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Grüne bringen Strand-Security auf die politische Agenda

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 19:36 Uhr

Das vom einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Eckernförder Strand ausgesprochene Badeverbot nach 22 Uhr mit anschließendem Platzverweis für eine Gruppe junger Leute (siehe EZ v. 13. August) hat Bündnis 90/Die Grünen veranlasst, dieses Thema auf die politische Agenda zu setzen. Fraktionsvorsitzender Edgar Meyn hat nach den aktuellen Vorfällen dem Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, einen Fragekatalog zugeschickt, den dieser auch beantwortet hat. Der Ortsvorsitzende der Grünen, Joschka Knuth, hat sich ebenfalls in die Diskussion eingeschaltet und sich für eine Klarstellung der Sachlage durch die Touristik sowie eine Klärung der Befugnisse des Sicherheitsdienstes ausgesprochen. Da sich die Grünen seit Längerem mit diesem Thema befassen, haben sie für die nächste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen am Dienstag, 16. September, um 17.45 Uhr im Ratssaal schon vor einigen Wochen den Tagesordnungspunkt „Bericht über die Hochsaison 2014“ beantragt. Dabei gehe es um „eine definitive Klärung der Situation am Kurstrand“, so Knuth.

Die ETMG bemühe sich um eine ordnungsgemäße und möglichst konfliktfreie Kontrolle des Strandes, betonte Knuth. „Aus unseren Gesprächen mit der ETMG wissen wir, dass man sich dort der rechtlichen Grundlagen bewusst ist und diese auch so an den Sicherheitsdienst weitergegeben hat. Dies zeigt auch die Berichterstattung in der Eckernförder Zeitung. Dass es dennoch zu einer Vielzahl an Beschwerden über die Aktionen des Sicherheitsdienstes kommt und dass diese Handlungen im klaren Gegensatz zur Rechtsgrundlage stehen, stimmt verwunderlich und ist für einen Tourismusort wie Eckernförde nicht dienlich.“

Die Grünen regen an, eine Broschüre zu erstellen, die die in der Kursatzung festgehaltenen „Verhaltensregeln“ verständlich darstellt, vergleichbar mit den Broschüren zum Blindenleitstreifen. Diese hätten sich in den vergangenen Monaten bewährt. Der Sicherheitsdienst sollte diese in Zukunft bei sich tragen und in vermeintlichen Konfliktsituationen an Strandbesucher verteilen, ehe es zum inflationären Gebrauch von Platzverweisen kommt. „Der Strand ist ein Kur- und kein Gefahrengebiet, das sollte sich auch im Verhalten des Sicherheitsdienstes widerspiegeln“, betonte der Ortsvorsitzende der Grünen.

Touristikchef Stefan Borgmann hat auf die geschilderten Vorkommnisse und anhaltende Kritik auch anderer Strandbesucher reagiert. Gegenüber dem Fraktionschef der Grünen, Edgar Meyn, spricht Borgmann von einen „Fehlverhalten der Security“, man habe den Wachdienst „neu eingewiesen“. Es dürfe sich jeder am Strand so lange aufhalten wie gewünscht, baden inklusive, betonte er ausdrücklich. Das gelte so lange, wie sich die Strandbesucher an die allgemeinen Strandregeln halten, sprich auf ungehemmten Alkoholgenuss, laute Musik und starken Lärm ab 22 Uhr verzichten (siehe auch EZ v. 13. August). Grundsätzlich sei gegen das Mitbringen und Trinken von kleinen, normalen Mengen Alkohol nichts einzuwenden, beantwortet Borgmann den Fragenkatalog der Grünen. Wenn ein Pärchen ein bis zwei Flaschen Wein mit an den Strand nimmt oder eine Gruppe Jugendlicher ein paar Biere dabei hat, gebe es keine Probleme.„Ist der Ghetto-Blaster dabei, wird laut gegrölt und es sind fünf Kisten Bier sowie diverse Flaschen Schnaps, fangen die Probleme an, insbesondere ab 22 Uhr. Zwischen diesen Extremen muss der Security Dienst entsprechendes Fingerspitzengefühl haben. Nur im erkannten Problemfall, vor allem wenn Jugendliche offensichtlich hochprozentige Getränke, die sie eigentlich gar nicht besitzen dürfen, greift die Security ein und handelt im Sinne des Jugendschutzes. Da darf dann auch schon mal die Tasche kontrolliert werden. Dieses Vorgehen ist mit dem Ordnungsamt und der Polizei abgestimmt und wird auch bei den städtischen Veranstaltungen so durchgeführt“, erläutert der Touristikchef die Sachlage. Auf diese Weise werde auch versucht, alkoholbedingtem Vandalismus vorzubeugen. „Wir hatten es schon häufiger, dass in diesen Fällen Strandkörbe umgeworfen wurden, sich oben drauf gesetzt wurde, gezündelt und das Korbgeflecht besprayt oder zerschnitten wird. Das muss nicht sein und ist sehr teuer.“ Bisher, so Borgmann, habe es am Strand keine größeren Probleme gegeben, so dass auch kein Bußgeldkatalog nötig sei. Die Security habe sich bislang gut verständigen können, so dass die Polizei nur sehr selten hinzugezogen werden musste.




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