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Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 11:27 Uhr

Grüne Kunst in allen kreativen Variationen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Glas, Holz, Keramik, Metall, Papier oder Textil – Landesschau für Angewandte Kunst im Museum Eckernförde

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 06:23 Uhr

Eckernförde | Nur die Politik ist raus, ansonsten treibt die Farbe Grün das Museum in den nächsten Wochen um – von der Dauerausstellung im Großen Saal bis hinter in die Sonderausstellung. Unter dem Titel „Natürlich grün!“ zeigt das Museum die Arbeiten von 32 Künstlern, die alle etwas mit der Farbe Grün und einem praktischen Nutzwert zu tun haben. Sei es als Kleid für besondere Anlässe, Schmuck für besondere Gelegenheiten, Gebrauchskunst für besondere Gäste oder als außergewöhnliches Kunstobjekt für besondere Momente oder die täglichen Erbauung.

Selten gab es im Museum eine so vielfältige Ausstellung wie diese. Und eine so spezielle noch dazu. Denn es handelt sich um angewandte Kunst aus Schleswig-Holstein, sozusagen Kunst zum Ansehen, Befühlen und Benutzen. Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske und die Vorsitzende des Berufsverbands Angewandte Kunst Schleswig-Holstein, Cornelia Patz-Nahm aus Heikendorf gaben gestern einen ersten Einblick in die außergewöhnliche Schau, die am Sonntag, 16. Juli, um 11.30 Uhr in Anwesenheit vieler der 32 ausstellenden Künstler eröffnet wird. Bei „grün“ merkt man auf in Eckernförde. Und natürlich hat „Natürlich grün!“ auch etwas mit dem Internationalen Naturfilmfestival Green Screen zu tun, das Mitte September zum elften Mal im Ostseebad stattfindet. Grün steht für Natur, Nachhaltigkeit, Leben, Wachstum, womit eine ausreichend große Schnittmenge mit dem Naturfilmfestival hergestellt ist. Und wenn es sich schon fügt, dann richtig: Das Farbforschungsinstitut Pantone hat „Greenery“ zur Farbe des Jahres 2017 gekürt – wenn das kein gutes Omen ist ....

Nachdem klar war, dass sich das Museum Eckernförde intensiver um die Angewandte Kunst kümmern wollte, haben Dorothee Bieske und Cornelia Patz-Nahm die Fäden zusammengeknüpft. Der Berufsverband Angewandte Kunst hat eine Ausschreibung veröffentlicht, 39 Künstler haben sich beworben, eine fünfköpfige Jury hat 32 Arbeiten für die Eckernförder Ausstellung ausgewählt, die nun fix und fertig auf viele Besucher wartet. Und der Besuch lohnt sich, und vermutlich nicht nur einer, denn Vielfalt und Reiz der Arbeiten ist enorm. Das fängt bei den Ideen an und geht über die Materialauswahl bis hin zur kreativen, oftmals verblüffenden Umsetzung. Angela Viain aus Leipzig hat aus Seide ein „Kleid für Helene“ hergestellt. Gemeint ist ausnahmsweise nicht Schlagerkönigin Helene Fischer (der das Kleid sicher sehr gut stehen würde), sondern die „Fromme Helene“ nach Wilhelm Busch, deren kleines Konterfei in einem schnöden Putzschwamm eingearbeitet ist und erst auf den zweiten Blick auffällt. An jeder der 32 Stationen lohnt sich das Verweilen, das Anschauen und das Deuten. Gundula Sommerer aus Flensburg hat eine von Rissen und Brüchen übersäte Keramikkugel „Die Welt ist eine Scheibe“ genannt, um auf den oftmals schonungslosen Umgang mit Mutter Erde aufmerksam zu machen. Für die Lübecker Schmuckdesignerin Maria Konschake lohnt sich die Reise nach Eckernförde in doppelter Hinsicht: die 27-jährige Sammlerin aller Arten von Pflanzen, Tieren und Fundstücken erhält für ihre herausragend innovativen Arbeiten den mit 2000 Euro dotierten „Landespreis für Angewandte Kunst S-H“. In Eckernförde zeigt sie galvanisiertes Blutlungenmoos, das sie mit Silber und Kupfer ummantelt hat. So sind fragile kleine Kunstwerke entstanden. Die originellen Kleinplastiken können als Broschen oder Ohrstecker getragen werden.

Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen, in dem alle Künstler aufgeführt sind. Die Ausstellung „Natürlich grün!“ ist bis zum 17. September zu sehen. In dieser Zeit werden fünf Führungen durch die Künstler angeboten. Die Exponate können käuflich erworben werden.

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