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Bürgerpreis 2014 : Helfen, bis der Arzt kommt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Lindaus Wählergemeinschaft würdigt spezialisierte Erst-Helfer der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Bürgerpreis 2014

Wenn bei Markus Gertz und Rüdiger Hein der Pieper geht, bedeutet das für die beiden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nicht unbedingt einen Löscheinsatz. Als First Responder werden sie zu medizinischen Notfällen gerufen und leisten Erste Hilfe bis zum Eintreffen von Notarzt oder Rettungssanitätern. Gut zwei Jahre üben sie dieses Ehrenamt aus und haben auch in ihrer Gemeinde schon wertvolle Hilfe geleistet. Die Freie Wählergemeinschaft verleiht ihnen dafür den Bürgerpreis 2014.

„Wir sind total überrascht – damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagt Markus Gertz. Seit 2009 ist er in der Lindauer Feuerwehr als Brandbekämpfer aktiv. Gedanken, sich in Erster Hilfe weiterzubilden, kamen ihm, als sein Sohn unter Atemnot litt und sie „ziemlich lange“ auf den Rettungsdienst warten mussten. Er schloss sich Anfang 2012 der First Responder-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Gettorf an und besuchte die Schulungsabende einmal im Monat. Bei einem Sommer-Ausflug nach St.-Peter-Ording erlebte er, wie ein älterer Mann neben ihm zusammenbrach – Herz-Kreislaufstillstand. Gertz wusste dank seiner Ausbildung, was zu tun ist und begann sofort die Reanimation. Trotz aller Bemühungen durch den eingeflogenen Notarzt sei der Mann noch am Strand verstorben, erinnert sich der 44-Jährige. Als er seinem Feuerwehrkollegen Rüdiger Hein (47) davon erzählte, trat auch er den First Respondern in Gettorf bei.

Ein weiteres Schlüsselerlebnis hatten die beiden bei einem Feuerwehreinsatz im Dezember 2012. Sie waren vor dem Rettungsdienst am Patienten – jedoch ohne Notfallausrüstung. Damit sich so etwas nicht wiederholen sollte, stellten Gertz und Hein mit Unterstützung der Gettorfer Kollegen eine Bedarfsliste für die notwendigen Ausrüstungsgegenstände zusammen, nahmen sich Urlaub und besuchten einen Lehrgang an der Sanitätsschule Malente. Die Gemeinde schaffte einen Notfallrucksack mit Material für die Erstversorgung im Notfall an, von Spenden, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr eingingen, wurden ein Defibrillator und ein Rettungsbrett für den Transport von Verletzen gekauft. Kurz darauf waren Gertz und Hein mit dieser Ausrüstung gefordert: Ein Motorradfahrer war im Dorf schwer verunglückt.

Weitere Einsätze als First Responder folgten – von einer Sportverletzung an der Grundschule über eine vermisste Person bis hin zu einem Schlaganfallpatienten und einem Menschen, der in der Wohnung gestürzt war, reicht die Bandbreite. Alarmiert werden Gertz und Hein immer über die Leitstelle, wenn der ortsansässige Rettungswagen anderweitig unterwegs ist. „Wir wissen nicht, was uns erwartet, wenn der Pieper geht“, sagt Hein – genau wie beim Löscheinsatz. Sie fahren zu Menschen, denen es gerade schlecht geht, um zu helfen. „Es ist schön zu wissen, dass man das kann“, fügt Gertz hinzu, der sich nach der Übergabe des Notfalls an Rettungsdienst oder Notarzt auch um die Angehörigen kümmert.

Dass ihre Aufgabe mit der Verleihung des Bürgerpreises Anerkennung findet, freut die beiden Lindauer sehr. Vielleicht fände sich so noch der ein oder andere der 37 Aktiven in der Feuerwehr Lindau, der auch First Responder wird. „Es wäre schön, wenn noch ein paar Leute dazukämen“, meint Gertz, der sich eine eigene Erst-Helfer-Truppe gut vorstellen kann.

Der Bürgerpreis wird bei der Siegerehrung zum Boßelturnier der Wählergemeinschaft am Sonntag, 9. Februar, um 14 Uhr in Siegmunds Gasthof verliehen.

 

 

 

 

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erstellt am 28.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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