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Landfrauen nähen für Brustkrebs-Patientinnen : Herzkissen spenden Trost

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landfrauen Hüttener Berge helfen Patientinnen mit Kuschelherzen / 500 Stück genäht

Wenn die Landfrauen im Krankenhaus erscheinen, wird Nadja Kläschen warm ums Herz. Denn die Fachschwester der Imlandklinik in Rendsburg weiß, dass die Besucherinnen aus den Hüttener Bergen liebevolle Geschenke mitbringen. Die Gäste liefern regelmäßig auf der Gynäkologie-Station fröhlich-bunte Handarbeiten ab: „Herzkissen“ heißen die weichen Näharbeiten, die Brustkrebs-Patientinnen nach der Operation helfen, den Wundschmerz zu lindern.

Die ehrenamtliche Produktion der herzigen Hilfsmittel begann im Jahr 2011. Jetzt überreichten die Frauen dem Klinikpersonal den 500. „Trostspender“. „Die Herzen sind für die Patientinnen eine große Erleichterung“, bestätigt der Chefarzt der Frauenklinik in Rendsburg, Professor Dr. Oliver Behrens, die wohltuende Wirkung der Kissen. Zwar seien Brustamputationen nach der Diagnose Krebs heute seltener. Es werde vielmehr brusterhaltend operiert. Doch selbst dann sei es erleichternd, wenn die frische Narbe an der Brust durch die Stoffkissen, die man unter den Arm klemmt, gut gepolstert werden kann. „Die Aktion ist ein toller Einsatz für Frauen in einer schweren Lebenslage.“

Auch Nadja Kläschen, Pflegeexpertin für Brusterkrankte, hebt die psychologische Seite des Geschenks hervor, das die Patientinnen gleich am Tag nach ihrer Operation erhalten und mit nach Hause nehmen dürfen. Die Diagnose sei für die Frauen sehr niederschmetternd und die Therapie anstrengend. Am meisten schmerze die Seele. Die Herzkissen bedeuten Trost in einer bedrohlichen Situation, die von Angst begleitet werde. „Die Frauen sind oft sehr gerührt, wenn sie das Präsent bekommen.“ Das kuschelige Kissen sei eine kleine Geste mit der großen Botschaft: „Du bist nicht allein.“

Die Landfrauen aus den Hüttener Berge wissen, dass ihre farbenfrohen Kuschelherzen den krebskranken Frauen Hoffnung ins Krankenzimmer bringen. Dafür opfern die kreativen Handarbeiterinnen gern einen Teil ihrer Freizeit. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt Gudrun Böhrnsen. Die Landfrau hat die Initiative ins Leben gerufen. Die Idee stammt ursprünglich aus den USA und wurde von der Dänin Nanc Friis-Jensen nach Europa gebracht. Bei einer Patchwork-Ausstellung in Itzehoe hatte Gudrun Böhrnsen erstmals die Kissen gesehen. Sie besorgte sich das Schnittmuster und regte zusammen mit Heike Wieck die Aktion für den Landfrauenverein Hüttener Berge an.

„Schon der erste Aufruf mit der Bitte um eine Stoffspende hatte eine große Resonanz bei den Mitgliedern und den Geschäftsleuten in der Region“, erinnert sich die Vorsitzende Susanne Bock. Dennoch werde immer wieder Stoff gebraucht. „Wir freuen uns über jede Spende.“ Die Watte für das Innenleben der praktischen Hilfsmittel bezahlen die Landfrauen aus ihrer Vereinskasse.

Muster aufzeichnen, Stoff zuschneiden, Füllwatte wiegen, Herzen nähen und mit Watte stopfen, zunähen, fertig. Rund 20 Landfrauen sind bei Bedarf mit der Produktion beschäftigt. Die Näherinnen arbeiten allein zu Hause oder in der Gruppe. Bis zu 80 Kissen sind an einem Abend zu schaffen. „Wenn sich unser Lager mit Herzkissen im Krankenhaus leert, rufe ich die Landfrauen an“, berichtet Nadja Kläschen. Und schon in kurzer Zeit, meist sogar am nächsten Tag, sei für Nachschub gesorgt. Die Hilfsbereitschaft sei beeindruckend und zeige deutlich: Die Herzen kommen von Herzen.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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