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Zeitreise : Haus voller Erinnerungen am Weihnachtsvorabend

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

11. vorweihnachtliches Treffen im „Haus“ in der Reeperbahn . Viele Besucher wecken Erinnerungen an früher.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 06:13 Uhr

Eckernförde | Bereits zum elften Mal trafen sich am Vorabend des Weihnachtsfestes viele ältere und junge Besucher im „Haus“ an der Reeperbahn. Vor 44 Jahren gegründet, hat sich das Zentrum für Jugendliche längst zu einer wichtigen Begegnungsstätte für junge Leute in der Stadt entwickelt.

Der offene Kommunikationstreff mit vielfältigen und vor allem kostenlosen Freizeitangeboten wie Billard, Kicker, Musik- und Theater-AGs oder Kino wird gern angenommen und besucht. Eine sozialpädagogische Beratung ergänzt das breite Spektrum in diesem Treffpunkt. Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher Kultur oder sozialen Schicht die Jugendlichen kommen – hier wird Integration sichtbar und aktiv gelebt. Durch das freundschaftliche Miteinander der Jugendlichen lernen die jungen Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Kosovo schließlich am besten die Sprache, die Grundlage für Schulunterricht oder Ausbildungsplatz ist.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter Gordon Frey, Nadine Förtsch, Nels Müller und „BuFdi“ Chris Mau sind zu Recht stolz auf „ihr“ Haus und planen bereits für die Zeit nach der Winterpause neue Aktivitäten. Nadine Förtsch sagte dazu: „Es wird künftig eine Art Multi-Kulti-Disco geben, wo junge Flüchtlinge, die in Eckernförde ein neues Zuhause gefunden haben, auch Musik aus ihrer Heimat hören und danach tanzen können.“ Als weiterer Programmpunkt ist eine Inklusions-Disco angedacht, in der Jugendliche mit und ohne Handicap gemeinsam feiern und tanzen können.

Der Grundstein für diese Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt wurde mit der Eröffnung im November 1971 gelegt. Gordon Frey berichtete: „Ich habe vor ungefähr zehn Jahren damit begonnen, alte Filme und Fotos zu archivieren und damit war die Idee einer Wiedersehensparty geboren.“ Seitdem finden jährlich kurz vor Weihnachten die Kultfeten statt, die immer bestens besucht sind und bis in die Morgenstunden andauern. „Es kommen bis zu 300 Leute,“ so Frey „und einer hatte die wohl weiteste Anreise überhaupt – er kam aus Japan.“

Die meisten Besucher am Mittwochabend leben allerdings im Umfeld von Eckernförde. Rüdiger Schwab und Matthias Frank – Mitstreiter der ersten Stunde und sogar Besucher der damaligen Eröffnungsdisco im „Das Haus“ – berichteten, dass sie noch heute mit Freunden aus alten Zeiten in Kontakt stehen, auch wenn diese längst nach Berlin oder Bremen gezogen sind. Sie schwelgten weiterhin in ihren Erinnerungen und erzählten von den Discos, wo jeder seine eigenen Schallplatten mitbringen und auflegen durfte. „Schon damals“, so Rüdiger Schwab, „existierte eine Teestube, eine Film-AG und vor allem ein sehr starkes Podium für politische Diskussionen. So waren die 70iger.“ Die Brüder Henner und Frank-Peter Rahlf waren zu dieser Zeit noch etwas jünger, für sie waren eher die 80iger Jahre prägend.

Alle Besucher sahen immer wieder zu der Leinwand, die in einer Endlosschleife die alten schwarz-weiß Fotos wiedergab. Nebenan in der Disco feierten währenddessen die heute Jugendlichen, spielten am Billard- oder Kickertisch und hatten einfach Spaß. Dieses gelungene Miteinander bedeutet mit Sicherheit den größten Lohn für „Das Haus“-Team.

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