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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 23:46 Uhr

Theater : Heiraten aus Habgier

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Berliner Kriminal Theater zeigte in der Stadthalle zum Thema „Heiraten ist ein Risiko“ ihr aktuelles Stück. Auf Einladung der Theatergemeinschaft Eckernförde zeigte das Ensemble die Kriminalkomödie „Inspektor Campbells letzter Fall“.

Eckernförde | Das war ein eher sanfter Krimi, den das Berliner Kriminal Theater in der Eckernförder Stadthalle zeigte. Die Geschichte ist vielen bekannt unter dem Titel „Heiraten ist immer ein Risiko“ von Saul O’Hara. Am Freitag war auf Einladung der Theatergemeinschaft Eckernförde diese Kriminalkomödie nun als „Inspektor Campbells letzter Fall“ zu sehen.

Der Inspektor (Manfred Borges) hat nur noch wenige Wochen Zeit bis zu seiner Pensionierung. Zuvor will er aber noch unbedingt zwei Fälle lösen, die sich bisher nicht knacken ließen: Lydia Barbent (Vera Müller) ist sechsfache, schwerreiche Witwe, Oberst John Brocklesby (Peter Groeger) hat sechs Ehepartnerinnen „überlebt“ und ist durch die Erbschaften reich geworden. Der Gedanke an vielfachen Mord liegt nahe, aber Inspektor Campell hat immer noch keine Beweise.

Im Seebad Brighton gelingt es Campbell nun, die beiden Verdächtigen zusammenzubringen. Ein wenig Flirt, bemessen Charme, Oberst-Habitude und weibliches Gezwitscher. Sie heiraten sofort und das in eindeutiger Absicht. Beide sind schließlich Fachkräfte für verdeckten Mord, beide sind mit allen Wassern gewaschen und sich ebenbürtig, wenn es darum geht, den jeweils anderen um die Ecke zu bringen. Ein abwechslungsreiches Spiel beginnt. Der Kronleuchter fällt „ganz zufällig“ von der Decke – aber ohne Erfolg. Die Pilzsuppe verdirbt bereits vor dem ersten Löffel beiden den Appetit. Es gibt kaum noch etwas zu essen oder zu trinken, an das sich beide herantrauen.

Sie sind sich in ihren Absichten gewachsen, sehen es ein, schließen lachend „Frieden“ mit Schampus. Ein kleiner ehelicher Schubs verhilft Lydia dann doch zu einem schnellen Abgang auf der Kellertreppe. Und er hat nicht mit den elektrischen Tricks seiner verblichenen „Nummer Sieben“ gerechnet.

In den Nebenrollen gefallen der steife Butler Perkins, Jennifer und Poll als animative, für alt-englische Verhältnisse recht „unerzogene“ Mädels mit ausgeprägtem Hang zur Männlichkeit, Honoria als guter Geist des Erziehungsheims und letztlich Lance, totgeglaubter Adoptivsohn von Lydia, der sich nun auf ein fettes Erbe freuen kann. Insgesamt wird viel gesprochen, erinnert, berichtet und wenig agiert.

Eine Kriminalkomödie im puderrosa Salon. Nett, aber ohne Biss. Freundlich, aber auch sehr „englisch“ und verhalten, passend zu den Kostümen. Die beiden frechen Schulmädchen und der herrlich überzeichnete Butler verführten noch am ehesten zum Lachen. Nicht zu vergessen die Witwe Lydia, die zum Schlussapplaus im Engelshemd mit schwarzen Flügeln trippelte.

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erstellt am 10.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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