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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 10:02 Uhr

Heinz Strunk: Gute Laune und Dauergrienen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Autor und Komödiant Heinz Strunk stellt sein neues Buch „Junge rettet Freund aus Teich“ vor

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 06:39 Uhr

Da hat sich Mathias Halfpape aus Tüderbüdel, sorry, Todtglüsingen aber einen sperrigen Künstlernamen ausgesucht: Heinz Strunk. Klingt nach unverdaulichem Kohlrabi-Endstück – lange kauen und Reste ausspucken. Stimmt aber nicht. Lange kauen musste bei seinem Auftritt in Carls Showpalast keiner und Unverdauliches gab es wahrscheinlich erst wieder zuhause.

Alles an seinem biografisch geprägten Buch „Junge rettet Freund aus Teich“ war irgendwie lustig. Es begann ironisch-süffisant geraunt („Herzlich willkommen auf dem Dampfer der guten Lauuuune“) und ging auch nach der Pause ironisch-süffisant weiter. Beispiel: Über seinen Mathelehrers am Gymnasium und seinen dunkelblauen Rollkragenpullover: „Es heißt, er wechselte ihn nie.“ Dieser Grundton hielt sich den ganzen Abend, an entscheidenden Stellen zog Strunk die Worte wie ein Kaugummi, auch der müdeste Gast merkt auf: Hier wird Bemerkenswertes wie Peinliches konstant und genüsslich vorgeführt.

Die rund 80 Zuschauer wurden ihr Grinsen im Gesicht den Abend über nicht mehr los. Dieses Grienen, das noch kein Lachen ist, aber ganz schnell zu einem werden kann; dieser wissende Zug um die Mundwinkel, dieses „Oh-Gott-das-kommt-mir bekannt-vor“-Grinsen.

Da ist der Nachbarssohn Norbert. Der nimmt von seinen Freunden fünf Pfennig Eintritt für den großen Garten. Opa erzählt tolle Geschichten aus dem Ersten Weltkrieg, Ehemänner heißen noch Adolf, im Fernsehen darf der kleine Mathias Flipper, Pan Tau und Hase Cäsar sehen. Der Sechsjährige schreibt die Kennzeichen aller Autos in der Straße auf – die Leute könnten etwas verbrochen haben.

Strunk hatte seine hölzerne Querflöte dabei und betonte sein Können („Klassisches Studium“) auf dem Instrument. Er sprach über neue Projekte, Bücher und Filme, warf wie beiläufig hin, warum er vieles selbst in die Hand nehmen müsse: „Ich bin ein ganz guter Schauspieler, werde aber selten nachgefragt.“ Sein Buch, den Jungen im Teich und die Kindheit in den Sechzigern moderierte Strunk nach der Pause ganz bescheiden wieder an: „Weiter geht’s mit den Buddenbrooks. Auf Kleinbürgerformat runtergebrochen. Und in gut.“


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