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Zu viel Spielraum : Heilen von Fehlern der Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Städtebauliches Konzept für Knoop soll derzeitigen Spielraum im Bebauungsplan reduzieren / Kompromisslösungen für aktuelle Bauvorhaben

von
erstellt am 18.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Altenholz | Der für den Ortsteil Knoop geltende Bebauungsplan gibt eine Menge her – das spiegelt sich in der Vielfältigkeit der Häuser wider, die dort entstanden sind und gerade gebaut werden. Um zu massiven Baukörpern in Zukunft einen Riegel vorzuschieben und auf die Gestaltung des Ortsteils mehr Einfluss nehmen zu können, hat die Gemeindevertretung ein städtebauliches Konzept für den Bereich vom Gewerbegebiet Jägersberg über die ehemalige Schießplatzanlage und die Kleingärten bis hin zur Wohnbebauung in Auftrag gegeben. Das ist zwar noch in Arbeit durch die Planer des Lübecker Büros Building Complete Solutions (BCS). Doch versuchen die Fachleute bereits jetzt, auf anstehende Bauvorhaben einzuwirken, um sie nicht zu verzögern. Ein Vorgehen, das nicht allen Mitgliedern des Bauausschusses gefiel.

Neben dem Bereich der Villa Hoheneck gibt es derzeit für das Grundstück Knooper Landstraße 3c Pläne der Umgestaltung. Eigentümer Michael Henrik von Bredow möchte dort einen Terrassenbau realisieren mit fünf Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Das Baufeld hat eine Größe von 460 Quadratmetern bei einer Grundstücksgröße von 1739 Quadratmetern. Eilers, Ingenieurin für Städtebau und Ortsplanung, hatte den Neubau für das Grundstück mit von Bredow erörtert und Veränderungen vorgeschlagen, die er berücksichtigt hat. So rückt das Haus weiter von der Straße in das Grundstück hinein und wahrt einen Abstand zur Nachbarbebauung, der größer ist, als er sein müsste. Außerdem werden pro Wohneinheit zwei Stellplätze geschaffen – entweder zwölf Stück eingegrünt vor dem Haus oder sechs vor dem Haus und weitere sechs in einer Tiefgarage, die über einen Lift erreichbar sein wird. Die zwei vorhandenen öffentlichen Parkplätze würden erhalten bleiben.

„Das klingt plausibel, aber wir bräuchten Zeit, um darüber in den Fraktionen zu beraten“, fand Karin Pfaff (SPD), die zudem ihre Überraschung zum Ausdruck brachte, dass zwei Grundstücke der Gesamtbetrachtung für Knoop vorgezogen werden sollen. „Bevor wir einen Einzelbeschluss fassen, wollen wir das Gesamtkonzept haben“, pflichtete CDU-Fraktionschef Jürgen Schlüter ihr bei. „Es macht keinen Sinn, wenn wir zwei Vorhaben gesondert betrachten. Das wäre, als machten wir den zweiten vor dem ersten Schritt“, merkte Fraktionskollege Dr. Andreas Piltz an und unterstützte Pfaffs Antrag, erst in der nächsten Sitzung über die vorhabenbezogene Änderung des Bebauungsplans abzustimmen.

Klaus Reese (CDU) erinnerte daran, dass es für den Bereich einen geltenden Bebauungsplan gebe, der viel größeren Spielraum lasse. Mit der vorhabenbezogenen Änderung könne die Gemeinde viel mehr Einfluss nehmen als jetzt, gab er zu bedenken. Jens Ruge vom Seniorenbeirat unterstützte diesen Gedanken. Außerdem hätten Bürger, die da bauen wollten, Anspruch auf eine zeitnahe Entscheidung, meinte Ruge.

„So eine massive Bebauung, wie wir sie zum Teil in Knoop finden, hätte nicht entstehen dürfen, aber es ist passiert“, meldete sich Stadtplanerin Kerstin Langmaack vom Büro BCS zu Wort. Die Gemeinde müsse nun versuchen, die Fehler der Vergangenheit zu heilen mit Kompromissen wie dem für das Grundstück Knooper Landstraße 3c. Büroleiter Jens Becker gab zudem zu bedenken, dass dem Vorhabenträger ohne entsprechendes Signal des Ausschusses die Grundlage fehle, um seine Planung weiter zu entwickeln. Schließlich stimmten die Fraktionsmitglieder mit nur einer Stimme Mehrheit für die Änderung des Bebauungsplans in dem genannten Bereich und lehnten eine Vertagung ab.



 

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