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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 03:02 Uhr

Energiewende : Grüner Strom aus 2750 Anlagen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Schleswig-Holstein Netz AG informierte im „Schützenhof“ Kreis und Kommunen über den Netzausbau. Rund 2750 Anlagen im Kreis erzeugen “grünen Strom“

von
erstellt am 25.Okt.2013 | 06:23 Uhr

Solaranlagen, Windkraft, Wasserkraft Biomasse – die Möglichkeiten für die Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen sind vielfältig. Mit der Energiewende steigen auch die Herausforderungen für Politik, Wirtschaft und Technik, den Strom über immer längere Strecken zu transportieren. Daher ist der Aufbau einer Leitungsinfrastruktur für diese neuen Lieferwege der Energiewende eine Herkulesaufgabe.

In Schleswig-Holstein betreibt die Schleswig-Holstein Netz AG in rund 1000 Gemeinden über 50 000 Kilometer Mittel- und Niederspannungsnetze. Über den Ausbau des Netzes im Kreis Rendsburg-Eckernförde vor Ort informierte das Unternehmen am Mittwoch im „Schützenhof“ rund 100 Vertreter der Kommunen. „Mit unserer Infrastruktur sind wir das ganze Jahr über in den Kommunen vor Ort und damit quasi Nachbar“, sagte Matthias Boxberger, Vorstandsmitglied des Netzbetreibers. „Von unseren Netzen hängt die Versorgungssicherheit und -qualität in den Dörfern ab.“

Das Interesse der Kommunen und des Kreises m Ausbau der Leitungsnetze ist daher natürlich groß, sagte Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist mit 26 Prozent Anteilseigner an der Eon-Hanse, der Muttergesellschaft der Netz AG.

Im September 2013 speisten im Kreisgebiet über 2750 regenerative Anlagen Strom in das Netz des Schleswig-Holstein Netz AG. Dazu zählt sowohl das kleine Photovoltaikpanel, die Biogasanlage als auch die große Windmühle. Mit über 2500 Anlagen lag der Schwerpunkt dabei im Bereich Photovoltaik. Die angeschlossene Leistung aller Anlagen beträgt rund 200 Megawatt. Jeweils 80 Megawatt erzeugten Photovoltaik und Windkraft, 40 Megawatt die Biomasse. Bis zum Jahr 2020 sollen es insbesondere durch die Ausweisung der Windeignungsflächen im Kreis über 780 Megawatt Leistung werden. Landesweit habe sich die Anzahl der Anlagen innerhalb von drei Jahren von 12 200 auf 30 500 mehr als verdoppelt. Die regenerative Energie sei auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, betonte Boxberger. So würden im Zuge der Einspeisevergütung rund 90 Millionen Euro kreisweit pro Jahr ausgezahlt werden.

Allein im Kreis Rendsburg-Eckernförde investiert die SH Netz AG in diesem Jahr etwa 17 Millionen Euro in den Ausbau und die Instandhaltung der Strom- und Gasnetze (s. Infokasten unten). Die gesamten Verkabelungsprojekte würden nach Aussage von Regionalleiter Martin Ohm im Kreis Rendsburg-Eckernförde einen Abbau von etwa 56 Kilometer Freileitungen ermöglichen.

Hohe Erwartungen hätten die Energiewende begleitet, sagte Boxberger. Nach der positiven Aufbruchstimmung sei aber mittlerweile auch eine gewisse „Katerstimmung“ in der Öffentlichkeit zu spüren. Denn weiterhin wird Strom produziert, aber nicht eingespeist, etwa weil Netzkapazitäten erreicht sind.

Ein Anstieg der so genannten EEG-Umlage treibt auch den Strompreis in die Höhe. Die Kosten, die durch die Förderung der erneuerbaren Energien entstehen, werden in Form der EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz)-Umlage von den Verbrauchern über den Strompreis getragen. Dass die EEG-Umlage in den letzten Jahren angestiegen ist, liegt vor allem an dem Anlagenzuwachs. Denn je mehr solcher EEG-Anlagen ans Netz gehen, desto höher fällt der zu zahlende EEG-Umlagenbetrag aus. Große, stromintensive Unternehmen sind von der Umlage befreit, damit sie gegenüber der ausländischen Konkurrenz nicht ins Hintertreffen geraten.

Für ein anderes Fördersystem macht sie die SH Netz Agentur stark – für die Förderung von Speichermöglichkeiten. Der in Spitzenzeiten erzeugte, aber nicht verbrauchte Strom geht bislang verloren. Stattdessen sollte er eingelagert und flexibel eingesetzt werden können, um Bedarfsspitzen abzudecken und die Schwankungen von Sonnen- und Windstrom aufzufangen. An dieser flexiblen Stromversorgung experimentiert die SH-Netz Agentur gemeinsam mit Wissenschaftlern auf der Insel Pellworm an einem „intelligenten Stromnetz“. Ziel sei es, so Boxberger, den Strom aus Wind und Sonne über insgesamt neun Batterien gezielt vor Ort zu nutzen, zu speichern oder bedarfsgerecht einzuspeisen, um das Stromnetz zu entlasten. Was hier im Kleinen erprobt werde, solle dann Stück für Stück für größere Regionen weiterentwickelt werden. Im Sommer nächsten Jahre sollen auswertbare Ergebnisse vorliegen.



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