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Aus für Frequenzmessung : Handyerfassung wird abgeschaltet

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Vertrag mit der Firma Cross Scan soll so schnell wie möglich gekündigt werden. Aber nicht wegen der rechtlichen Unsicherheit bei der Erfassung von Handydaten, sondern weil die Smartphones demnächst ihre Technik ändern.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2017 | 05:41 Uhr

Eckernförde | Die Frequenzmessung per Handyerfassung in Eckernförde steht vor dem Aus. Bereits zum Ende des Monats könnte das System abgeschaltet sein, so Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik  &  Marketing GmbH (ETMG), die die Handyerfassung Ende 2016 installiert hat. Ziel war die Erfassung der Besucherströme, um genaue Daten in Bezug auf Veranstaltungen wie Fischmarkt oder Sprottentage zwecks einer optimalen Planung zu gewinnen.

Hintergrund ist eine angekündigte Vertragsauflösung der Firma Cross Scan, mit der die ETMG seinerzeit den Vertrag geschlossen hat. Ursache sei eine Änderung in der Vorgehensweise der mobilen Betriebssysteme (zum Beispiel Android) hinsichtlich der Kennung von MAC-Adressen der Handys. „Nach Informationen der Firma Cross Scan ändern sich ab dem 1. Januar 2018 die Gerätekennungen. Sie erhalten in bestimmten Abständen eine neue Kennung. So würde eine Person beispielsweise viermal gezählt, wenn sie in kurzer Zeit viermal an einem Erfassungsgerät vorbeigeht, weil sich die Kennung der MAC-Adresse in dieser Zeit jedesmal wieder geändert hat. Das System würde also vier Besucher zählen, dabei handelt es sich um ein und dieselbe Person“, erklärt Borgmann. Auf diese Weise würden falsche Daten generiert – das Erfassen per WLan-Tracking ergebe keinen Sinn mehr. „Wir werden so schnell es geht den Vertrag gegenseitig kündigen und die Messgeräte entfernen.“

Das Scannersystem, das die Anzahl der Passanten beziehungsweise die Anzahl der Smartphones, bei denen die WLan-Suche eingeschaltet ist, zählt, ist nicht unumstritten. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) sieht die Erfassung der MAC-Adressen der Mobilgeräte als problematisch an, da es sich um personenbezogene Daten handelt. „Eine Auswertung von personenbezogenen Daten wie der Geräteadresse (MAC-Adresse) erfordert jedoch eine Rechtsgrundlage oder eine Einwilligung der Kunden“, so Marit Hansen vom ULD, und die sei in Eckernförde im öffentlichen Raum nicht gegeben. Eine Alternative zur Handyerfassung sei eine Zählung per Lichtschranke ohne Aufzeichnung von Personen. Diese Variante, die in Braunschweig praktiziert wird, stellt das Magazin Wiso der ETMG vor. Morgen besuchen Reporter des ZDF-Magazins die Touristik, um einen Vergleich zwischen Erfassung durch Lichtschranke und Wlan-Tracking zu untersuchen. „Es wäre eine Möglichkeit“, so Borgmann.

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