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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 21:14 Uhr

Neueröffnung : Hebamme – eine Berufung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Trotz Haftpflichtproblem eröffnen drei engagierte Hebammen gemeinsam eine Praxis in Gettorf. Morgen bieten sie einen Tag der offenen Tür zum Kennenlernen an.

Sie sind die wichtigsten Ansprechpartnerinnen für Schwangere vor, während und nach der Geburt. Um eine Anlaufstelle für werdende Eltern im Dänischen Wohld zu schaffen, eröffnen die drei freiberuflich tätigen Hebammen Anke Baß (44) aus Haby, Annkathrin Brien (28) aus Altenhof und Liliana Christensen (23) aus Kiel, ehemals Altenholz, eine gemeinsame Hebammenpraxis in Gettorf. Morgen um 15 Uhr sind alle Interessierten zur Eröffnung ihrer Praxis im Therapiezentrum Starkenbrook 2 eingeladen.

Mitte des vergangen Jahres kam den drei Frauen die Idee, eine gemeinsame Praxis aufzubauen, die für sie auch ein zweites Standbein bedeutet. „Wir sind befreundet und ha-ben festgestellt, dass wir gut zusammenarbeiten können“, so Annkathrin Brien. Anke Baß gibt schon seit drei Jahren Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse im Therapiezentrum in Gettorf. Und als Inhaber Tino Junghans ihnen dort die Räumlichkeiten anbot, sagten sie zu. „In Gettorf und drum herum gibt es viele junge Familien, die eine Anlaufstelle brauchen“, weiß Anke Baß. „Eine Mutter war sogar zu Tränen gerührt, als sie davon hörte. Sie war so glücklich, nicht immer nach Eckernförde fahren zu müssen.“

Ihre Praxis ist klein und gemütlich. Der Untersuchungsraum mit Liege und Büro wirkt noch schlicht, im lila gestrichenen Kursraum für die Geburtsvorbereitung und Nachsorge ist es warm, es duftet nach Limone, Kerzen brennen, auf dem isolierten Fußboden liegen dicke Kissen, Decken und Matten. Das Angebot der drei Hebammen umfasst Schwangerenbetreuung und Vorsorge, Geburtsvorbereitungskurse, Schwimmen für Schwangere, Beleggeburten in Eckernförde, Hausgeburten, Rückbildungskurse mit und ohne Kind, Wo-chenbettbetreuung, Still- und Ernährungsberatung, Baby-massage, Akupunktur, Akutaping, Fußreflexzonenmassage und Beikostberatung.

Baß ist erfahren in Klangschalen- und Fußreflexzonenmassage, Annkathrin Brien im Schwangerenschwimmen und Liliana Christensen in Babymassage und Akupunktur. „Wir wollen den Frauen ein Gesamtpaket bieten von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit“, sagt Annkathrin Brien. Angesichtes der aktuellen Situation für Hebammen keine leichte Entscheidung. Denn die Situation auf dem Haftpflichtmarkt für Hebammen spitzt sich immer mehr zu. Aufgrund steigender Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und erhöhter Klagebereitschaft betroffener Eltern wird die Berufshaftpflicht für freiberufliche Hebammen immer teurer. Und nun kündigte die Nürnberger Versicherung an, aus den Versicherungskonsortien der Hebammenverbände auszusteigen. Ohne Berufshaftpflicht dürfen freiberufliche Hebammen aber nicht arbeiten. Der Hebammenverband drängt auf eine gesetzgeberische Lösung, wie etwa einen staatlich finanzierten Haftungsfond, der die Kosten über einer bestimmten Haftungsobergrenze übernimmt. Dass der Bundesgesundheitsminister nun zusagte, zusammen mit den Hebammen an einer langfristigen und strukturellen Lösung des Haftpflicht-problems zu arbeiten, gibt der Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) Martina Klenk und auch Anke Baß, Annkathrin Brien und Liliana Christensen Anlass zur Hoffnung. „Es ist aber weiterhin nötig, dass sich die Frauen engagieren“, betont Annkathrin Brien. Es sei ja auch eine Beschneidung ihrer Rechte. Für die drei Frauen ist ihr Beruf Berufung. Deshalb wollen sie kämpfen. „Es geht nicht nur um Hausgeburten, sondern auch um die Betreuung.“

Hebammenpraxis Gettorf: Tel. 04346/93 94 94. www.hebammenpraxis-gettorf.de




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