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Verstärkung dringend gebraucht : Helfer suchen Helfer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Flüchtlingsbeirat in Schinkel stößt an seine Grenzen – es werden dringend weitere Mitglieder gesucht, um die 14 Personen in der Unterkunft in Schinkelhütten bei Bedarf zu betreuen.

Sie haben ihre Heimat verloren und eine aufreibende Flucht hinter sich – die Frauen und Männer, die im Amtshaus in Schinkelhütten untergebracht werden. Der Flüchtlingsrat kümmert sich um sie, stößt aber wegen der abgeschiedenen Lage des Hauses zunehmend an seine Grenzen. Es werden dringend weitere Helfer gesucht – auch aus den anderen Gemeinden des Amtes.

Neun Flüchtlinge haben derzeit in der Unterkunft ein Zuhause auf Zeit gefunden, ab dem 1. Oktober kommt noch eine Familie aus Mazedonien hinzu. Dann sind es 14 Erwachsene und Kinder, um die sich die fünf Ehrenamtler aus Schinkel kümmern werden. „Die Arbeit mach Spaß, ist aber zunehmend anstrengend durch die Situation vor Ort“, schildert Schinkels Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller. Hauptproblem sei die Entfernung nach Gettorf, wo nicht nur Versorgungsmöglichkeiten, sondern auch Ärzte und Schulen sind. Das Amt stelle zwar Fahrräder zur Verfügung, doch sei es für eine Familie mit Kindern schwierig, damit alle Wege zu erledigen, weiß Axmann-Bruckmüller. Und auch die Mitglieder des Flüchtlingsrates seien mittlerweile an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gekommen. Er fahre 150 Kilometer im Monat, berichtete Gebhardt von Reibnitz, der sich gemeinsam mit seiner Frau Erika um die Flüchtlinge kümmert. Dazu gehört nicht nur die Fahrt zum Einkauf, zum Arzt oder zu Behörden. Als Vertrauenspersonen vor Ort suchen die Menschen bei ihnen Halt. „Sie haben viel Schlimmes hinter sich und sind traumatisiert, wenn sie hier ankommen“, hat Erika von Reibnitz festgestellt. Zwar wäre es schön, wenn man die Unterkunft einfach nach Gettorf verfrachten könnte, so dass die Flüchtlinge viele Wege eigenständig erledigen können, aber das geht nicht, hält Erika von Reibnitz fest. Eine Lösung in Form einer neuen Bleibe brauche Zeit, doch die haben die Mitglieder des Rates nicht. „Unsere dringende Bitte ist es, Bürger aus anderen Gemeinden des Amtes zu gewinnen, die den Rat in seiner Arbeit unterstützen, und wenn es nur stundenweise ist“, erklärt Erika von Reibnitz. Jeder übernehme nur das, was er oder sie schaffen könne. „Wenn es gelingt, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen, dann wäre es für alle eine Entlastung“, so die Schinkelerin weiter. Vor Verständigungsschwierigkeiten brauche sich niemand fürchten – ein kleiner Übersetzungscomputer, den es schon für kleines Geld gebe, helfe weiter.

Bodil Maria Busch von der Grünen-Fraktion in Gettorf, die zum Amtsausschuss eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet hatte, hielt an der Forderung fest, dass grundsätzlich eine bessere Betreuung geschaffen werden müsse. Es sollte zeitnah versucht werden, zumindest für die Familie eine Bleibe zentral in Gettorf zu finden.

Wer die Arbeit des Flüchtlingsrats unterstützen möchte, meldet sich bei Sabine Axmann-Bruckmüller, Tel. 04346/939356, oder Claudia Bruweleit, Tel. 04346/938860.


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erstellt am 28.Sep.2013 | 06:21 Uhr

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