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Hamburg-Wahl 2015 : Hamburger SPD-Alleinregierung vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zirka 1,3 Millionen Menschen in Hamburg sind zur Wahl aufgerufen – 400 Landeslisten-Kandidaten buhlen um eines der 121 Mandate.

Hamburg | Hamburgs Bürger entscheiden am 15. Februar über die Zukunft von Deutschlands einziger SPD-Alleinregierung. Zirka 1,3 Millionen Menschen sind zur Wahl einer neuen Bürgerschaft aufgerufen.

Nach den Meinungsumfragen gilt es als unwahrscheinlich, dass die Sozialdemokraten mit ihrem Regierungschef Olaf Scholz die absolute Mehrheit verteidigen können. Für diesen Fall hat der 56-Jährige bereits Gespräche mit den Grünen angekündigt. Es ist die erste von insgesamt nur zwei Landtagswahlen in diesem Jahr. Am 10. Mai wird in Bremen eine neue Bürgerschaft gewählt. Bundespolitische Auswirkungen haben beide Wahlen nicht.

Die jüngsten Umfragen sehen die SPD bei 42 bis 44 Prozent. Für die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Dietrich Wersich prognostizieren die Wahlforscher 20 bis 23 Prozent, für die Grünen mit ihrem Spitzenteam Katharina Fegebank und Jens Kerstan 13 bis 14 Prozent und für die Linke mit ihrer Frontfrau Dora Heyenn 7 bis 9 Prozent.

Knapp wird es demnach für die FDP, die nach Monaten mit Werten um die 2 Prozent nun bei 4 bis 5 Prozent angekommen ist. Die AfD mit ihrem Spitzenkandidat Jörn Kruse kann den Umfragen zufolge mit 5 bis 6 Prozent rechnen. Sollten alle Parteien den Sprung in die Bürgerschaft schaffen, wären erstmals seit Gründung der Bundesrepublik sechs Parteien im Landesparlament des Stadtstaats vertreten.

Bei der Bürgerschaftswahl 2011 sprang die SPD mit ihrem Parteichef Scholz nach zehn Jahren CDU-Regierung auf 48,4 Prozent. Die Union mit dem damaligen Bürgermeister Christoph Ahlhaus stürzte mit 21,9 Prozent auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis in Hamburg ab. Die Grünen kamen auf 11,2, die Linken auf 6,4 Prozent. Für einen Coup sorgte die FDP, die sieben Jahre lang nicht im Parlament vertreten gewesen war. Sie kehrte mit ihrer bis dahin unbekannten Spitzenkandidatin Katja Suding mit 6,7 Prozent zurück.

Erstmals dürfen in Hamburg nun auch 16- und 17-Jährige mitwählen. Die Wahlperiode wurde von vier auf fünf Jahre verlängert. Landesweit bewerben sich 13 Parteien und Wählervereinigungen um den Einzug in das Hamburger Rathaus. Neben den bislang im Parlament vertretenen Parteien SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP werden diesmal auch der AfD Chancen eingeräumt. Es wäre das erste Mal, dass die Rechtskonservativen nach ihren Erfolgen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im vergangenen Jahr in ein westdeutsches Landesparlament einziehen. Auf den Landeslisten bemühen sich insgesamt knapp 400 Kandidaten um eines der 121 Mandate, deren Zahl sich durch Überhang- und Ausgleichsmandate sowie erfolgreiche Einzelbewerber erhöhen kann.

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