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Pferdemarkt : Großes Interesse am neuen Wohnprojekt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Pferdemarkt werden alte Arbeiterhäuser nach und nach saniert. Im Garten soll ein zweigeschossiger Neubau mit 8 bis 14 Wohnungen entstehen. Auch über ein Car-Sharing-System wird nachgedacht.

Eckernförde | Die grauen Häuser am Pferdemarkt aus dem Jahr 1920 waren über Jahrzehnte Teil einer Arbeitersiedlung. Die Häuser grau, die Wohnungen klein, und hinten viel Land für den Anbau von Obst, Gemüse und Kartoffeln, sogar Schweineställe hat es früher dort gegeben. Die Zeiten haben sich geändert. Die Häuser sind zwar immer noch grau, und einige langjährige Mieter wohnen dort noch in den bekannt beengten und einfachen Verhältnissen, aber sie sind nicht mehr allein und die Häuser gehören auch nicht mehr der Stadt, sondern der Wohnungseigentümergemeinschaft Pferdemarkt-Quartier: im Moment noch fünf Eigentümer und zwei stille Teilhaber, aber fast monatlich werden es mehr. Denn das Wohnprojekt Pferdemarkt ist ins Rollen gekommen. Ziel ist es, die sechs Reihenhäuser, die gerne auch „Scheiben“ genannt werden, nach und nach zu sanieren, energetisch auf den modernsten machbaren Stand zu bringen und die Eigentümergemeinschaft durch Verkäufe zu vergrößern. Hinter der grauen Häuserzeile soll im großen Garten in den nächsten zwei bis drei Jahren ein behindertengerechter, zweigeschossiger Neubau mit Staffelgeschoss, maximal 800 Quadratmetern Wohnfläche und 8 bis 14 Wohnungen entstehen, die ebenfalls an interessierte Projektteilnehmer verkauft werden sollen. Gemeinsam leben, gemeinsam gestalten ist das Motto des Wohnprojekts, in das soziale, ökologische und künstlerische Miteinander gefördert und gelebt werden soll.

Gestern hat die Projektgruppe um Dr. Birgitta Reimers und Richard Scheibel ihre Wohnungen und den großen Garten von 14 bis 18 Uhr für Bürger und Interessenten geöffnet. Die große Resonanz hat die Initiatoren überrascht, es seien „mehrere hundert interessierte Besucher dagewesen“, sagte Birgitta Reimers. Was angesichts der zentralen und zum Garten hin ruhigen Lage sowie des innovativen Projektansatzes aber durchaus nachvollziehbar ist. Neben vielen Besuchern aus Eckernförde und Umgebung waren auch viele Interessierte von außerhalb, aus Hamburg, Berlin, Bremen oder Niedersachsen an den Pferdemarkt gekommen. Solche Projekte sind offenbar sehr gefragt, und die Zahl der Interessenten übersteigt die Zahl der Wohnungen bereits jetzt um einiges. Insgesamt wird mit rund 20 Wohnungen sowie zwei gemeinschaftlich nutzbaren Wohnungen als Treffpunkt und Unterbringung von Gästen kalkuliert.

Die fünf Alt-Mieter allerdings haben weiterhin Wohnrecht. Sie können sich ins das Gemeinschaftsprojekt einbringen und teilhaben, oder dort wie bisher wohnen. Druck, so hieß es gestern Nachmittag ausdrücklich, werde nicht ausgeübt. Rund 70 Quadratmeter groß sind die „Scheiben“ im Erd- und Obergeschoss, das Dachgeschoss kann ausgebaut werden. Zwei Wohnungen sind bereits nach dem Auszug der Mieter saniert worden und konnten gestern besichtigt werden. Neue Holzböden wurden eingezogen, nicht-tragende Wände herausgenommen, größe Fenster eingebaut und die Fassade neu gedämmt. Ein Aufwand, der sich bei der vorhandenen, gesunden Bausubstanz lohnt, sagen die Initiatoren. Auch wenn viel saniert wird, neue Balkone, Terrassen und Wintergärten entstehen, soll der Charakter der Häuser und Gesamtanlage mit ihren kleinen Ziergärten an der Straße und den Fledermausgauben im Dachgeschoss so weit wie möglich erhalten bleiben. Geheizt wird mit Fernwärme, auf den 5000 Quadratmetern des Gesamtareal soll grünes, kulturelles und gemeinschaftliches Leben einziehen. Ziel ist es außerdem, den Pkw-Bestand und auch die Zahl der Stellplätze so gering wie möglich zu halten und ein Car-Sharing-System gegebenenfalls gemeinsam mit dem Wohnprojekt „Eckodomo“ im Bürgermeister-Jahn-Weg aufzuziehen.

 

 

>www.wohnprojekt-pferdemarkt.de



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erstellt am 21.Sep.2015 | 06:23 Uhr

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