Standpunkt : Gründlichkeit schlägt Schnelligkeit

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19. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Die 70er-Jahre Gemäuer sind selten schön und energetisch immer eine Katastrophe. Aus heutiger Sicht. Auch die Stadthalle hat 41 Jahre auf dem Buckel, ist mehrfach saniert worden, zuletzt 2009 bis 2013 für 1,3 Millionen Euro. Jetzt müssen nach Berechnungen der Stadt nochmal rund sechs Millionen Euro investiert werden, allein 4,7 Millionen, um künftig weniger Heizkosten bezahlen zu müssen. Das Beispiel Schulzentrum – auch so ein Bau, wenngleich viel komplexer – zeigt: Es kann durchaus eine Kostenlawine drohen. Nach diesen Erfahrungen ist es vollkommen legitim, die Sache gründlich zu durchdenken und auch Alternativen zur Methode „Augen zu und durchsanieren“ zu entwickeln. Ein Stadthallenneubau allerdings, dass dürfte klar sein, wäre unbezahlbar. Und ein Sponsor wie A. P. Möller aus Dänemark, der auf der Schleswiger Freiheit eine grandiose Dänische Schule hingestellt hat, ist nicht in Sicht.

Da aber kein Zeitdruck erkennbar ist, wäre eine ausgiebige Sondierung, was möglich und bezahlbar ist, sehr wichtig. Vielleicht gibt es pfiffige Ideen, die energetisch was bringen, nicht die Welt kosten und dem Bau zusätzlichen Reiz verleihen. Regenerative Energien darf kein Tabu sein: Kollektoren auf dem Flachdach, Holzpellets oder ein effizientes BHKW im Keller – darauf darf dann gerne drei, vier Monate oder ein halbes Jahr herumgedacht werden.

Da die Sanierungsentscheidung aber jetzt in aller Eile mehrheitlich gefallen ist, muss diesen Job nun das Bauamt übernehmen. Im Rathaus wäre man gut beraten, die für 2015 bereit gestellten 100  000 Euro Planungskosten in gute Büro zu investieren, die erfahren und kreativ in der Sanierung und im Umbau derartiger Glas-Beton-Klötze sind. Schließlich hätte eine Machbarkeitsstudie mit ungewissem Ausgang und ohne Erfolgsgarantie auch lange gedauert und viel gekostet.

Jetzt sind intelligente Lösungen mit Bordmitteln gefragt.

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