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Neue Wohnanlage : Heilpädagogium kauft das Gemeindehaus Wulfsteert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Einrichtung will eine Wohnanlage für Menschen mit Unterstützungsbedarf bauen. Ein Mehrzweckraum soll auch für die Kirche nutzbar sein.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2015 | 18:54 Uhr

Eckernförde | Die Kirchengemeinde St. Nicolai verkauft ihr Gemeindehaus im Wulfsteert an das Heilpädagogium an der Ostsee. Die Einrichtung will das aus den 60er-Jahren stammende Gebäude abreißen und auf dem Gelände eine Wohnanlage für Menschen mit Unterstützungsbedarf bauen. Auch soll ein Mehrzweckraum in einer Größe von mindestens 50 Quadratmetern entstehen, den die Gruppen der Kirchengemeinde kostenfrei nutzen dürfen.

Der Verkauf des Gemeindehauses wurde am Donnerstagabend mit deutlicher Mehrheit bei der Sitzung des Kirchengemeinderates beschlossen. Hintergrund ist die finanzielle Situation der Kirchengemeinde, die zwar 256  000 Euro an jährlichen Zuwendungen vom Kirchenkreis erhält, aber 80  000 Euro mehr für die Aufrechterhaltung ihres inhaltlichen Angebots und die Gebäudeunterhaltung benötigt. Bislang konnte das Geld aus der Ausgleichsrücklage beglichen werden, doch diese Quelle ist versiegt – es muss gespart werden.

Mit dem Verkauf des 3800 Quadratmeter großen Grundstücks an das Heilpädagogium an der Ostsee und der kostenlosen Nutzung des Mehrzweckraums durch die Kirchengemeinde haben die beiden Partner einen Kompromiss gefunden, der zudem zwei Grundfesten der beiden Partner unterstreicht, sagt Christof Schreiber, Verwaltungsleiter des Heilpädagogiums: „den christlichen Gedanken und die Inklusion“. „Uns hat zudem das Konzept der Einrichtung überzeugt“, sagte Anke Siemsen, stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates gestern bei einem Pressegespräch. Die Gruppen, die bislang in dem Gemeindehaus untergebracht waren, sind mittlerweile auf andere Kircheneinrichtungen verteilt worden. Sie könnten teilweise wieder in ihren alten Wirkungskreis zurückkehren. Allerdings werden nicht alle Gruppen wie bisher in dem neuen Raum Platz finden.

Die Vertragsunterzeichnung ist für die kommenden Wochen vorgesehen, im Anschluss beginnen die Planungsarbeiten für den Abriss des Altgebäudes und die neue Bebauung. Die Inbetriebnahme peilen Christof Schreiber und Kerstin Bröther vom Heilpädagogium für Sommer 2017 an. Nicht vom Verkauf betroffen ist die Kindertagesstätte. Sie bleibt in ihrer heutigen Form inklusive Außengelände bestehen.

Rund eine halbe Million Euro bezahlt das Heilpädagogium für das Areal am Wulfsteert. Das Geld wird die Kirchengemeinde St. Nicolai in eine zweckgebundene Rücklage für die Sanierung der Kirche legen, erklärte Propst Sönke Funck. Das Gebäude hat nämlich mit massiven Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen. Deshalb soll das Dach neu eingedeckt und der Dachstuhl statisch ertüchtigt werden. Stuckschäden müssen behoben werden, während die historische Glocke aus dem Bolzen zu brechen droht. Nicht zuletzt wird in der kommenden Woche der Dachreiter gesichert, der sich durch die vergangenen Stürme gelöst hat. Ein erstes Sanierungsgutachten liegt vor. Darin wird von einer Sanierungssumme in Höhe von 1,9 Millionen Euro ausgegangen. Für gewöhnlich übernehme der Kirchenkreis 70 und die Kirchengemeinde 30 Prozent, erklärte Sönke Funck. „Doch es ist nur ein erstes Gutachten, die Summe könnte noch steigen.“ Konkret wisse man Mitte 2016 Bescheid. Dann solle auch nach Möglichkeit mit den Arbeiten begonnen werden, die sich über drei Jahre hinziehen werden. Der Kirchenkreis verfüge über einen Bauhilfsfonds, in dem jährlich 800  000 Euro für die Sanierung denkmalgeschützter Sakralgebäude zur Verfügung stünden, doch weist Sönke Funck darauf hin, dass ein zentrales Gebäude wie die St.-Nicolai-Kirche durchaus auch Angelegenheit von Stadt und sogar Land sei. Sie hätten ganz andere Möglichkeiten, Fördermittel einzuwerben.

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