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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 06:59 Uhr

Heimspiel für Rüdiger Wolff

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 31.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Die Eckernförder Theatergemeinschaft hatte eingeladen, und viele kamen am Mittwoch in die Stadthalle. Hier trat bereits zum zweiten Mal Rüdiger Wolff auf, diesmal mit Wilhelm Busch im Gepäck. Vorlesen, selbst vertonte Gedichte am Flügel im Chanson-Genre präsentieren, aus Buschs Lebensgeschichte berichten – das war alles eins.

Dem Publikum gefiel es. Mit Vergnügen, Lachen udn Mitsprechen von bekannten Worten begleiteten die Gäste „ihren“ Rüdiger Wolff. Schließlich wurde er – den meisten gut bekannt durch die „Schaubude“ und Rollen in Traumschiff- und Pilcher-Produktionen – 1953 in Eckernförde geboren.

Ja, der Abend hatte etwas Intimes, Anheimelndes: Wenn Rüdiger Wolff im großen blauen Sessel saß, erzählte, aus diversen mitgebrachten Büchern las, dann konnte man sich fast wie im Wohnzimmer fühlen, wären die großen schwarzen Mikros und Lautsprecher nicht gewesen. Und auch die vergaß man bald, wenn man etwas Spannendes über Wilhelm Busch hörte, was man so zuvor noch nicht wusste. Er – weithin bekannt als der Humorist mit Hang zur Satire, als Verfasser so vieler amüsanter Gedichte, die uns von „Max und Moritz“ bis zur „Frommen Helene“ gut bekannt sind – er soll ein kauziger Einzelgänger gewesen sein, ein einsamer Junggeselle. Er war glücklich mit sich allein, mit vier Nikotin- und sechs Alkoholvergiftungen, so Wolff. Ein klarer Antisemit, selber ohne Religion, hielt er ein waches Auge auf Missstände in Erziehung und soziale Spielregeln. Keine Frauengeschichten sind bekannt. Dafür stammen gut 1000 Ölbilder von ihm, die zu seiner Zeit nicht beachtet wurden und erst heute mit einem „seiner Zeit voraus“ Wertschätzung erfahren.

Seine Gabe, treffgenau und mit spitzer Feder seine Bildergeschichten zu illustrieren, macht ihn bis heute unvergessen. Viele Zitate aus seiner reichen Sprache sind in unseren Sprachgebrauch übergegangen.

Der Dichtung und der darstellenden Begabung eines Wilhelm Busch fügte Rüdiger Wolff ein weiteres Element hinzu: die Musik. Mit guten Melodien versehen, mit angenehmer Stimme als Chansons vorgetragen, interpretierte Wolff den Dichter kongenial. Und „die Moral von der Geschicht“? Guter Mann, gutes Publikum – ein angenehmer Abend.

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