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Baumfällung am Höhenweg : Harte Arbeit für eine freie Sicht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Steilhang unterhalb der Aussichtsplattform am Höhenweg sind jetzt von Gehölz befreit worden.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 06:08 Uhr

Eckernförde | Schwerer Motorenlärm am Höhenweg: Gestern sind die Büsche und Bäume am Steilhang unterhalb der Aussichtsplattform gefällt worden. Den Auftrag hat die Stadt erteilt, damit die Aussicht von dem Spazierweg auf Höhe des Alten Leuchtfeuers weiterhin gegeben ist. Seit der letzten Fällaktion waren die Pflanzen wieder so hoch gewachsen, dass sie demnächst die Sicht versperrt hätten.

Die Aufgabe war nicht einfach. Um nicht auszurutschen und den steilen Hang hinunterzufallen, haben sich die Arbeiter an einigen Stellen angeseilt und am Geländer festgebunden oder wurden von Kollegen gesichert. „Wenn man hier mit einer laufenden Motorsäge den Abhang runterruscht, kann das ins Auge gehen“, sagt Heiko Bock, der mit seiner Firma „HB Dienstleistungen“ nur einer von drei Unternehmern war, die an dieser Aufgabe mitgewirkt haben. Auch sein Buder Kai-Dieter Bock beteiligte sich mit seinem Betrieb „KDB Dienstleistungen“, ebenso der Baumkletterer Achim Callesen von „Calles Hausmeisterservice“. „Wir arbeiten oft zusammen und unterstützen uns“, so Heiko Bock.

Abgesägt wurden in erster Linie Buschwerk, Haselbäume sowie Rot- und Weißdorne. Große Bäume, die unter die Baumschutzsatzung fallen, waren nicht dabei, bestätigt Michael Packschies, Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt. „Diese Aktion muss alle paar Jahre wiederholt werden, wenn man die Aussicht erhalten will. Das Gehölz ist vergleichbar mit Knicks. Das treibt schnell wieder aus“, sagt er.

Allerdings waren laut Heiko Bock einige tote Bäume dabei, darunter eine Ulme. Ihretwegen bestand auch Gefahr für die direkt unterhalb verlaufende Bahnlinie. Zunächst wurden am vergangenen Donnerstag die oberen Sträucher und Bäume gefällt und die unteren als Schutz für die Gleise stehengelassen. Gestern folgten die unteren Gewächse. Ein Streckenposten der Bahn war ständig vor Ort und hat die mit Gehörschutz ausgestatteten Männer mit einem lauten Horn vor einem herannahenden Zug gewarnt. Das abgeschlagene Gehölz wird an Ort und Stelle liegenbleiben. „Man könnte zwar mit einem Raupenschredder bis zu der Stelle vordringen und das Holz zerhacken“, so Heiko Bock. „Aber das lohnt sich nicht. Das Holz stört dort niemanden und kann an Ort und Stelle verrotten.“

Eine weitere Herausforderung für die Arbeiter sind die stark gestiegenen Temperaturen. Die Schnittschutzkleidung besteht aus mehreren Schichten von reißfestem Garn, der bei Kontakt mit der Sägekette so schnell ins Ritzel gezogen wird und es verstopft, dass die Säge zum Stillstand kommt, bevor sie den Stoff ganz durchtrennen kann. „Einige Minusgrade sind die perfekte Temperatur für diese Arbeit. Bei 8 Grad Celsius allerdings kommt man schnell ins Schwitzen.“ Zumal, wenn man noch einige übriggebliebene Sträucher am oberen Rand absägen will und sich mühsam den Steilhang hinaufkämpft. Nur um dann zu merken, dass kein Sprit mehr in der Säge vorhanden ist und der Benzinkanister noch unten steht.

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