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Debatte : Heftiger Widerstand gegen Ausbaupläne des GTV

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pannenbehaftete Mitgliederversammlung beim Gettorfer TV: Nur sechs von 200 Sportlern stimmen für eigenes Fitnesscenter

Das Votum war eindeutig: Die GTV-Mitglieder unterstützen die Idee von Vorstand und Geschäftsführung, in den Räumen des ehemaligen Discounters am Karl-Kolbe-Platz ein vereinseigenes Fitness-Studio zu betreiben, nicht. Ihnen reicht es, die im Vereinsheim vorhandenen Fitnessräumlichkeiten aufzuwerten. Das wurde auf der am Freitag im GTV-Vereinsheim einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung ganz deutlich: Nur sechs der etwa 200 anwesenden Mitglieder hoben ihren Arm für das Vorhaben.

Viele überzeugte weder die dargelegte Notwendigkeit, den Fitnessbetrieb auszulagern, noch das vorgelegte Finanzie-rungkonzept. Sie fürchteten, dass sich der GTV damit finanziell übernimmt. Dem Ganzen war eine hitzige, teilweise sehr emotional geführte Diskussion vorausgegangen. Erster Unmut regte sich gleich zu Anfang, als bekannt wurde, dass der Vorstand versäumt hatte, alle Mitglieder ordnungsgemäß einzuladen, so dass man nach der Satzung nicht beschlussfähig war. Die Sitzung wurde als Informationsveranstaltung weiter geführt. „Ich bin seit elf Jahren Vorsitzender“, sagte Gunnar Buchheim in seiner Eingangserklärung. „Ich habe viele wegweisende Beschlüsse in die Wege geleitet. Aber mit wie viel Hass mir Vorwürfe gemacht wurden in den letzten Wochen, das habe ich noch nie erlebt. Ich wollte eigentlich alles niederlegen. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass neue Fitnessräume richtig sind.“ Um seine Meinung deutlich äußern zu können, bat er Nicht-Mitglied Wulf-Dieter Stark-Wulf zu moderieren.

GTV-Geschäftsführer Thomas Glüsing stellte das Konzept für den Fitnessbetrieb am Karl-Kolbe-Platz noch einmal kurz vor. Im Vereinsheim stünden derzeit 130 Quadratmeter zur Verfügung, dort wären es 400 plus 150 Quadratmeter für Umkleiden und Du-schen. Die derzeitige Anzahl von 200 Nutzern, die er angab, würde dadurch deutlich steigen, prognostiziert er. Potential sieht er auch im Umland. „Wir wollen etwas machen für die ganze Region.“ Dann waren die Mitglieder dran. Drastisch formulierte es gleich zu Beginn Uli Stegemann, der bei den Vorgesprächen dabei war. Es sei nichts beschlossen worden, keiner habe gesagt, es bestehe die Notwendigkeit, betonte er. Die Zahlen seinen alle geschönt. „Was nützen uns moderne Visionen, wenn Geschäftsführer und Vorsitzender den Verein an die Wand fahren?“ Auch Bürgermeister Jürgen Baasch als GTV-Ehrenmitglied äußerte sich skeptisch. „Der GTV ist noch gut aufgestellt“, sagte er. „Das soll auch so bleiben.“ Der Verein sollte nicht in Konkurrenz zu den beiden Fitnessstudios vor Ort treten. „Es sind auch die Gewerbetreibenden, von denen eine Gemeinde lebt.“

Noch viele Mitglieder meldeten sich zu Wort, begründeten ihre Zweifel an Bedarf und Zahlen und plädierten dafür, mit den vorhandenen Fitnessräumen klein anzufangen. Nur zwei Fitnesssportler sprachen für die Idee mit den neuen Fitnessräumen. Riku Bargholz etwa sah hier Potential, Jugendliche zu gewinnen, die gern Fitness-Sport machen möchten, sich aber ein kommerzielles Fitnessstudio ohne Elternhilfe nicht leisten können.

Nach zweieinhalb-stündiger Diskussion schien der Vereinsvorsitzende den Auftrag der Mitglieder, ein Konzept zur vernünftigen Auffrischung der Fitnessräume im Vereinsheim zu erarbeiten, zu akzeptieren. „Wir werden uns überlegen, wie wir das umsetzten können“, sagte er. „Ich hoffe, dass ich dabei weiterhin unterstützt werde mit Ideen und Gedanken.“






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