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Fischerquartier : „Harmonie der Vielfalt“ in der Altstadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stadtplanerin Marie-Luise Zastrow hat im Bauausschuss die Quartiersanalyse für das „Fischerquartier“ vorgestellt. Es gab sehr viel Lob, aber auch Kritik. So stören die Pkw-Stellplätze das Gesamtbild.

Eckernförde | Das Quartier von herausragender städtebaulicher Bedeutung und reichlich historischem Altstadtcharme hat es Architektin und Stadtplanerin Marie-Luise Zastrow aus Kiel offensichtlich angetan. Die nördliche Altstadt – das sogenannte Fischerquartier – ist von ihr im Rahmen der Quartiersplanung und Stadtbildanalyse eingehend untersucht und bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstagabend im Bauausschuss immer wieder als authentischer Stadtteil von „ganz besonderer Bedeutung“ hervorgehoben worden. Einen weitgehend intakten Altstadtkern in Hafenlage gebe es sonst kaum noch, sagte Zastrow, „das ist etwas sehr Besonderes“. Sie legte den Eckernfördern ans Herz, dieses Schmuckstück mit Sorgfalt zu behandeln und weiterzuentwickeln.

Bedeutsam seien die Altstadteingänge, wie sie in der Fischerstraße oder im Kattsund zu finden sind. „Die Struktur der Straßen sind sehr gut erhalten“, sagte Marie-Luise Zastrow. Das sei auch „interessant für die Touristen“. Es gebe viele historische Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, viele Innenhöfe, in denen noch viel Entwicklungspotential steckt. Der Rand der Altstadt ist durch zweigeschossige Gebäude eingefasst, in der Altstadt selbst dominierten ein- bis maximal zweigeschossige Häuser unterschiedlicher Gebäudetypen von kleinen Fachwerkhäusern bis zu ehemaligen ausgebauten Speichern. „Die alten Häuser erzählen Geschichten“, sagte die Stadtplanerin. Sie sprach angesichts der abwechslungsreichen Gebäude- und bunten Fassadenstruktur von einer „Harmonie in der Vielfalt“, die sich im Fischerquartier zeige. „Es gibt viel zu entdecken. Das ist eine große Qualität, die gesichert und fortgeschreiben werden sollte.“ Positiv bewertete die Planerin ferner, dass die Innenhöfe wieder für die öffentliche Nutzung und den Bau eingeschossiger Nebengebäude frei gegeben werden sollen. Die B-Plan-Festlegung „entkernen und begrünen“ wurde ohnehin nicht angewandt und entfällt.

Marie-Luise Zastrow wies aber auch eine einige Missstände hin. So gebe es Sanierungsbeispiele, die die „historische Fassade unsichtbar“ gemacht und das „historische Altstadtbild verfremdet“ hätten. Sie empfahl die Herausgabe einer Gestaltungsfibel für alle Anlieger, in denen Empfehlungen für eine angemessene Sanierung und Umgestaltung von Gebäuden gegeben werde, damit der authentische Charakter erhalten bleibt. Auch die Eigentümer „vernachlässigter Gebäude“, die es durchaus gebe, könnten über eine Gestaltungsfibel erreicht werden, so dass die Außenwirkung noch verbessert werden kann. Gestalterische Festlegungen sollte die Stadt aus dem Bebauungsplan herausnehmen , die dann automatisch Bestandteil der Gestaltungssatzung werden.

Als regelrecht störend empfindet Marie-Luise Zastrow die parkenden Autos in den schmalen Altstadt-Kopfsteinpflasterstraßen. „Das ist eine starke Beeinträchtigung.“ Da es sich um Anwohnerparklplätze handelt, sei dem Problem nur schwer beizukommen. Rein logistisch käme eine Tiefgarage in Frage, beispielsweise auf einem großen Innenhof im Kattsund. „Das wäre eine tolle, aber teure Lösung“, sagte Zastrow, die empfahl, die Stellplätze möglichst aus der Altstadt zu entfernen und eine Lösung für das Parkproblem zu suchen. „Auch eine Garagenanlage an einer geeigneten Stelle wären ein großer Gewinn.“

Ein großes Lob erhielten die Verantwortlichen für die Neugestaltung der Frau-Clara-Straße. „Da kann sich Eckernförde auf die Schulter klopfen, die Straße hat sich sehr positiv entwickelt“, so Zastrow. Sie gab zudem die Anregung, die auch touristisch bedeutsamen Altstadtzugänge gestalterisch besonders hervorzuheben, zum Beispiel durch einen Wechsel des Pflasters. Die Querverbindungen zur Innenstadt und zum Jungfernstieg und die Bepflanzung seien ebenfalls sehenswert

„Eckernförde hat einen wunderschön erhaltenen historischen Altstadtkern mit einer attraktiven Silhouette ringsherum“, bilanzierte die Planerin. Die Gebäudegestaltung sei vielfältig, die Atmosphäre authentisch, die Innenhöfe böten weiteres Potential.


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erstellt am 30.Apr.2015 | 06:46 Uhr

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