zur Navigation springen

Weichenstellung : GWU-Doppelspitze und neuer Name

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim GWU gibt es keinen nebenamtlichen Vorstand mehr. Als Doppelspitze fungieren Stephan Seliger und Jan Riecker. Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen firmiert in Genossenschaftliches Wohnungsunternehmen um.

von
erstellt am 18.Jun.2016 | 06:41 Uhr

Eckernförde | Aus dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen eG wird ab 1. September 2016 das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen Eckernförde eG. Das 1920 mit der Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft eingeführte und bekannte Kürzel GWU bleibt trotz der Umfirmierung erhalten. Damit reagiert das GWU auf den bereits 1990 entzogenen Status der Gemeinnützigkeit. Man habe sich zwar gerade bei den drei nebenamtlichen Vorstandsmitgliedern lange gegen eine Namensänderung gesträubt, betonte Klaus Buß, der dem nebenamtlichen Vorstand angehört, aber „es ist nicht mehr gesetzeskonform und muss geändert werden“. Angenehmer Nebeneffekt: Dadurch tritt der eigentliche Unternehmenszweck, die genossenschaftliche Verankerung des Unternehmens innerhalb der Stadt, als auch die Rechtsform in den Vordergrund des Firmennamens. Und die Gewinne werden wie bisher auch zu 100 Prozent ins Unternehmen investiert, sagte Vorstand Dr. Stephan Seliger. Die Vertreterversammlung folgte diesem Vorschlag am Donnerstagabend einstimmig.

Und es gibt eine weitere Veränderung: Stephan Seliger vertritt das GWU ab dem 12. März 2018 zusammen mit seinem hauptamtlichen Vorstandskollegen Jan Riecker alleinverantwortlich. Die drei nebenamtlichen Vorstände – Ingrid Ehlers, Klaus Buß und Reiner Bunte – scheiden aus. Ab dann werden Seliger und Riecker als GWU-Doppelspitze fungieren und das Wohnungsunternehmen mit 30 Mitarbeitern, einem Bestand von 2391 Wohnungen und einer Bilanzsumme von 88,6 Millionen Euro (2015) gemeinsam führen und vertreten. Der von fünf auf zwei Mitglieder verkleinerte Vorstand soll künftig auch von einem verkleinerten Aufsichtsrat von fünf bis sieben Mitgliedern (derzeit neun) kontrolliert werden.

Das GWU werde seine Strategie, die Gewinne in den Bestand oder in die Wohnungsanschaffung zu investieren, fortsetzen, versprach Seliger. Ziel sei es, den Bestand in den kommenden Jahren „durch gezielte Wohnungsanschaffungen in Form von nachfrageorientiertem Neubau und den gezielten Ankauf weiterer Wohnungen zu vergrößern, um unseren Mitgliedern langfristig modernen Wohnraum zu bezahlbaren Konditionen anbieten zu können“. Das GWU hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Jahresüberschuss von einer Million Euro abgeschlossen. Für den Neubau, die Instandhaltung und den Ankauf von 220 Wohnungen in Kiel, Gettorf, Rendsburg und Schleswig habe das GWU 24,3 Millionen Euro investiert. Trotzdem habe sich die durchschnittliche Grundmiete 2015 „nur geringfügig von 5,41 Euro pro Quadratmeter auf 5,59 Euro erhöht“.

53 neue Wohnungen in der Rendsburger Straße und am Wulfsteert hat das Unternehmen 2015 fertiggestellt. Bis Ende 2017 sollen weitere 29 hinzukommen – im Domstag, am Eichborn und 17 Wohneinheiten in der Doroteenstraße. Auf dem Gelände der ehemaligen Bauschule im Lorenz-von-Stein-Ring werden 110 Wohnungen gebaut – 91 Neubauwohnungen und 19 Wohneinheiten im denkmalgeschützten Hauptgebäude. Hinzu kommen 12 Appartements mit Betreuung, die von der Diakonie betrieben werden. Das GWU wird auch sein Verwaltungsgebäude vom Saxtorfer Weg in das Hauptgebäude verlegen und das Altgebäude als Wohnhaus herrichten. Der Umzug ist für Mitte 2017 geplant. Im Frühjahr 2017 soll mit den Neubauten auf dem Campus begonnen werden. In drei Bauabschnitten werden überwiegend die am stärksten nachgefragten Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen gebaut. Das Campus-Projekt und die übrigen in der Planungs- und Bauphase befindlichen Projekte in Eckernförde, aber auch in Kiel, wo das GWU mit anderen Wohnungsbaugesellschaften zusammenarbeitet, stehen derzeit im Mittelpunkt. Und so dürfte sich die Neubebauung der Grundstücke Schleswiger Straße / Holweg mit drei Häusern und 30 bis 40 Wohnungen wohl noch bis 2019 hinziehen. Zumindest der Architektenwettbewerb ist entschieden: Gewonnen hat das Büro Zastrow & Zastrow aus Kiel.

Anfang des Jahres hat das Wohnungsunternehmen die GWU Energiemanagement und Services GmbH als Tochtergesellschaft gegründet. „Unser Ziel ist es, langfristig allen Mietern Energie zu niedrigen, marktgerechten Preisen nach dem Gleichheitsprinzip anbieten zu können, d.h. ausschließlich nach der abgenommenen Menge und unabhängig von der Energieform wie etwa Gas, Öl oder Strom.“ Dies sei nur über den Aufbau und die Bewirtschaftung eigener Heiz- und Energieanlagen zu realisieren, so Seliger. Zusätzlich geplant sei der Aufbau eines Monitorings der Heizanlagen mit einem Onlineportal für die Mieter, das ihnen eine tägliche Kontrolle des Energieverbrauchs sowie den Abgleich mit den Vorauszahlungen ermöglichen und damit auch Anreize zur Energieeinsparung schaffen soll. Studien zufolge könne der Energieverbrauch so dauerhaft um 10 und 15 Prozent reduziert werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen