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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 17:28 Uhr

Olpenitz : Helma war nicht der Wunschkandidat

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kappelns Stadtvertreter hatten sich in einem unverbindlichen Meinungsbild mehrheitlich für einen anderen Port-Olpenitz-Investor ausgesprochen. Mit dem neuen Investor soll frischer Wind in das Projekt Port Olpenitz kommen.

Erleichterung und Hoffnung, dass es weitergeht, sind da, doch die Helma Ferienimmobilien GmbH ist offensichtlich nicht der Wunschkandidat der Stadtvertretung für Port Olpenitz gewesen. Das Gremium soll sich mehrheitlich bei einem Meinungsbild in Anwesenheit des Insovenzverwalters Dr. Rainer Eckert für die Kieler Planet-Haus AG ausgesprochen haben. Die Entscheidung hatte letztlich aber der Insolvenzverwalter in Abstimmung mit der Gläubigerversammlung zu treffen.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Norbert Dick, sagt zu der Wahl von Helma: „Wir hätten die Planet-Haus AG oder die Eberhardt-Werft präferiert.“ Generell hätten die Grünen lieber eine Lösung mit mehreren Investoren gesehen, um das Risiko zu streuen. Dick: „Nun müssen wir als Stadt aufpassen, das Projekt in die richtigen Bahnen zu lenken, damit nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie damals.“ Die damalige Konzeption sei von der Größenordnung einfach zu mächtig gewesen.

CDU-Fraktionschef Matthias Mau meint: „Wir sind gespannt auf das, was kommt.“ Mau sieht die städtebaulichen Verträge wie auch den B-Plan als Trümpfe in Händen der Stadt. „Mir ist wichtig, dass wir genug Lokalkolorit haben. Wir werden sehen, wie wir das mit der Helma hinkriegen“, sagt er. Dabei kommt es ihm darauf an, dass möglichst viel von dem investierten Geld in der Region bleibe.

Für die LWG erklärt deren Fraktionsvorsitzender Michael Arendt: „Wir freuen uns, dass das Insolvenzverfahren der Port Olpenitz GmbH weitgehend abgeschlossen werden kann und die Gläubiger noch eine Chance haben, dass ihre offen stehenden Forderungen erfüllt werden. “ Die Ausführung des B-Plans wie auch die Erfüllung der städtebaulichen Verträge werde man wie bisher mit großer Sorgfalt begleiten. Arendt: „Darüber hinaus hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit mit der Helma Ferienimmobilien GmbH.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll sieht in Helma wie Planet-Haus zwei Unternehmen, die beide ein großes Projekt hätten stemmen können. „Wir könnten mit beiden leben,“ sagt Moll. Allerdings machte er auch klar: „Wir werden mit Argusaugen darauf achten, was an Aufträgen und Arbeitsplätzen in der Region bleibt.“

Kritisch sieht dagegen Christian Andresen die Entscheidung zugunsten der Helma. „Wir vom SSW haben damit extreme Bauchschmerzen, ja fast schon Magenkrämpfe.“ Die Helma habe zu wenig informiert, und auch das touristische Konzept erscheint dem SSW-Fraktionsvorsitzenden nicht schlüssig. Dazu wolle das Unternehmen alle Verträge übernehmen, als ob dies kein Problem sei.

Generell positiv beurteilt der Vorsitzende des Wirtschaftskreises „Pro Kappeln“, Stefan Lenz, die jüngste Entwicklung in Port Olpenitz. „Es ist wichtig, dass es dort weiter geht, auch für die Menschen, die dort schon investiert haben.“ Auf Anfrage unserer Zeitung hat sich auch der Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium, Ralph Müller-Beck, zu Port Olpenitz geäußert. Er betonte, dass das Land finanziell nicht an dem Projekt beteiligt sei. Die neue Entwicklung verfolge man im Kieler Ministerium mit Interesse und hoffe auf positive Impulse für die Region. Müller-Beck: „Vor allem verbinden wir damit die Erwartung, dass der Investor das Projekt touristisch weiter entwickelt.“

Auch die Helma hat sich in einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Demnach hat das Unternehmen für Port Olpenitz das Berliner Architekturbüro Stæhr Architekten mit der Übersichtsplanung für das Gesamtgelände auf der Grundlage des vorhandenen Bebauungsplans beauftragt. Die Ferienhäuser und -wohnungen würden von der Helma Ferienimmobilien GmbH in eigener Regie entwickelt und realisiert. Für die Vermietung der Ferienimmobilien werden dagegen „mehrere professionelle Partner zeitnah eingebunden“, wie es in der Mitteilung heißt.

Ursprünglich sollten in Port Olpenitz acht skandinavische Holzhaustypen gebaut werden. Schnell wuchs diese Zahl aufgrund von Kundenwünschen auf 13 an. Nach der Insolvenz des Unternehmens kamen weitere Gebäudetypen, darunter Reetdachhäuser, hinzu.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 06:22 Uhr

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