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GTV-Jubiläum : GTV – gesellschaftliche Funktion eines Sportvereins

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Gettorfer Turnvereins / Ein Verein zwischen Tradition und Moderne

Ein Verein zwischen Tradition und der Idee einer modernen Dienstleistungsfirma: Die Frage, wie der sich ankündigenden Auflösung des Gesellschafts-Vertrags zu begegnen ist, auf den Sportvereine so lange bauen konnten, bestimmte auch den Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Gettorfer TV. Gäste aus Sport, Politik, Verwaltung und Gesellschaft saßen am Sonnabend in der kleinen Halle an der Parkschule. Über ein Drittel der 160 aufgestellten Stühle blieb jedoch leer.

1889 gegründet, hat der GTV, wenn auch mit großen Brüchen, zwei Weltkriege überstanden. Seine heute fast 2200 Mitglieder, davon fast die Hälfte Kinder und Jugendliche, können aus über 50 Sportformen wählen. Den würdevollen Rahmen für die Veranstaltung schuf der 1930 gegründete, glänzend aufgelegte Spielmannszug des Gettorfer TV. Angefangen vom Kyffhäuser Turnermarsch über lateinamerikanische Klänge bis zu heutigen Party-Hits zeichnete er den Weg von der traditionellen Marschmusik bis zur modernen Musik nach. „Symptomatisch auch für die Veränderungen in unserem Verein“, fand der GTV-Vorsitzende Gunnar Buchheim den Einstieg in seine Ansprache. Er bemühte den Spruch „Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“, um seine Vision von einem modernen, zukunftsorientierten Sportverein zu vermitteln. „Wir sind dabei unser neues Leitbild festzulegen, geprägt von Flexibilität, Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit.“

Sportfunktionäre und Politik sahen die Zukunft der Sportvereine insbesondere in ihrer gesellschaftlichen Funktion. Eckard Jacobs, Sportreferent im schleswig-holsteinischen Innenministerium, hob den Wert des ehrenamtlichen Engagements und den Bildungsauftrag der Sportvereine hervor. Hier ließen sich Tugenden wie Verantwortungsbewusstsein, Team- und Kritikfähigkeit, Fairness, Durchhaltevermögen, Disziplin sowie auch das Verlierenkönnen lernen.

Heinz Jacobsen, Vizepräsident des Landessportverbands, wollte Bewährtes erhalten und den Erfordernissen der Zukunft anpassen. „Sportvereine leben von der Verbundenheit und der Tradition“, sagte er. Den Herausforderungen könnte mit Kurzmitgliedschaften und Kooperationen mit Kitas und Schulen begegnet werden. Kreispräsident Lutz Clefsen forderte, das Positive am Vereinssport mehr nach außen zu tragen. „Wir sollten stolz sein auf unsere Sportvereine, die Ehrenamtler, die so vieles leisten“, sagte er. „Es geht auch um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“ Der Vorsitzende des Kreissportverbands Rendsburg-Eckernförde, Thomas Liebsch-Dörschner, selbst GTV-Mitglied, Amtsdirektor Matthias Meins und Gettorfs Bürgermeister Jürgen Baasch bescheinigten dem GTV eine große gesellschaftliche Rolle für Gettorf und die Region.

Auch deswegen habe der Sport einen hohen Stellenwert in der Gemeinde, betonte der Bürgermeister. Vier Millionen Euro investiere die Gemeinde in das neue Sportzentrum, Schule und Vereine profitierten davon. Er dankte insbesondere den Ehrenmitgliedern für die Foto-Ausstellung im Ortskern und der Vereinsspitze dafür, dass sie in der Frage um die Einrichtung eines kommerziellen Fitnesscenters der Meinung der Mitglieder gefolgt ist. Er sei überzeugt, dass sich der GTV auch für die Zukunft gut aufstellen wird.




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