zur Navigation springen

Zweiter workshop der gemeinde gettorf : Hemmschwellen überwinden – Jeder ältere Bürger soll erreicht werden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gemeinde Gettorf sowie Vertreter zahlreicher Vereine und Verbände machen sich Gedanken zum Thema Einrichtung einer „Anlaufstelle für ältere Menschen“. Das Fazit der zweiten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe – vorhandenes Angebot für Senioren ist gut.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2014 | 06:22 Uhr

Gettorf | Im Zeichen des demographischen Wandels und der immer älter werdenden Gesellschaft sind der ältere Mensch, seine Bedürfnisse und seine Wünsche, wichtige Themen, denen sich sowohl die Politik als auch das Gemeinwohl nicht verschließen dürfen. Die Gemeinde Gettorf hat gestern mit einem zweiten Workshop unter dem Motto „Anlaufstelle für ältere Menschen“ einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht.

Vertreter mehrerer Vereine, Verbände, Institutionen, der Kirche und der Gemeinde haben sich im Sitzungssaal des Amtes unter der Leitung von Dr. Dieter Kuhn und seiner Mitarbeiterin Imke Wolff vom Büro Agenda Regio Gedanken zu diesem Thema gemacht. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass es in Gettorf bereits zahlreiche und in ihrer Vielfalt unterschiedliche Angebote für Senioren gibt. Das Problem ist nicht ein zu geringes Angebot, sondern die Tatsache, dass es bei vielen Senioren anscheinend eine Hemmschwelle gibt, an Veranstaltungen, welcher Art auch immer, teilzunehmen. „Wir müssen auf den Bürger zugehen und das Ohr am Bürger haben. Die Anlaufstelle für ältere Menschen soll kein weiteres Angebot darstellen, sondern eine Vernetzung bieten und unser vielfältiges Angebot präsentieren“, erklärte Gettorfs Bürgermeister Jürgen Baasch. Die Frage sei jetzt, wie diese Idee umzusetzen sei.

Die DRK-Vorsitzende Jutta Drümmer wies auf die Hemmschwelle vieler Senioren hin. Immer wieder habe sie von älteren alleinstehenden Senioren gehört: „Ich bin ja ganz allein. Ich kenne da gar keinen.“ Aus diesem Grund bezweifelte sie, ob genau diese Mitbürger den Weg zur Anlaufstelle suchen würden. Unterstützung fand ihre These bei Pastorin Christa Loose-Stolten, die „das gute und ausreichende Angebot für Senioren in Gettorf“ noch einmal betonte. Das Plenum stimmte ihr zu, als sie von einer guten und wettbewerbsfreien Zusammenarbeit aller beteiligten Vereine und Verbände sprach.

Auch Wulf-Dieter Stark-Wulf von der Awo bestätigte die These der Vereinsamung einiger Senioren. „Es ist in der Tat die persönliche Ansprache, die fehlt.“ Mit einer Anlaufstelle erreiche man nur diejenigen, die ohnehin aktiv am Gemeindeleben teilnehmen. „Diejenigen, die vereinsamen, erreichen wir mit einer Anlaufstelle nicht.“ Genau diese Funktion der persönlichen Ansprache hätten früher die Bezirksdamen des DRK inne gehabt, die nahezu jeden in ihren Straßenzügen gekannt hätten.

Eine andere, persönlichere Form der Ansprache forderte auch Prof. Roland Lauterbach, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Gemeinde. Trotz all der vorgebrachten Bedenken machte er deutlich, dass der Seniorenbeirat die Einrichtung einer Anlaufstelle favorisiere und sich wünsche, dass diese in ihrer Ausgestaltung nicht zu klein ausfalle.

Viele Zettel zierten die Stellwände – Ergebnisse der Gruppenarbeit am Freitagnachmittag. Am Ende des dreistündigen Workshop fiel das Fazit aller Teilnehmer hinsichtlich einer möglichen Anlaufstelle positiv aus. Workshop-Leiter Dr. Dieter Kuhn machte deutlich, dass das wesentliche Element dieser Anlaufstelle die persönliche Kommunikation sein müsse. „Es muss ganz gezielt nach außen gegangen werden, in Form von Infoständen, beispielsweise auf dem Wochenmarkt, oder mit Plakaten. Die Menschen müssen angesprochen werden.“ In einer Anlaufstelle könnten Synergieeffekte erzielt werden, beispielsweise hinsichtlich des Raumbedarfs für Angebote oder von Vereinen ohne eigene Räumlichkeiten. So habe das Plenum festgestellt, dass das vorhandene Raumangebot ausreichend sei. Zahlreiche Vereine, wie das DRK, der GTV, die Kirche oder die Awo, hätten freie Kapazitäten, die sie anderen Vereinen, wie dem Hospizverein, zur Verfügung stellen könnten.

Der dritte Workshop zu diesem Thema soll im Juni stattfinden, ebenfalls mit Vertetern der Vereine und Verbände. Im September ist eine öffentliche Abschlussveranstaltung geplant, auf der die Anlaufstelle auf den Weg gebracht werden soll.

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert