Gelenkzentrum Eckernförde : „Grün“ – und das Kniegelenk sitzt

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Das Gelenkzentrum der Imland Klinik Eckernförde setzt bei komplizierten Kniegelenkoperationen auf die Exaktheit kleiner sensorischer Helfer. 120 Patienten erfolgreich operiert.

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13. Februar 2018, 06:13 Uhr

Eckernförde | Besondere Befunde erfordern besondere Lösungen. Und die gibt es im Gelenkzentrum der Imland Klinik Eckernförde in Form verfeinerter und elektronisch unterstützter Operationstechnik. Zwei sogenannte „Pods“ unterstützen die Eckernförder Spezialisten bei der punktgenauen Ausrichtung implantierter Kniegelenke in besonders schwierigen Fällen wie Knochendefekten nach Unfällen oder extremen X- oder O-Beinstellungen von 20 Grad und mehr. Chefarzt Dr. Steffen Oehme und seine Kollegen möchten ihren Patienten damit einen optimalen und schnellen Heilungsverlauf und eine möglichst beschwerdefreie Beweglichkeit ermöglichen. Für Dr. Oehme und seine Kollegen eine wichtige Unterstützung bei der Implantation künstlicher Kniegelenke in besonders komplizierten Fällen. Bis dato sind die Eckernförder Orthopäden des Gelenkzentrums nach eigenen Angaben die einzigen in Schleswig-Holstein und Hamburg, die mit diesem in den USA entwickelten „iAssist“-System arbeiten – und sehr gute Erfolge erzielen, wie Chefarzt Dr. Oehme unserer Zeitung versichert. In zweieinhalb Jahren seien damit in Eckernförde bereits 120 Patienten erfolgreich operiert worden.

Die kleinen, blauen und mit digitaler Technik gespickten beiden Elektronikwürfel werden stets im Doppelpack eingesetzt. Sie sind signaltechnisch während der OP über W-Lan miteinander verbunden und mit einem kleinen Computer vernetzt, so dass der operierende Orthopäde immer über die optimale Position des Ersatzgelenks informiert ist und entsprechend vorgehen kann. Spezielle Röntgenaufnahmen und das Ausmessen der Beinachse liefern die für die Operation erforderliche Datenbasis, mit deren Hilfe die exakten Winkelstellungen und der Neigungsgrad des neuen Kniegelenks in unterschiedlichen Bewegungsachsen festgelegt werden. Die Genauigkeit, so Oehme, werde durch den Einsatz des Assist-Systems von plus oder minus 3 Grad auf 1 Grad erhöht. „Das macht eine ganze Menge aus. Je genauer die Beinachse in die für den Patienten optimale Stellung gebracht wird, desto besser funktioniert das neue Knie und desto gleichmäßiger wird es belastet“, sagt Dr. Oehme. Ein Mehrwert für die Patienten, den sich die Imland Klinik einiges kosten lässt: Neben den fünfstelligen Anschaffungskosten und den erforderlichen Schulungen werden allein für die beiden Sensorik-Würfel rund 250 Euro pro Patient fällig, ohne dass sich das in den Fallpauschalen – pro Kniegelenk-OP zwischen 6000 und 6500 Euro – niederschlägt, so Oehme. Doch sein Ansatz ist medizinisch, und er verbindet damit die Hoffnung auf eine längere Nutzungsdauer des implantierten Kniegelenks. Und Dr. Oehme weiß: Zufriedene Patienten sind die beste Werbung für „sein“ Gelenkzentrum, in dem die zwölf Ärzte 2017 rund 1200 prothetische Operationen durchgeführt haben – bei jeder zweiten stand der Chef selbst am OP-Tisch.

Zurück zur Technik. Gefüttert mit den Messdaten werden die beiden „Pods“ in einer Edelstahlschablone anhand der individuellen Werte kalibriert und kurz vor der Operation an den Instrumenten wie dem Schnittblock für den Unter- und Oberschenkel sowie dem Referenzierungsblock, mit dem die korrekte Ausrichtung der Gelenkachsen nochmals überprüft wird, befestigt. Sobald der Operateur das Kniegelenk in allen Bewegungsachsen in die für die Implantation des neuen, künstlichen Gelenks optimale Position gebracht hat, wird ihm das von den beiden Assist-Tools mit grünen Leuchtdioden angezeigt – die Knochenarbeit mit Säge, Bohrer und Hammer kann beginnen.

Eine 50-minütige Kniegelenk-Operation verlängert sich durch den Einsatz der beiden Messsonden „um maximal fünf Minuten“, so der Chefarzt.

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