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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 22:47 Uhr

Orgelpflege : Großer Orgelputz in St. Jürgen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Orgel in der Gettorfer St.-Jürgen-Kirche wird gereinigt und gegen Schimmelbefall konserviert / Noch sechs Wochen Einschränkungen

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2017 | 06:28 Uhr

Gettorf | Seit zwei Wochen nehmen die beiden europaweit tätigen Gettorfer Orgelbaumeister Kirsten und Ulrich Babel die 150 Jahre alte Orgel der St.-Jürgen-Kirche auseinander. Staub und Schimmel haben sich festgesetzt. In Kürze hätte sich das negativ auf den Klang des Instrumentes ausgewirkt.

Pfeife für Pfeife wird gereinigt, insgesamt 1350 Stück. Die kleinste Pfeife misst gerade einmal sechs Millimeter, die größte 2,40 Meter. Für jede Größe haben die Babels die passenden Bürsten dabei. Zunächst wird jede Pfeife mit einer Bürste gereinigt, danach die Kernspalte mit einem Pinsel und schließlich befördert Druckluft die Staubreste aus der Pfeife. Zum Schluss wird der Klang überarbeitet.

Die Pfeifen bestehen aus einer Zinn-Blei-Legierung. Ansonsten ist sehr viel Holztechnik in der Orgel verarbeitet. Die Holzteile werden zunächst mit einem Staubsauger gereinigt, feucht abgewischt und getrocknet. Zum Abschluss werden sie mit 70-prozentigem Isopropanol eingepinselt, um sie vor erneutem Schimmelpilzbefall zu schützen.

Die letzte Reinigung der Orgel hat 2008 stattgefunden. Ist die diesjährige Reinigung abgeschlossen, dürfte es zu keinem Schimmelpilzbefall mehr kommen – die St.-Jürgen-Kirche hat kürzlich ein neues Heizungs- und Belüftungssystem erhalten. Ist die Luftfeuchtigkeit innerhalb der Kirche höher als außerhalb, öffnen sich automatisch die Fenster. Deshalb ist es sinnvoll, die Reinigung gerade jetzt durchzuführen, wo Heizung und Lüftung auf den technisch neuesten Stand gebracht worden sind. Reinigungen aufgrund von Staub werden auch später wieder nötig, die sind aber nicht mehr ganz so aufwändig wie die jetzige Reinigung und zudem nicht mehr so oft notwendig, erklären die Fachleute.

Gestimmt werden muss die Orgel jedoch öfter. Einmal im Jahr erfolgt eine sogenannte Hauptstimmung. Und wenn zwischendurch ein Problem auftritt, sind die Babels schnell zur Stelle. „Es ist ein Glücksfall, dass wir in Gettorf eine Orgelbaufirma haben“, meint Hannelore Struve, die Vorsitzende des Kirchbauvereins.

Ende September soll die Reinigung abgeschlossen sein. Für die erste Oktoberhälfte ist ein Orgelkonzert geplant, mit dem sich Kirchengemeinde und Kirchbauverein bei den Sponsoren bedanken wollen. 2000 Euro steuert der Stifterrat der Förde Sparkasse bei. Für diese Zuwendung ist der Kirchbauverein, der die restlichen 6000 Euro aufbringt, sehr dankbar. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kulturgüter der Kirche zu erhalten. „Aus Kirchensteuereinnahmen können wir nur den laufenden Betrieb finanzieren“, erklärt Pastorin Christa Loose-Stolten.

Während der voraussichtlich noch sechs Wochen andauernden Reinigungsarbeiten durch die Profis bleibt die Orgel bespielbar. Die Arbeiten werden so geplant und durchgeführt, dass immer noch ein Teil der Orgel benutzt werden kann. Das bringt zwar Einschränkungen in den musikalischen Möglichkeiten mit sich, aber die normale Liedbegleitung bei Gottesdiensten bleibt möglich.


Übrigens: Der Kirchbauverein freut sich über neue Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro. Der neue Gemeindegruß enthält eine Beitrittserklärung. Kontakt: Hannelore Struve, Fliederweg 19, 24214 Gettorf, Telefon: 04346/60  26  85.


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