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Interview : Harte Arbeit für einen magischen Klang

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Duo Harparlando macht auf seiner Sommertour am Montag Halt in der Kirchengemeinde Schilksee-Strande.

Strande/Schilksee | Eine ungewöhnliche Deutschland-Tournee macht am Montag, 17. August, in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Halt: Das Harfenduo Harparlando aus Karlsruhe lädt um 19.30 Uhr zu einem besonderen Hörgenuss ein. Was die beiden Musikerinnen Johanna Keune und Karin Schnur zu ihrem Instrument geführt hat und was sie damit verbinden, verraten sie im Interview mit unserer Zeitung.

Frau Keune, Frau Schnur – Sie haben beide schon mit sechs Jahren begonnen, Harfe zu spielen. So ein großes Instrument für einen so kleinen Menschen ist ungewöhnlich. Wie kam es dazu?
Keune: Karin hat mit fünf Jahren die Harfe bei einem Konzert gehört und es war Liebe auf den 1. Ton. Ich selbst habe, auch mit fünf Jahren, einen Kinder-Musik-Film gesehen und fand besonders die Harfe sehr faszinierend. Wir haben beide auf irischen Hakenharfen begonnen zu spielen. Die sind wesentlich kleiner als die großen Konzertharfen.
Spielen Sie noch andere Instrumente?

Schnur: Ja, wir können beide auch Klavier spielen, da es auch beim Musikstudium als Zweitinstrument verlangt wird. Bei unseren Konzerten arbeiten wir aber beispielsweise auch mit perkussiven Elementen und Instrumenten. Aber da wollen wir noch nicht zu viel verraten

Was ist für Sie das Schöne an der Harfe? Was macht das Instrument aus?
Keune: Der Klang der Harfe hat etwas Anziehendes, Magisches. Wir können mit unserem Instrument durch unterschiedliche Spieltechniken ganz verschiedene Klangfarben erzeugen. Außerdem ist die Harfe immer noch recht selten und somit der Kreis der Harfenisten sehr familiär, man kennt sich untereinander. Das finden wir sehr schön.


Wie haben Sie zueinander gefunden?
Schnur: Wir haben beide an der Musikhochschule in Karlsruhe studiert und kannten uns daher schon als Studienkolleginnen. 2009 kam dann eine Anfrage des Freundeskreis des Festspielhauses Baden-Baden, der sich für eine Veranstaltung ein exklusives musikalisches Highlight gewünscht hat. Ich habe daraufhin Johanna gefragt, ob sie nicht Lust hätte, mit mir dort als Harfenduo aufzutreten. Bei den Proben haben wir dann ganz schnell gemerkt, dass es uns sehr viel Spaß macht, gemeinsam zu musizieren, und es hat sich bald auch eine enge Freundschaft zwischen uns entwickelt.

Wie ist das Duo Harparlando entstanden?
Keune: Der Name Harparlando (harpa + parler / sprechen) steht für den Dialog zwischen uns beiden beim Musizieren. Gleichzeitig möchten wir beim Spielen und Moderieren eine Verbindung zu unserem Publikum aufbauen. Nach unseren Konzerten bekommen wir dadurch auch immer Rückmeldung vom Publikum, und es entstehen sehr schöne Gespräche.
 

Beschreiben Sie Ihr Repertoire.Welche Musikrichtung spielen Sie am liebsten?

Schnur: Durch unser Studium sind wir klassisch ausgebildet und wir spielen natürlich auch gerne klassische und romantische Musik, wie man es von Harfen erwartet. Außerdem haben wir mittelalterliche und barocke Musik im Programm. Und wir lieben es auch, mit den Klischees zu brechen und das Publikum mit eigenen Jazz-, Rock- und Pop-Bearbeitungen zu überraschen. Kurz gesagt: Wir spielen das, was uns auch selbst Spaß macht.


Sie spielen das Jahr über als Solisten allein und mit Orchester vor großem Publikum. Im Sommer fahren sie durchs Land und bringen Ihre Musik zu den Menschen. Was treibt Sie dabei an?
Keune: Wenn man sich dazu entscheidet, die Musik zum Beruf zu machen, muss man sehr idealistisch und leidenschaftlich sein. Unsere Antriebskraft sind die Gefühle, die Musik auslösen kann, bei uns selbst und beim Publikum. Wenn man Menschen glücklich machen, oder sie zu Tränen rühren kann, ist das etwas ganz Besonderes. In solchen Momenten wird man sofort für die harte Arbeit, die dahinter steckt, entlohnt.


Sie sind mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Gibt es eine „Trophäe“, die Sie ins Auge gefasst haben?
Schnur: (lacht) Ein Grammy wäre schon schön...
Auf welcher Bühne, die Sie noch nicht betreten haben, würden Sie gern einmal ein Konzert geben?

Keune: Sehr gerne würden wir in Zukunft bei einigen Festivals auftreten. Außerdem haben wir besondere und außergewöhnliche Auftrittsorte ins Auge gefasst, zum Beispiel Höhlen oder Burgruinen.

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erstellt am 15.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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