"Haus Fellhorst" ist verkauft

Freie Sicht auf das Gebäude: Käufer Jörg Pahl (li.), hier mit Bürgermeister Heini Schulz, hat bereits mit den Arbeiten rund um das Gebäude begonnen. Foto: Messerschmidt
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Freie Sicht auf das Gebäude: Käufer Jörg Pahl (li.), hier mit Bürgermeister Heini Schulz, hat bereits mit den Arbeiten rund um das Gebäude begonnen. Foto: Messerschmidt

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06. November 2010, 05:48 Uhr

Fellhorst | Es war Verlagshaus und Tagungsstätte des Schroedel-Verlags, ein Hotel mit Gaststätte und zuletzt eine Nachsorgeeinrichtung - seit 2003 steht das "Haus Fellhorst" leer, Zwangsver steigerungstermine beim Amtsgericht in Eckernförde verliefen allesamt ohne Erfolg. Konkreter wurde es 2008, als dem Amtsgericht ein Angebot über 320 000 Euro für den 3500 Quadratmeter großen Gebäudekomplex vorlag. Eine Stiftung plante dort, ein Internat für Autisten einzurichten. Dort das Projekt wurde letztlich aber nicht realisiert und das "Haus Fellhorst" drohte als Ruine im Dorf zu enden.

Für 180 000 Euro ist das Gebäude jetzt aber verkauft worden. Nach Auskunft des Amtsgerichtes beträgt der Verkehrswert, der allerdings bereits 2003 festgestellt wurde, knapp 1,5 Millionen Euro. Käufer der traditionsreichen Immobilie ist der Alt Bennebeker Jörg Pahl. Zu seinen Plänen mit dem Haus und der künftigen Nutzung wollte er jedoch noch nichts sagen. "In den nächsten Tagen stehen noch einige Gespräche an", bat Pahl um Geduld. Der Chef eines Lohnunternehmens betritt mit dem Kauf des Gebäude kein Neuland. Schon mehrere Wohnungen und Häuser habe er erstanden und umfangreich saniert. Und auch in Fellhorst haben Pahl und seine Mitarbeiter alle Hände voll zu tun.

Seit einigen Tagen ist der neue Besitzer dabei, zumindest das Grundstück rund um das Gebäude wieder in Schuss zu bringen. "Die gesamten Fassaden waren zugewachsen, die Wege durch Bewuchs nicht mehr zu sehen", berichtet er von dem Zustand, den er vorfand. "Rund 250 Kubikmeter an Bewuchs haben wir bereits abgefahren", so Pahl, der das Gebäude nur von außen kannte und ungesehen gekauft hat. "Die Lage des Hauses zwischen Schleswig, Eckernförde und Rendsburg ist doch optimal", war sich Pahl aber gleich sicher, dass er mit seinem Projekt Erfolg haben wird.

Bei einem Rundgang durch die langen Flure und zahlreichen Zimmer des Gebäudekomplexes wird deutlich, dass die Jahre des Leerstandes nicht spurlos an der Substanz vorübergegangen sind. Spuren von Vandalismus am Mobiliar und an den Wänden. "Eindringlinge haben den Inhalt alle Feuerlöscher im Gebäude versprüht", sagt Bürgermeister Heini Schulz. Auch die eine oder andere Decke ist undicht, an vielen Stellen ist Wasser durchgesickert.

"Das ist schon ein Jammer, was aus dem Haus geworden ist", sagt Schulz, der sich noch gut an die Zeiten erinnert, als das Sporthotel weit über die Gemeindegrenzen Hummelfelds hinaus ein Begriff war. Nun hofft er aber, dass mit dem Verkauf des Gebäudes auch wieder Leben einzieht.

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