Zukunft des Redderhus : Hängepartie um Krog vor dem Ende

Das Redderhus könnte bald aus seinem Dornröschenschlaf erwachen, denn es gibt einen Investor, der es kaufen möchte.
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Das Redderhus könnte bald aus seinem Dornröschenschlaf erwachen, denn es gibt einen Investor, der es kaufen möchte.

Für das Redderhus in Holzbunge gibt es offenbar ernsthaften Investor / Nach drei Jahren Leerstand ist ein Rendsburger Kaufmann interessiert

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23. Juli 2015, 06:32 Uhr

Das Redderhus in Holzbunge könnte schon bald aus seinem Dornröschenschlaf erwachen: Offenbar gibt es einen Interessenten, der das weiße Reetdachgebäude mit Gastwirtschaft und Museumsräumen an der Bundesstraße 203 erwerben möchte. Das Schild „Zu verkaufen“ ist in dieser Woche zumindest schon abgebaut worden. Damit ist das Ende einer langen Hängepartie um Holzbunges Dorfmittelpunkt in Sicht. In der Vergangenheit ist dort viel Steuergeld investiert worden, um das Haus als Stütze für den Tourismus der Region zu etablieren.

Bürgermeister Ole Bening bestätigte die Gerüchte um das Redderhus gegenüber unserer Zeitung, betonte aber: „Ein Kaufvertrag ist noch nicht unterschrieben. Es gibt noch nichts zu vermelden.“ Dass es einen Investor gibt, der ernsthaftes Interesse an dem historischen Gebäude hat, bestritt Bening nicht. Informationen unserer Zeitung zufolge handelt es sich dabei um einen Rendsburger Kaufmann, der aber auch noch nicht an die Öffentlichkeit treten will. Damit ist nicht klar, wie das Redderhus künftig genutzt wird. Ole Bening sagte: „Das Konzept, das uns vorgelegt wurde, hat die Gemeinde überzeugt.“

Damit liegt es nahe, dass im Redderhus künftig wieder Gäste bewirtet werden können, obwohl es keine Nutzungsauflage dafür gebe. Denn in der Gemeinde sei immer die Hoffnung gehegt worden, dass das Haus als Gaststätte wieder zum Treffpunkt für Vereine werden könne, so Bening. „Die Bürger hängen nach wie vor an ihrem Redderhus – deshalb würden wir nicht an jeden verkaufen“, sagte er. Dabei habe es in der Vergangenheit durchaus mehrere Interessenten gegeben. Von denen stießen aber nur wenige auf die Zustimmung der Gemeinde. Wann der Verkauf zu welchem Preis vollzogen wird, sagt Bening nicht. Zuletzt war das Gebäude für 480  000 Euro angeboten worden.

Bis zum Jahr 1996 hatten Elke und Heinrich Schwenk den Gasthof kontinuierlich über 36 Jahre geführt. Nach der Schließung kaufte die Gemeinde das Gebäude. Eingebettet in die „Ländliche Struktur- und Entwicklungsanalyse“ der Hüttener Berge sollte ein Umbau vollzogen werden, der auch die Fortführung des Dorfkruges vorsah. Im Obergeschoss wurde die Dauerausstellung über den typischen schleswig-holsteinischen „Knick“ eingerichtet. Das damalige Amt Wittensee sowie die Gemeinde Holzbunge und der Kreis Rendsburg-Eckernförde übernahmen die Trägerschaft des Informationszentrums. Als eines der wichtigsten Leitprojekte zur Entwicklung der Region Hüttener Berge bezeichnete es die damalige Ministerin für ländliche Räume, Ingrid Franzen. Das war im Jahr 2000, als das Redderhus feierlich eingeweiht wurde. Knapp vier Millionen Mark vom Kreis, des Landes und der EU wurden in das Projekt investiert. Das Redderhus sollte die drei Naturparke des Kreises – Hüttener Berge, Aukrug und Westensee – bekannter machen und Touristen in die Region ziehen. Fast 15 Jahre ging das Konzept auf. 2010 übernahm die Eckernförder Touristik- und Marketinggesellschaft den Betrieb. Als die Zuschüsse 2014 gestrichen wurden, war das Aus für die reetgedeckte Touristinformation nicht mehr abzuwenden.

Im Krog wechselten mit den Jahren die Pächter. Seit 2012 steht er leer. Die Gemeinde stellt die Räume der Gaststätte als Bürgerhaus zur Verfügung. Privatpersonen, Vereine und Verbände können sie gegen Gebühr nutzen.

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