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Eckernförder Zeitung

17. Dezember 2017 | 07:37 Uhr

Bistensee : Hilfe für den Bistensee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Wasserqualität soll verbessert werden. Eine Arbeitsgruppe im Amt Hüttener Berge ist dafür eingerichtet worden. Es werden Proben entnommen und ein Sanierungskonzept entworfen.

Dem Bistensee geht es schlecht. Nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie sogar so schlecht, dass das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt, und ländliche Räume (LLUR) seinen ökologischen Zustand als „unbefriedigend“ einstuft. Schuld sind die hohen Nährstoffeinträge aus seinem Einzugsgebiet, die sich in den vergangenen sieben Jahren mehr als verdoppelt haben. Insbesondere die Phosphor-Konzentration hat seit 2005 so zugenommen, dass die Unterwasservegetation geschädigt ist und sie zu einer Abnahme der Sichttiefe geführt hat.

„Daher besteht ein hoher Handlungsbedarf, um die Einträge zu reduzieren, denn Lebens- und Wasserqualität hängen zusam men“, eröffnete Andreas Betz, Amtsdirektor des Amtes Hüttener Berge, eine Auftaktveranstaltung am Montagabend im Meierhof, bei der die weitere Vorgehensweise der Seesanierung vorgestellt wurde. „Der Bistensee liegt uns auch touristisch am Herzen, daher hat sich der Amtsausschuss 2012 der Sache angenommen und eine Arbeitsgruppe Bistensee eingerichtet. Hand in Hand mit allen beteiligten Akteuren wollen wir die Seesanierung voranbringen“, so Betz.

Die Arbeitsgruppe setze sich aus Vertretern des Landes, der Wasserbehörde des Kreises, der Landwirtschaftskammer des Wasser- und Bodenverbandes, des Bauernverbandes, den Vereinsvorsitzenden des Naturparkvereins Hüttener Berge und des Umweltschutzvereins Hüttener Berge, Bürgermeistern, Vertretern des Amtes sowie dem Seebesitzer Torsten Jarck zusammen. Es sei gelungen, eine 100-prozentige Finanzierung aus EU-Fördermitteln und Landeszuweisungen zu erhalten. Im Juli dieses Jahres erhielt das Amt Hüttener Berge vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 40 000 Euro.

Ein Jahr lang sollen die Ursachen für die Einträge ermittelt, die Daten analysiert und aus den Ergebnissen Vorschläge für die Sanierung erarbeitet werden. Die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft seien dabei das entscheidende Kriterium, die die Biologie des Sees beeinflussen.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist das Phosphor, das sich auf das Wachstum von Phytoplankton (Algen) und die Makrophyten (Wasserpflanzen) auswirkt“, erklärte Dr. Franz Antony vom Ingenieurbüro INGUS. In diesem Fall beträgt die Größe des Gebietes rund 2200 Hektar, die meisten der Flächen, 51 Prozent, werden ackerbaulich genutzt. Erhoben werde auch die aktuelle landwirtschaftliche Flächennutzung. Was wird wie angebaut, Art der Düngung , wie ist die Hangneigung, wo liegen Drainagen, wie hoch ist die Erosionsgefährdung? Dieser Fragestellung gehen die Mitarbeiter des Büros mit Geländebegehungen, Betriebsbesuchen und Messungen in den kommenden Monaten nach.

„An fünf Terminen messen wir die tatsächlichen Phosphor-Einträge durch das Ziehen von Wasserproben an zehn Drainagen nach Regenereignissen, an drei Terminen ermitteln wir die Phosphorgehalte an 13 Zulaufstellen in den Vorflutern“, so Mitarbeiter Andreas Frahm. Aus den Daten ergäben sich die Gefährdungspotenziale aus denen sich Maßnahmenvorschläge ableiten ließen.

Beispiele für Maßnahmen in der Fläche könnten das Begrünen und Kalken sein, bodenschonende Saatverfahren und Bearbeitungsweisen sowie gezielte Düngeinjektionen. Punktuell lasse sich der Nährstoffeintrag durch die Anlage von Dränteichen, Rückbau von Drainagen und der Schaffung von Puffer- und Retentionsräumen reduzieren. Das Umsetzen der Maßnahmen könne mit Einschränkungen für die Landwirte verbunden sein, machte Antony deutlich.

Klar sei, dass das durch die Wasserrahmenrichtline gesetzte Ziel, bis 2015 einen guten ökologischen Zustand zu erreichen, beim Bistensee nicht eingehalten werden kann und eine Fristverlängerung erforderlich sei, so Antony. Doch sei man jetzt endlich auf einem guten Weg, freute sich Seebesitzer Torsten Jarck: „Nur in Gemeinschaft können wir etwas für den Bistensee erreichen“.

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