zur Navigation springen

Seniorenheim schließt zum Monatsende : Güby: Aus für das Haus Ahrensberg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Aus für das Haus Ahrensberg in Güby

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 06:53 Uhr

Das Pflegeheim Haus Ahrensberg schließt zum Jahresende. Wie der Insolvenzverwalter Jan Wilhelm aus Hamburg der Eckernförder Zeitung mitteilte, sei es nicht gelungen, einen Nachfolger für Geschäftsführer Harald Kothe-Zimmermann zu finden. Auch der Verkauf der Einrichtung habe sich kurzfristig zerschlagen. „Der weitere Betrieb des Heimes ist nicht wirtschaftlich“, sagte Wilhelm. Zuletzt seien nur die Hälfte der 50 Plätze belegt gewesen. Angesichts des Investitionsstaus in dem Gebäude – einige Zimmer sind ohne Bad – gestaltete sich ein Verkauf sehr schwierig.

Derzeit sei man im Haus Ahrensberg damit beschäftigt, gemeinsam mit den Angehörigen neue Heimplätze für die Bewohner zu finden. Fast täglich würden Bewohner ausziehen. Zwar soll die Schließung am 30. September erfolgen. Es gebe aber Einzelfälle, bei denen ein Auszug erst ein, zwei Tage später möglich ist.

Nach Auskunft des Kreises wurden für zwölf der zuletzt 27 Bewohner bereits einvernehmlich eine neue Einrichtung gefunden.

Rund 25 Mitarbeiter sind im Haus Ahrensberg beschäftigt. Sie haben – je nach Arbeitsvertrag – Kündigungsfristen von vier bis acht Wochen. Die Unruhe gerade in den letzten Wochen hätte nach EZ-Informationen zu einem hohen Krankenstand bei den Mitarbeitern geführt. Ausfälle durch externe Kräfte aufzufangen, sei teuer. Mehrere Tausend Euro hätten zuletzt vor allem für externe Nachtwachen ausgegeben werden müssen.

Letztlich sei die Schließung des Heimes aber zu diesem Zeitpunkt überraschend gewesen. Auch nach dem Insolvenzantrag im Juli 2013 sei man guter Dinge gewesen, dass es irgendwie weitergeht.

Sehr erbost über die Schließung ist Barbara Nissen, die erst vor zwei Wochen ihre 85 Jahre alte Mutter im Haus Ahrensberg untergebracht hat. Eine gute Woche später seien die Angehörigen und Mitarbeiter dann von der geplanten Schließung informiert worden. „Dabei hatte meine Mutter schon nach nach wenigen Tagen neuen Lebensmut gefunden, das Haus hat Flair, das Team leistet gute Arbeit“, sagte die Eckernförderin unserer Zeitung. Sie glaube, dass die Bemühungen um einen Investor nicht intensiv genug betrieben wurden. Sie wisse von zwei Kaufinteressenten, die eine Fortführung des Betriebes anstrebten, doch ihnen sei von der Insolvenzverwaltung keine Chance gegeben worden. Barbara Nissen wolle weiter kämpfen und gibt die Hoffnung auf einen Erhalt nicht auf. Sie hat die Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD) und Johann Wadephul (CDU) informiert, ebenso wie solvente Geschäftsleute der Region.

Bürgermeister Manfred Pohl bedauert das Aus der Einrichtung, schließlich war es der zweitgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Bewohner täten ihm leid. Dabei hätte sich gerade in der letzten Zeit eine sehr enge Bindung zwischen Bürgern und dem Pflegeheim entwickelt.


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen