Braune blätter : Herbst an der Strandpromenade

Braune Blätter an Hecken, Sträuchern und Bäumen lassen eine Krankheit oder einen Pilz befürchten. Der Grund dafür liegt jedoch in den starken Ostwinden, die das Laub mit einer salzhaltigen Patina versehen haben und austrocken ließen.
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Braune Blätter an Hecken, Sträuchern und Bäumen lassen eine Krankheit oder einen Pilz befürchten. Der Grund dafür liegt jedoch in den starken Ostwinden, die das Laub mit einer salzhaltigen Patina versehen haben und austrocken ließen.

Ist schon Herbst? An der Strandpromenade haben viele Pflanzen braune Blätter. Die Oststürme haben nämlich eine salzige Schicht übers Laub gelegt und es damit ausgetrocknet.

shz.de von
24. Juni 2014, 06:00 Uhr

Man könnte denken, es ist schon Herbst: An der Strandpromenade zeigen sich Bäume und Sträucher vielerorts mit braunen Blättern, an manchen Stellen haben sie ihr Laub sogar ganz verloren – allerdings nur auf der dem Strand zugewandten Seite. Die Westseite glänzt weiterhin in sattem Grün.

Schuld daran ist nicht die Sonne, sondern der starke Ostwind, der Ende Mai mit Sturmböen über die Stadt hinweggefegt ist und die Ostsee so hoch an den Strand gepeitscht hat, dass die Strandkörbe von Touristik und Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden mussten. Der Wind hat die Blätter von Bäumen und Sträuchern so sehr mit Salzwasser eingedeckt, dass sie ausgetrocknet sind. „Das Salz hat die Flüssigkeit aus den Blättern gezogen“, sagt Michael Packschies, Leiter der Abteilung für Naturschutz und Landschaftsplanung im Rathaus. Zwar seien die Pflanzen an Oststürme gewöhnt, jedoch haben mehrere Faktoren für eine besondere Situation gesorgt: „Zum einen waren die Blätter noch jung und frisch und noch nicht so ledrig wie älteres Laub. Durch die zarte Struktur sind die Blätter sehr angreifbar. Und zum anderen hat der starke Ostwind Ende Mai für mehrere Tage in unveränderter Stärke angehalten.“ Hinzu kommt, dass der Salzgehalt der Ostsee zurzeit besonders hoch ist. Die starken Weststürme im vergangenen Herbst und Winter haben viel Nordseewasser in die Ostsee getragen, die daraufhin salziger geworden ist.

Pflanzen in Bodennähe haben einen weiteren Nachteil: Dort hat der umherfliegende Sand die Blätter zusätzlich abgeschmirgelt. Die Natur hat jedoch eine Antwort parat: „Für die Pflanzen ist die Belastung nicht weiter schädlich“, sagt Michael Packschies. „Sobald sich die Pflanze von dem Salzschock erholt hat, wachsen wieder neue Triebe und Blätter nach.“ Bald werden sich also wieder die Pflanzen am Strand erholt haben und zu den Sommerferien dem Besucher wieder ein grünes Bild liefern.

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