Zu Gast Bei „Neumünster Wedelt“ : Hier werden Hunde fit für den Alltag

Das Gelände am Hof Barkmissen ist für (v.l.) Findus, Paddy, Willy, Cosco und Sonny wie ein zweites Zuhause.
Das Gelände am Hof Barkmissen ist für (v.l.) Findus, Paddy, Willy, Cosco und Sonny wie ein zweites Zuhause.

Hundefreunde bilden seit 20 Jahren Vierbeiner für das harmonische Leben in Familie und Gesellschaft aus / Präsentation am Wochenende in Neumünster

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28. Mai 2015, 06:00 Uhr

Altenholz | Egal ob groß oder klein, jung oder in bestem Alter, ruhiger Vertreter oder Energiebündel – bei den Altenholzer Hundefreunden sind alle Vierbeiner willkommen. Und das nunmehr 20 Jahren. Bisher haben 3030 die Ausbildung zum „verkehrssicheren Familienhund“ durchlaufen. Am Wochenende präsentiert sich der Verein erstmals auf der großen Ausstellung „Neumünster wedelt“.

Die Idee, die Ausbildung mit der Förderung des Tierschutzgedankens zu verbinden, führte am 1. Mai 1995 zur Gründung der Hundefreunde, die vom ersten Tag an auf dem Hof Barkmissen in Stift zuhause sind. Und sie ist heute immer noch gültig, wird von den 14 Mitgliedern gelebt. Für 20 Jahre Aktivität erscheint die Zahl zunächst recht klein. Doch der Kreis der Mitglieder ist bewusst auf den Vorstand und die sieben Trainer begrenzt. „Wir wollen klein bleiben“, betont die stellvertretende Vorsitzende Petra Ohle. So solle der vielerorts verbreiteten Vereinsmeierei vorgebeugt werden. Wer bei den Hundefreunden trainieren will, zahlt einfach pro Übungsstunde oder holt sich eine Zehnerkarte. Ganz gleich ob für die Welpensozialisierung, die Gruppe der Halbstarken oder die Erwachsenen.

Eine weitere Besonderheit bei den Altenholzer Hundefreunden: Alle Vierbeiner laufen auf dem Grundstück frei herum, was zu einer entspannten Atmosphäre beiträgt. Pro Trainingstag sind das zwischen 30 und 40. Gearbeitet wird in Gruppen mit sechs bis neun Hunden.

Wer seinen Vierbeiner zum Familienhund erzogen hat, kann in den Übungsstunden das Erlernte verfestigen und mit Spiel und Spaß kombinieren. Dazu gehören auch gemeinsame Wanderungen oder Übungen außerhalb des Platzes. Heiko Pirk, Trainer und Kassenwart, hat das so gut gefallen, dass er nach der Ausbildung seines Airedale Terriers Paddy vor zehn Jahren dabei bleib. „Er freut sich nach wie vor jedes Mal aufs Training. Der Verein ist für ihn wie ein zweites Zuhause“, sagt der Kieler. Auch Petra Ohle gefiel die Arbeit mit ihrem Schwedischen Lapphund Nori 1998 so gut, dass sie nicht mehr darauf verzichten wollte. Mittlerweile blickt die Schwedeneckerin auf eine zehnjährige Tätigkeit als Trainerin zurück und hat viel Freude daran, nicht nur ihren Hunden Cosco, Sonny und Willy etwas beizubringen.

Wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist zudem der Hundeführerschein nach den Vorgaben des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH), den die Trainer nach Möglichkeit einmal im Jahr anbieten. Maximal 15 Hunde und ihre Halter können an dem Kursus teilnehmen, der sich über ein halbes Jahr erstreckt. Er beinhaltet theoretische wie praktische Inhalte und stellt die Teams vor besondere Herausforderungen mit einer Zugfahrt und einem Besuch im Einkaufszentrum. „Unser Ziel ist es, den Kursus zwei Mal im Jahr anzubieten“, erklärt Pirk. „In vielen Bundesländern ist er schon Gesetz, in Schleswig-Holstein wird das noch kommen“, ist er überzeugt und hält das auch für den richtigen Schritt. Denn in den Städten gehe der Trend zum Kleinhund, dessen Erziehung wegen seiner Größe vernachlässigt werde. Einen kleinen Hund in einer schwierigen Situation einfach auf den Arm zu nehmen, sei keine Lösung, betont Pirk. „Der Hund ist keine Handtasche. Und ist er noch so klein, er braucht Kontakt zu Artgenossen und muss sozialisiert werden.“

All zu oft stellen Pirk, Ohle und ihre Ausbilderkollegen allerdings fest, dass das Problem bei einem Hund oftmals am viel zitierten anderen Ende der Leine liegt. „Eigentlich ist der Mensch zu erziehen“, stellen beide nach kurzem Überlegen fest. Und in den meisten Fällen gelinge das auch. Bei Bedarf gibt es immer noch die Möglichkeit einer Einzelausbildung, die die Hundefreunde vermitteln.

Wer die Altenholzer Hundefreunde kennen lernen möchte, kann entweder mittwochs oder freitags auf dem Platz am Hof Barkmissen vorbeischauen oder besucht den Verein an seinem Stand auf der Messe „Neumünster wedelt“ am Sonnabend und Sonntag, 30. und 31. Mai, in den Holstenhallen Neumünster. Am Sonnabend werden Hüte- und Treibhunde, Terrier, Teckel, Lauf- und Schweißhunde, Vorstehhunde, Apportier-, Stöber- und Wasserhunde vorgestellt, am Sonntag Wach- und Schutzhunde, Spitze und Urtyphunde, Gesellschaftshunde sowie Windhunde. Außerdem gibt es einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, mit seinem Tier aktiv zu sein von Agility über Obedience bis Rettungshundearbeit, Dog-Dance und Flyball. Die Ausstellung ist an beiden Tagen von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

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