Bildung und Augenlicht : Hilfe, die ankommt

Die Freude der Kinder in Kibosho über die T-Shirts der Gorch-Fock-Schule war groß.
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Die Freude der Kinder in Kibosho über die T-Shirts der Gorch-Fock-Schule war groß.

Ingrid und Joachim Miertsch betreiben seit Jahren private Hilfsprojekte in Tansania. In diesem Jahr helfen unter anderem 15 000 Euro Spendengelder aus Eckernförde Schulkindern.

shz.de von
03. März 2018, 06:28 Uhr

Eckernförde | Die Gorch-Fock-Schule lebt weiter – zumindest in Tansania. Dort waren Ingrid und Dr. Joachim Miertsch aus Eckernförde jetzt wieder für mehrere Wochen, um ihre privaten Hilfsprojekte voranzutreiben.

Ingrid Miertsch hilft seit 2006 dabei, Kindern in Kibosho am Fuße des Kilimandscharo den Besuch der Grundschule zu ermöglichen. Dafür ist eine Schuluniform unerlässlich, die sich viele Eltern nicht leisten können. Deshalb finanziert Ingrid Miertsch mit Spendengeldern die Anfertigung von Kleidung und Schuhen und füllt für jedes Kind einen Rucksack mit Schulutensilien. „Diese Ausstattung kostet etwa 30 Euro pro Person“, sagt sie. „In diesem Jahr wurden 42 Kinder damit ausgestattet.“ Zusätzlich bezahlt sie die Schulspeisung für die Kinder, die pro Kopf 10,50 Euro kostet – für ein ganzes Jahr.

Diesmal hatte sie noch eine besondere Überraschung, nämlich T-Shirts der ehemaligen Gorch-Fock-Schule, die nach der Fusion mit der Albert-Schweitzer-Schule zur Sprottenschule nicht mehr benötigt werden. „Die Freude bei den Kindern war riesig“, so Ingrid Miertsch. Außerdem hatte Schulleiterin Heinke Marquardt noch einige Rechentafeln gespendet.

Die Spendenbereitschaft der Eckernförder war im vergangenen Jahr besonders groß: Knapp 15 000 Euro kamen für das Projekt zusammen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Schule in Kibosho saniert wurde, unterstützt Ingrid Miertsch nun die Schule im Nachbarort. Die Klassenräume werden renoviert, die Schulküche und die Latrinen sollen neu gebaut werden.

Das Hilfsprojekt startete mit dem Engagement ihres Mannes, dem Augenarzt Dr. Joachim Miertsch. Seit 2004 trainiert er für mehrere Wochen im Jahr afrikanische Kollegen am nur wenige Kilometer entfernt liegenden Kilimanjaro Christian Medical Centre in verschiedenen Operationstechniken, führt Falldemonstrationen durch und hält Vorlesungen. Und er operiert kostenlos Menschen, die sich eine solche Behandlung im Normalfall nicht leisten können. Dabei stößt er immer wieder auf Krankheiten und Verletzungen, die es in Europa gar nicht gibt. Diesmal war ein besonderer Fall dabei: „Ein Patient war vier Wochen zuvor von einem Insekt gestochen worden und hatte seither ein geschwollenes Oberlid“, erzählt er. „Mir fiel eine stecknadelkopfgroße Öffnung auf, aus der ich mit einer kleinen Pinzette eine quicklebendige Fliegenlarve herausholte.“

Zusätzlich zu seinem Engagement hilft das Ehepaar beim Aufbau einer neuen Augenklinik am Viktoriasee etwa 500 Kilometer entfernt. „Durch einen Zufall haben wir dort die Gesundheitsministerin Tansanias getroffen und konnten ihr unsere Projekte vorstellen. Da sie aus Eckernfördes Partnerstadt Tanga stammt, war ihr Eckernförde natürlich ein Begriff, und ich habe sie zu einem Besuch an der Ostsee eingeladen.“

Tanga gehörte ebenfalls zum Besuchsprogramm des Ehepaars Miertsch, das dort die Augenklinik und im Auftrage der Stadt Eckernförde die Renovierung der Eckernförde Secondary School unterstützt. „Daneben haben wir mit dem Schulleiter über ein Mailaustauschprogramm mit einer Klasse der Jungmannschule gesprochen. Es soll noch in diesem Jahr starten.“

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