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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 10:42 Uhr

Guter Rat ist 25 000 Euro teuer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gutachter soll Freizeitangebot für junge Bürger checken

Mit den 13 Stimmen von SPD, SSW, Grünen und Linken hat die Ratsversammlung am Dienstagabend die Erstellung eines Gutachtens zur Situation des Freizeitangebots für Kinder und Jugendliche in Eckernförde beschlossen. CDU, Bürger-Forum und FDP votierten mit 10 Stimmen für die Rücküberweisung des Antrags zur weiteren Beratung in den Fachausschuss. Während die Befürworter einen externen Gutachter und den Vergleich mit anderen Städten für notwendig halten, stellen die Kritiker eben dies in Frage und verweisen auf das vorhandenen Freizeitlexikon und fordern eine Einbeziehung der Eckernförder Jugendlichen bei der Erhebung. Kritik gab’s auch an den Kosten von 25  000 Euro, die „ohne Not“ (Susanne Molt, FDP) ausgegeben würden.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Kultur, Bildung und Sport, Rainer Bunte (SPD), warb um Zustimmung für ein externes Freizeit-Gutachten für Kinder und Jugendliche. Neben dem Ist-Zustand soll es einen Vergleich mit anderen Städten sowie Empfehlungen zur Angebotsverbesserung geben. Für das Gutachten sollen 25  000 Euro bereitgestellt werden.

Ralph Krüger (CDU) hielt dagegen. „Wir hinterfragen jede Maßnahme. Wir streichen, und wir schieben“, sagte Krüger, der verärgert war, weil hier Geld in Zeiten der Haushaltskonsolidierung leichtfertig ausgegeben werden soll, obwohl man die Erkenntnisse auch mit Bordmitteln gewinnen könnte. So könnten Oberstufenschüler dies als Projekt bearbeiten, die Schulleiter der Jungmannschule und der Peter-Ustinov-Schule könnten sich eine Beteiligung vorstellen, sagte Krüger nach Gesprächen mit Sebastian Klingenberg und Dirk Söhren. Für 25  000 Euro könnte man viel Sinnvolles machen, was Kinder und Jugendlichen direkt zugute käme. Er verwies auf das umfassende Freizeitlexikon für Kinder und Jugendliche, in denen viele Angebote aufgeführt sind. Krüger zeigte sich „enttäuscht über die Lieblosigkeit und das mangelnde Herzblut“ der politischen Herangehensweise an dieses Thema und sprach von einer Alibifunktion: „Wir machen die Schatulle auf, werfen 25  000 Euro auf den Tisch und beauftragen einen Externen, damit wir uns selbst erst einmal nicht so sehr mit der Thematik befassen müssen.“ Dabei wäre es eine „großartige Chance“, gerade jetzt mit Kindern und Jugendlichen zusammen ein Leitbild zu entwickeln und sie aktiv zu beteiligen, statt ihnen ein Gutachten überzustülpen.

Das Gutachten wäre „grundsätzlich nicht verkehrt, es gibt aber genug andere Baustellen, wo wir die 25  000 Euro einsetzen könnten“, sagte Matthias Huber (Bürger-Forum). Bedenklich sei, dass die Hälfte der Summe für die Untersuchung der Freizeitmöglichkeiten in anderen Städten ausgegeben werden soll.

„Es ist wichtig zu schauen, was wir besser machen können“, hielt Sylvia Grabowski-Fillmer (SSW) dem entgegen. Der Ansatz der CDU, Schüler einzubeziehen, sei aber „nicht schlecht“. Rainer Beuthel (Linke) sprach sich wie auch Edgar Meyn (Grüne) für ein externes Gutachten aus. Die Diskussion über die 25  000 Euro fanden beide „beckmesserisch, kleinkariert und lächerlich“ (Beuthel). Martin Klimach-Dreger (SPD) wies auf den Zeitfaktor hin. „Kinder und Jugendliche haben keine Zeit“, die Profis arbeiteten schneller als es die örtlichen Akteure könnten. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen etwas Gutes tun, so schnell es geht“, so Klimach-Dreger. Der Blick über den Tellerrand sei wichtig, „um Positives zu übernehmen und Fehler zu vermeiden“.

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erstellt am 16.Jun.2016 | 06:18 Uhr

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