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Kochduell 2015 : Hausmannskost schlägt Haute Cuisine

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tobias Lehmann und Gesche Clasen machen in der Küche eine ähnlich gute Figur wie an den Instrumenten / Ascheffeler gewinnt das Kochduell

von
erstellt am 26.Feb.2015 | 06:28 Uhr

Güby | So richtig fassen konnte Tobias Lehmann seinen Sieg beim Kochduell am Dienstagabend im Schlei-Liesel-Restaurant in Güby nicht. „Ich war mächtig nervös vor dem Duell“, gestand Lehmann ein. „Als ich dann noch las, dass meine Gegnern den Traum hat, ein Restaurant zu eröffnen, noch viel mehr“. Am Ende hat es aber für ihn und seine eher bodenständigen Gerichte gereicht. Denkbar knapp setzte sich der 43 Jahre alte Ascheffeler gegen seine Küchen-Kontrahentin Gesche Clasen aus Haby durch. Beide Hobby-Köche erhielten von den 26 Juroren durchweg hohe Punktzahlen, so dass ein Final-Einzug Lehmanns durchaus realistisch ist.

Mit Gesche Clasen und Tobias Lehmann stand das dritte von vier Kochduellen 2015 ganz im Zeichen der Musik. Clasen ist Berufsmusikerin, unterrichtet an Privatschulen und spielt unter anderem in den Bands „Tears for Beers“ und „Baltic Sea Child“ Querflöte und Geige. Nebenbei ist sie noch Bürgermeisterin der Gemeinde Haby. Autoverkäufer Tobias Lehmann ist Organist in der Kirchengemeinde Kosel und leitet den Fleckebyer Männerchor. Unterstützt wurden beide in der Küche von Michael Stöcken aus dem Fischhaus in Schuby-Strand und Schlei-Liesel-Küchenchef Frank Jebe-Öhlerich sowie seinem Koch Dennes Wiehe. Doch für die ersten musikalischen Töne sorgte am Abend Clasens Lebensgefährte David Shamban, der die die Pausen zwischen Gang eins und Gang zwei für ein paar Melodien auf dem Klavier im Speisesaal nutzte.

Die ersten beiden Gänge gehörten Gesche Clasen. Als Vorspeise bereitete sie ein Avocadomus mit Scampi-Salsa zu. „Salsa spricht alle vier Geschmacksrichtungen an – süß, sauer, bitter und salzig“, sagte Frank Jebe-Öhlerich. Der Name des Gerichts: „Greensleaves“. Dabei blickte Gesche Clasen immer wieder in ihr schwarzes Büchlein – vollgeschrieben mit Rezepten, viele davon aus Familientradition. Sehr auswendig in der Zubereitung war dann auch ihr erster Hauptgang – der Fischstrudel, garniert mit Balsamico-Jus, Champignon-Espuma und Forellenkaviar. Dabei wurde ein Lachsfilet in ein Mangoldblatt gewickelt, rundherum eine feingekutterte Fischfarce aus Scholle und oben und unten ein Stück Zander, umgeben von Blätterteig. Der Gang wurde schließlich als „Caprifischer in Blätterteig“ den Gästen serviert. Für den Service sorgten an diesem Abend Chefin Carina Jebe-Öhlerich und Indra Heuer.

„Die stundenlange Arbeit in der Küche macht mir nichts aus“, sagte Gesche Clasen. Sie stehe lieber den ganzen Tag an den Töpfen und Pfannen, als einmal die Steuererklärung zu machen. „Auf die richtigen Schuhe kommt es dabei“, betont sie, die Erfahrung habe sie auch immer wieder auf der Bühne gemacht.

Michael Stöcken packte derweil bei Tobias Lehmann mit an. Einen Hackbraten hat er sich als zweiten Hauptgang ausgesucht. „Nicht einfach nur eine Frikadelle“, stellte er klar. Serviert in einem kleinen Förmchen bekam der Hackbraten auch gleich den nötigen Pfiff. Dazu gab es Rotkohl und Bratkartoffeln. Klangvoll auch der Name der Fleischbällchen: „Meatloaf“. Beim Rotkohl wurde immer mal wieder nachgebessert, letztlich empfahl Michael Stöcken noch etwas Gänseschmalz. Etwas Überredungskunst brauchte er da schon, um Lehmann von dieser Geschmacksnote zu überzeugen. „Gänseschmalz sorgt für einen intensiven Geschmack und gibt dem Kohl Glanz.“

105 Kartoffeln schälten Stöcken und Lehmann, mehr Tempo dabei machte ganz klar der Profi. Lehmann hingegen blickte am Ende des Kochduells sorgenvoll auf seinen vom Schälen in Mitleidenschaft gezogenen Daumen. Denn seine Finger müssten bald schon wieder in die Tasten hauen können. Gesche Clasen hatte da eine ganze eiserne Regel: „Ich benutze vor einem Konzert nie ein Messer, das ich nicht kenne.“

„Like ice in the sunshine“ – so der Name des Nachtisches von Tobias Lehmann. Obstsalat geschmackvoll fürs Auge auf dem Teller drapiert und dazu Vanilleeis.

Sichtlich überrascht von seinem Sieg dankte Lehmann dem ganzen Team und zollte nach fünf Stunden in der Küche allen Respekt. „Ich habe schon mal für drei, vier Personen gekocht, aber nicht für 30.“ Wenn man bedenke, dass die Küche an manchen Abenden noch mehr Gäste zu bewirten habe und dann mit kleineren Team, davor habe der Gewinner Hochachtung.

Auch mit seiner „Gegnerin“ verstand sich Lehmann prächtig. Noch während des Kochens waren sie sich einig, gemeinsam eine Kultkneipe zu eröffnen. Doch etwas Abstimmungsbedarf besteht schon noch: „Am besten irgendwo im Süden wo es warm ist“, sagte Lehmann. „Keine Chance, Norddeutschland verlasse ich nicht“, hielt Gesche Clasen dagegen.  

 

 

Das letzte der vier Kochduelle findet am 10. März, im Restaurant Laurens, Golfclub Gut Uhlenhorst, statt. Es treten Michael König (Rechtsanwalt Gettorf) gegen Dr. Kai Thomsen (Direktor Amtsgericht Eck.) an. Es ist bereits ausverkauft. Die beiden Punktbesten aller Duelle kochen im Finane gegeneinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

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