altenholz und das Amt Dänischenhagen seit 2009 bei ihnen in der Sozialstation angesiedelt. Damit sind auch die Grenzen des Leistbaren erreicht, macht die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Sylvia Eisenberg deutlich: „Mit den eingebrachten Arbeitsstunden ist das Angebot ausgeschöpft.“ Eine Ausweitung sei nur möglich, wenn das Kuratorium mit Vertretern des DRK, der Kirchen und der Gemeinde sowie die Politik zu dem Entschluss kommen.

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