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Treibsel statt Gartenerde : Gute Kartoffelernte: Erdäpfel mögen Seegras

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Ostsee Info-Center nimmt am Kartoffelwettbewerb der Uni Kiel teil. Die Idee, Treibsel zu verwenden, stammt von Claus Müller, ehemaliger Leiter des OIC.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 06:40 Uhr

Eckernförde | Sie sind fest, es gibt mehr große als kleine Erdäpfel, ihre rote Schale weist keinerlei Schimmel auf – genau das war bei den Kartoffeln der Sorte Rosara, die Rüdiger Ziegler gestern Vormittag auf dem Dach des Ostsee Info-Centers (OIC) geerntet hat, nicht unbedingt zu erwarten. Denn sie sind nicht in guter Gartenerde herangewachsen, sondern in einem Substrat aus Treibsel. Nur das wenige Meter am Wassersaum liegende Seegras, das sonst als Abfall gehandelt wird, bildete den Nährboden für die Erdäpfel.

Angesichts der Menge, die Ziegler aus dem Beet holt, gerät er ins Schwärmen. Bis zu 27 einzelne Kartoffeln gräbt er unter einer einzelnen Pflanze aus. „Im vergangenen Jahr waren es gerade sechs bis acht“, erklärt er, „unsere Gewinnchancen sind gut.“ Der Kartoffelanbau mit Treibsel ist Teil des Kartoffelwettbewerbs, den das Projekt „Posima“ (Pilotregion Ostseeküste: Initiierung einer Wertschöpfungskette Treibsel als Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel) des Geografischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität Kiel ausgerufen hat. „Ziel der Aktion ist es, Treibsel nicht länger als lästige Strandverunreinigung, sondern als wertvollen ökologischen Rohstoff anzusehen“, erklärt Sandra Enderwitz von der Uni Kiel. Die Aktion basiert auf einem Experiment des OIC im vergangenen Jahr. Die Idee, Kartoffeln ausschließlich im Treibselbeet anzupflanzen, stammt vom damaligen Leiter Claus Müller. Gemeinsam mit Ziegler setzte er die Idee in die Tat um. „Wir haben aus den Fehlern 2016 gelernt“, sagt Ziegler„ wir haben stets den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats geprüft, denn im vergangen Jahr war es zu trocken.“ 27 Kommunen an der Ostsee beteiligen sich am Wettbewerb. Jede musste bis zum 20. April in einer wie auch immer gearteten Kiste mit den Maßen 100  x  100  x  80 Kartoffeln angepflanzt haben. Der späteste Erntetermin ist der 22. September. „Wir ernten unsere Kartoffeln schon heute, da wir wegen des Regens ein Schimmeln befürchten“, erklärt Ziegler. Nach dem Wiegen werden sie im Keller eingelagert. Der Gewinner wird am 28. September in Schönberg auf einem Kartoffelfest der Uni und der beteiligten Kommunen bekannt gegeben.

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