Sport-Mini-Kongress : „Hauptsache, man bewegt sich“

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Der 22. Sport-Mini-Kongress des Kreissportverbandes Rendsburg-Eckernförde lockte 200 Freizeitsportler ins Schulzentrum.

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05. März 2018, 06:13 Uhr

Eckernförde | Booiaka, Antara, „Strong is the new skinny“-Tanzworkouts, Muskeltraining, effizientes Krafttraining für Frauen – wer die neuesten Fitnesstrends noch nicht kannte, konnte sie und viele andere Kurse am Sonnabend auf dem Sport-Mini-Kongress im Schulzentrum Süd an der Sauerstraße ausprobieren. Für die 22. Auflage ihres Sportereignisses hatten die Organisatoren des Kreissportverbandes Rendsburg-Eckernförde wieder Fitnesstrends analysiert, Übungsleiter engagiert und für die 200 Teilnehmer ein Programm aus 26 verschiedenen Workshops zusammengestellt.

Freizeitsportler aller Art fanden sich ein, auch die Gymnastik- und Sportlehrerin Jutta Prange-Jacobsen aus Lindewitt war dabei. Sie leitet eine private Sportgruppe und wollte sich beim Booiaka, dem Bodyweight-Kurs, und beim Funktionellen Training Anregungen holen. Sie lächelt über die werbeträchtigen Bezeichnungen von Booiaka und Co. und weiß, dass alles schon einmal da war, nur unter anderem Namen. Andererseits: „Hauptsache, man bewegt sich.“

„Unser Programm ist eine gute Mischung aus bewährten und neuen Fitnesstrends, aus Theoretischem und ganz viel Praxis“, erklärt Michael Polzin, Geschäftsführer des Kreissportverbandes. Daher gibt es neben Steppaerobic, Zumba, Ultimate Frisbee, Yoga und Selbstverteidigungskursen eben auch Bokwa und Booiaka – Gruppen-Fitness-Programme, die auf Tanz basieren –, Piloxing mit Übungen aus Pilates und Boxen oder Antara. Dieses in der Schweiz entwickelte Konzept führt zu einem kräftigen Rücken, flachen Bauch und einer starken Mitte.

Der Beginn des Sport-Mini-Kongresses reicht in die Zeit zurück, als die Aerobic-Welle aus Amerika nach Deutschland schwappte und sich immer neue Fitnesskonzepte entwickelten. Vieles wird heute jedoch nicht mehr nachgefragt. „Floorball oder Tischtennis stehen schon lange nicht mehr auf dem Programm.“ Geblieben ist der Anspruch des Kreissportverbandes, die Workshops mit guten Übungsleitern anzubieten – ganz gleich, ob sie professionell oder ehrenamtlich arbeiten. Außerdem hat sich der Organisator auf bestimmte Zielgruppen eingestellt. Und das sind längst nicht nur die Freizeitsportler. Übungsleiterin Christina Jaensch zeigt beispielsweise, wie Frauen in der Schwangerschaft fit bleiben.

Wenn der Kongress vor Jahren eher ein Treffpunkt sportbegeisterter Frauen war, so melden sich jetzt immer mehr Männer an, so Polzin. Daher gibt es in diesem Jahr auch den Männerfitness-Kurs mit Trainer Alexander Simon. Die kleine Gruppe schwitzt im ersten Drittel der Halle 3 unter den intensiven Übungen. Allerdings sind die zehn Männer nicht unter sich. Auch vier Frauen haben sich für den Kurs angemeldet. Sabine Tödter vom Gettorfer Turnverein ist eine von ihnen. Die Aerobic-Trainerin unterrichtet seit zehn Jahren Männerfitness. „Ich finde hier bestimmt noch Übungen, die ich in meiner Gruppe umsetzen kann“, meint sie. Ihr Gegenüber Henning Nielsen aus Flensburg will sich hier neue Impulse für seinen Lauftreff holen.

Inzwischen ist der Booiaka-Workshop zu Ende. Peter Hirt vom MTV Dänischhagen hatte sich unter die Frauen gemischt, um die Kombination aus brasilianischen und jamaikanischen Tanzstilen sowie Hip-Hop, Old Shool und Reggaeton auszuprobieren. Der 77-Jährige lacht: „Es ist ganz schön schwer, was im Kopf ankommt, mit dem Körper umzusetzen.“ Für den Seniorensport sei das sicher kein Angebot. Dennoch will er gleich noch rüber zur Steppaerobic. Auch wenn er ganz schön schwitzt und nicht alle Übungen fehlerlos ausführen kann, hat sich für ihn die Fahrt nach Eckernförde gelohnt. „Ein tolles Angebot“, sagt er zum Sport-Mini-Kongress und trifft damit die Meinung auch der anderen Teilnehmer.

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