Hunde-treff : Haarige Kreuzung im Wohld

Die stellvertretende Vorsitzende des 1. Wäller-Club Deutschland Denise Friedrich aus Felmerholz mit Kiwi und Murmel.
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Die stellvertretende Vorsitzende des 1. Wäller-Club Deutschland Denise Friedrich aus Felmerholz mit Kiwi und Murmel.

Regionalgruppe des ersten Wäller-Clubs Deutschland am Nord-Ostsee-Kanal / Der Wäller gilt als ausgesprochener Sport- und Familienhund

shz.de von
15. Juli 2015, 06:27 Uhr

Sie sind leicht zu motivieren, für alles zu begeistern, gehen gerne mit joggen, laufen am Fahrrad, lieben Wasser, arbeiten als Rettungs- oder Therapiehunde: Wäller. Auch im Dänischen Wohld gibt es immer mehr Freunde der noch recht jungen Hunderasse. Gerade traf sich die Regionalgruppe Nord des 1. Wäller-Club Deutschland zum Wäller-Spaziergang am Nord-Ostsee-Kanal in Levensau.

Es ist warm. Nicht ganz 20 Mitglieder mit ihren Hunden aus dem Norden sind gekommen. Sie begrüßen sich herzlich. Ihre Hunde sind grau, braun, hell oder dunkel, haben fast alle längeres Fell und bellen aufgeregt. Sie wollen, dass es endlich los geht. „Wir treffen uns zwei, drei Mal im Jahr zu Spaziergängen, Seminaren, zum Hundesport oder für eine Rallye“, erzählt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Denise Friedrich aus Felmerholz. Sie hat ihre Hunde Murmel und Kiwi dabei, züchtet selbst unter dem Namen Wäller vom Dänischen Wohld. Sie beschreibt die Rasse vom Charakter her als freundlich, verspielt, leicht erziehbar und ausgeglichen. „Es sind sensible, ausdauernde, begeistert arbeitende Familien-, Begleit- und Sporthunde“, sagt sie. „Zum Glücklichsein brauchen sie die Möglichkeit, ihren Arbeits- und Bewegungsdrang auszuleben.“ Wäller sind für fast jede Hundesportart zu begeistern. Sie selbst hat sich mit Murmel kürzlich zum Besuchshundeteam für den Hospizverein Dänischer Wohld ausbilden lassen.

Den Wäller gibt es seit 1994. Er entstand aus der Kreuzung der Hütehund-rassen Briard und Australian Shepherd. Ihren Namen erhielten die Wäller durch die Gründerin der Rasse, Karin Wimmer-Kieckbusch, die bis 2006 im Westerwald wohnte, wo die Bewohner mundartlich Wäller genannt werden. Der 1. Wäller-Club-Deutschland mit 320 Mitgliedern und rund 25 aktiven Züchtern koordiniert und kontrolliert die Zucht. Er achtet darauf, dass Gesundheitszeugnisse und Wesenseigenschaften der Paarungspartner zueinander passen und dass die Welpen optimal aufgezogen und sozialisiert werden. Die Rasse wird von den großen Verbänden Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und Fédération Cynologique International (FCI) nicht anerkannt. Sie erhielten die Anerkennung erst, wenn nur Wäller mit Wäller verpaart würde, weiß Denise Friedrich. Aber es gebe noch nicht genug Zuchthunde. Die Ausgangsrassen Briard und Australian Shepherd würden noch mit eingekreuzt.

Die Anerkennung von den Verbänden wird zurzeit nicht angestrebt. „Das würde uns behindern im sinnvollen Aufbau der Rasse“, erklärt die Züchterin. „Beim Wäller haben Gesundheit und Wesensfestigkeit Vorrang vor der Optik. Wir legen mehr Wert auf vitale Hunde und eine hohe genetische Vielfalt als auf einheitliches Aussehen der Rasse.“ Dadurch ist das äußere Erscheinungsbild der Wäller noch recht uneinheitlich. Größe, Gewicht, Felllänge und Fell- und Augenfarbe variieren. Jeder Wäller ist ein echtes Unikat.

>Kontaktmöglichkeiten und weitere Informationen zur jungen Wäller-Hunderasse gibt es unter www.waeller-club.de und www.wohld-waeller.de.



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