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Wintertreffen : Gut gerüstet für die nächste Expedition

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erstes Wintertreffen in der Globetrotter Lodge. Knapp 50 Teilnehmer testen Ausrüstung für ihre nächsten Outdoor-Projekte auf dem Aschberg

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 06:01 Uhr

Der Name gab dem Veranstalter recht, denn pünktlich zum ersten „Globetrotter Wintertreffen“ am Aschberg ging die Temperatur nach unten und sorgte für weißes Ambiente bei den 48 Teilnehmern, die aus ganz Deutschland angereist waren. Vorträge und Workshops standen an drei Tagen auf dem Programm, wintergerechte Outdoor-Ausrüstung konnte dabei praxisnah getestet werden.

„Es war schon lustig, im Dunkeln bei Schneetreiben und letzten Sturmausläufern nur mit einer Kopflampe ausgerüstet, ein unbekanntes Zelt zusammen mit einem unbekannten Mitbewohner aufzubauen“, berichtete Arne Carstens (35) aus Bremen. Wenig von Campingromantik bieten die kleinen, leicht eingeschneiten Zelte, diese brauchen die Teilnehmer aber auch nicht. „Es sind Freaks, die bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit unterwegs sind“, weiß Organisator Günther Hoffmann von der Globetrotter Akademie. Die Idee zur Veranstaltung hatte er im vergangenen Sommer. Dass am 2. Adventswochenende die passenden Winterbedingungen herrschen, war vorsichtiges Kalkül. Unter Einsatzbedingungen konnten die Teilnehmer Zelte und Schlafsäcke testen, sollte trotzdem jemand dabei gefroren haben, standen zwei kleine Zeltsaunen bereit. „Bislang gibt es keine vergleichbare Veranstaltung hier im Norden“, sagte Hoffmann. Auch wenn er mit mehr Teilnehmern gerechnet hatte, war er mit dem Publikum und den Ausstellern zufrieden.

Unterschiedliche Workshops zum Thema Outdoor im Winter ließen keine Langeweile aufkommen, es gab Berichte und Vorträge unter anderem eines Expeditionsteilnehmers von Arved Fuchs, aber auch Naturschutzprojekte mit Schlittenhunden oder Erfahrungsberichte über Russland oder die „Straße bis ans Ende der Welt“ in Alaska wurden thematisiert.

Es war schon fast eine Vorbereitung für ihr kommendes Abenteuer, als Fabian Schmidt (40) und Christian Mayr (29), beide aus Süddeutschland angereist, mit Brenngel und kleiner Flamme ihr Mittagessen vorm Zelt im Schnee zubereiteten. „Im Februar wollen wir zum Pol der Kälte nach Oimjakon in Sibirien“, berichtete Schmidt, weil es bei rund Minus 70 Grad auch keinen Schlamm oder Mücken gibt, sei dies der beste Zeitpunkt. Inspiriert vom Roman „Soweit die Füße tragen“, hatten sich beide ein Jahr lang auf alles Erdenkliche vorbereitet und unter anderem, um Begehrlichkeiten zu vermeiden, von Kleidung und Ausrüstung alle Labels abgetrennt.

Etwas weiter machten Schlittenhunde mit lautem Gebell auf ihren Bewegungsdrang aufmerksam. Wie man mit Hund zunächst alleine geht (Husky Trekking) und später im Gespann fährt, erfuhren die Teilnehmer beim Workshop von Britta Dunker aus Haby und konnten es unter Anleitung auch selbst ausprobieren. Sich mit wenig zufrieden zugeben, dabei ein Hauch von Abenteuer zu erleben, zeichnete die Teilnehmer aus. So berichtete bei einem Glas Glühbier über kleinem Feuer erwärmt, Hauke Schmidt davon, wie er zwischen Weihnachten und Neujahr mit einem russischen Faltboot die Elbe von Dresden abwärts paddeln und dabei jeweils am Ufer im Zelt übernachten wird. „Das klappt natürlich nur, wenn es keinen Eisgang gibt“, so der 44-Jährige.

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