Hier schlummert Gettorfs Geschichte

Das Pastorat I von 1843.
Das Pastorat I von 1843.

Weiteres Projekt der Aktiv-Region eingeweiht: "Historisches Wandern in Gettorf" verbindet Information und Aktion

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12. Juni 2012, 07:19 Uhr

Gettorf | Sie spielten das Schleswig-Holstein-Lied. Dem Anlass entsprechend würdig leitete der Posaunenchor der Kirchengemeinde Gettorf unter der Leitung von Pastor Frank Boysen auf dem Gettorfer Marktplatz am Sonnabend die Vorstellung des soeben fertig gestellten Projektes "Historisches Wandern in Gettorf" ein. Viele waren gekommen, um sich an der Wanderung durch die Gemeinde zu beteiligen.

Der Weg führt vorbei an 20 mit Informationstäfelchen versehenen Gebäuden und Gedenkstätten mit historischer Bedeutung. Zwei große am Marktplatz und am Karl-Kolbe-Platz vor dem Verwaltungsgebäude aufgestellte Informationstafeln helfen, den Weg zu finden. Zuletzt wurde Halt gemacht an den sechs Fitness-Geräten, die samt Anweisungstafeln an zwei Stellen entlang des erweiterten Wanderwegenetzes im Bürgerpark (wir berichteten) aufgestellt worden sind.

"Heute ist ein besonderer Tag für unsere schöne Gemeinde Gettorf", verkündete Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) stolz. Er dankte Amtsdirektor Matthias Meins, der die Idee hatte, die drei Komponenten "Historisches Wandern", die Aufstellung der Outdoor-Fitness-Geräte und die Erweiterung des Wanderwegenetzes im Bürgerpark zu dem Projekt "Historisches Wandern in Gettorf" zusammenzufügen, um über die Aktiv-Region Fördergelder in Höhe von 55 Prozent für das insgesamt 50 000 Euro teure Vorhaben einzuwerben. Er dankte dem Vorsitzenden des Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsvereins Dr. Dieter Kolbe und Archivar Werner Johannsen, die die Texte für die Infotafeln erstellt haben, den Eigentümern, die die Täfelchen an ihren Gebäuden haben aufstellen lassen und dem Seniorenbeirat unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Roland Lauterbach, der maßgeblich an der Auswahl der Fitness-Geräte mitgewirkt hat. "Da haben wir gemeinsam etwas Tolles hinbekommen für Gettorf", so der Bürgermeister. "Darauf sollten wir auch stolz sein." Es sei schon immer das Ziel des Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsvereins gewesen, alte Gebäude in Gettorf zu schützen, erklärte Dr. Dieter Kolbe. Deshalb möchte man dafür Sorge tragen, dass die alte Bausubstanz erhalten bleibt. "Denn da schlummert die Geschichte Gettorfs." Nun sei ein richtig schönes Paket entstanden. Für die Bürger Gettorfs, für Neubürger, für Touristen, aber auch für Schulklassen, die sich mit Gettorfs Geschichte beschäftigen möchten. "Damit haben wir Gettorf kulturell bereichert." Leider habe man die Geschichte der Gebäude auf den Informationstafeln nur anreißen können. Doch zur Vertiefung stehen das Mühlenarchiv und das Landesarchiv zur Verfügung.

Gettorfs Ehrenbürger Hans-Christian Sacht wusste in seinem humorigen Vortrag viel zu berichten über die Historie der Gebäude und Gedenkstätten. Über die St. Jürgen-Kirche von 1250, die Pastorate I im Pastorengang von 1843 und II in der Herrenstraße von 1845, die Mühle "Rosa" von 1869 oder das königliche Amtsgericht von 1888 in der Eckernförder Chaussee. Aber auch über die Gedenkstätten wie das Schleswig-Holstein-Denkmal von 1898 an der Eckernförder Chaussee oder das Kaiser-Denkmal von 1895 im Bürgerpark. "Da steckt viel Herzblut drin", meinte die Vorsitzende der Aktiv-Region Christiane Ostermeyer anerkennend. "Ich hoffe, die Gettorfer werden das zu schätzen wissen." Und Amtsdirektor Matthias Meins fügte hinzu: "Ich denke auch, es ist ein großer Tag für Gettorf."

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