wohnungsmarkt : GWU setzt auf Neubau und den Wohnungsmarkt in Kiel

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Für das Projekt im Lorenz-von-Stein-Ring auf dem Gelände der früheren Bauschule gibt es einen Siegerentwurf. Dieser sieht den Bau von 80 Wohneinheiten überwiegend als Geschosswohnungsbau vor.

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07. Juni 2014, 06:03 Uhr

Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) setzt nach dem weitgehend abgeschlossenen Verkauf älterer Reihen- und Doppelhäuser unter anderem in der Käthe-Kollwitz-Straße und einer breit angelegten Sanierungswelle ab diesem Jahr verstärkt auf den Wohnungsneubau. Im Blickpunkt steht dabei das Projekt im Lorenz-von-Stein-Ring auf dem Gelände der früheren Bauschule. Am Mittwoch hat die Wettbewerbsjury – externen Architekten, Stadtplaner, Ratsmitglieder sowie Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des GWU – den Siegerentwurf unter sechs eingereichten Arbeiten ausgewählt, der am Dienstag, 24. Juni, in öffentlicher Sitzung des Planungs- und Gestaltungsbeirats im Ratssaal vorgestellt werden soll. Das gaben Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Anbuhl und Geschäftsführer Dr. Stephan Seliger am Donnerstag vor Beginn der Vertreterversammlung im Stadthallenrestaurant bekannt.

Der Siegerentwurf sieht den Bau von 80 Wohneinheiten überwiegend als Geschosswohnungsbau vor. Vorgesehen ist dabei ein Drittelmix aus Mietwohnungen im ersten und zweiten Förderweg (5,20 und 7 Euro pro Quadratmeter) sowie frei finanzierte Wohnungen (mindestens 8 Euro). Das Hauptgebäude der früheren Bauschule steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten. Über die Nutzung muss noch entschieden werden, möglicherweise wird daraus eine Seniorenwohnanlage. Die übrigen Gebäude können abgerissen werden, die Abbrucharbeiten sollen im August beginnen. Das GWU wird auch seine Geschäftsstelle mit den rund 30 Mitarbeitern in den Lorenz-von-Stein-Ring verlagern

Ebenfalls in der Planung befindet sich das Objekt Schleswiger Straße / Holweg, das ebenfalls im Gestaltungsbeirat vorgestellt wird. In Bau befinden sich bereits 40 Wohnungen im Wulfsteert, die im Frühjahr 2015 bezogen werden sollen. „Großes Interesse“, so Seliger, habe das GWU zudem am Projekt Nooröffnung. Wunsch des Vorstandes ist es, in diesem zentral gelegenen Neubaugebiet einen Sozialwohnungsanteil von 30 Prozent zu etablieren.

Das GWU hat somit das Feld gut bestellt und die Richtung für die Zukunft vorgegeben. Rund 20 Prozent der überwiegend älteren Wohnungsbestandes von insgesamt 2200 Wohnungen – ein Viertel aller Mietwohnungen in Eckernförde – sind saniert und energetisch aufgewertet. Altbestände wurden verkauft, neue Projekte in Angriff genommen, die bereits jetzt in der Planungsphase für eine rege Nachfrage unter den 4000 Mitgliedern gesorgt haben. Gerne würde das GWU sich auch des Themas Betreutes Wohnen widmen, dabei sei man aber auf Partner angewiesen, betonte Seliger. Die Bereitschaft, sich in diesem stark nachgefragten Segment zu engagieren, sei durchaus vorhanden.

Anbuhl und Seliger gaben bekannt, dass die Eckernförder Wohnungsgenossenschaft sich strategisch neu in Richtung des langfristig wachsenden Immobilienmarkts Kiel ausrichten werde. Die Aktivitäten in Eckernförde sollen davon aber unberührt bleiben, betonten beide ausdrücklich. „Die Entscheidung, sich in Zukunft auch an Bauvorhaben in Kiel zu beteiligen, hat vor allem wirtschaftliche Gründe“, erklärte Seliger. „Kiel ist eine wachsende Stadt mit einem attraktiven Wohnungsmarkt.“ Ziel sei eine langfristige Sicherung des GWU, die durch die Verteilung des Wohnungsbestandes auf zwei Wirtschaftsregionen besser gegeben sei. Eckernförde sei zwar nach wie vor ein attraktiver Markt mit stabilen Mieten, „aber irgendwann wachsen die Haushaltszahlen nicht mehr“, sagte Seliger. Das soll nach eingeholten Prognosen ab 2025 der Fall sein, was zu einem Rückgang der Wohnungsnachfrage führen werde. Kiel habe hingegen eine sehr positive Bevölkerungsprognose, und daran wolle man partizipieren.

In Zusammenarbeit mit drei weiteren Wohnungsbaugenossenschaften (Wankendorfer, Mittelholstein und WOGE Kiel) hat das GWU den Anscharpark in Kiel-Wik erworben. Dort ist der Bau von 150 Wohnungen geplant, der GWU-Vermarktungsanteil liegt bei 20 Prozent. In Suchsdorf haben das GWU und die Wankendorfer Baugenossenschaft eine Fläche an der Eckernförder Straße 421 gekauft – dort sollen 35 barrierefreie Wohnungen entstehen.

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