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Blutspende : Großer Bedarf bei sinkender Bereitschaft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Weltblutspendertag des DRK am Sonntag in der Pestalozzi-Schule / DRK appelliert an junge Spender

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2015 | 05:40 Uhr

Eckernförde | Zwischen fünf und sechs Liter Blut durchströmen durchschnittlich den Körper eines erwachsenen Menschen. Die rote Körperflüssigkeit transportiert alle wichtigen Stoffe an die Orte im Körper, wo sie gebraucht werden. Ohne Blut, kein Leben.

In Deutschland werden jährlich rund 18  000 Blutspenden benötigt. Um die Blutspendebereitschaft der Deutschen ist es allerdings schlecht bestellt. Laut DRK wäre zwar jeder Dritte in der Lage Blut zu spenden, dazu bereit erklären sich jedoch nur drei Prozent. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass jeder Mensch zu einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 80 Prozent einmal auf Fremdblut angewiesen sein wird.

Noch reicht das Spendenaufkommen, um den Bedarf zu decken. In Zukunft könnte es jedoch knapp werden, warnen Experten anlässlich des 12. Weltblutspendertages am kommenden Sonntag. Grund dafür sind die immer älter werdende Bevölkerung und neue Methoden der Medizin, bei denen Blut eine bedeutende Rolle spielt.

In Eckernförde sei die Bereitschaft Blut zu spenden zwar groß – an einem Spendentag rund 100 Spender–, doch unter den Freiwilligen seien vor allem Ältere, sagt DRK-Helferin Hella Schmidtmann. „Uns fehlt es vor allem an Erstspendern. In Eckernförde haben wir viele Spender, die bereits 50 oder 60 Mal gespendet haben.“ Deshalb versuchen die ehrenamtlichen DRK-Helfer anlässlich des 12. Weltblutspendertages vor allem junge Leute zur Spende zu bewegen.

Den Grund für die fehlende Spendenbereitschaft unter den Jüngeren sieht Schmidtmann vor allem in verborgenen Ängsten. Dafür gebe es jedoch keinen Grund. „Während der Spende werden die Freiwilligen die ganze Zeit von uns beobachtet und versorgt.“ Die Spende sei nicht nur ein Akt der Nächstenliebe, sondern habe auch Vorteile für die Spender, so Schmidtmann weiter. Das gespendete Blut wird auf die Blutgruppe, Antikörper und Infektionen getestet. Treten bei den Blutuntersuchungen Auffälligkeiten auf, wird der Spender benachrichtigt. Erstspender erhalten acht Wochen nach der Blutspende ihren Ausweis mit den Angaben zu ihrer Blutgruppe zugesandt.

Am Sonntag steht die Pestalozzi-Schule, Reeperbahn, von 13 bis 17 Uhr ganz im Zeichen des 12. Internationalen Weltblutspendertags. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Am 14. Juni 1868 wurde Karl Landsteiner, einer der bedeutendsten Mediziner der Welt, geboren Er entdeckte das ABO-System der Blutgruppen, das die menschlichen roten Blutkörperchen in die verschiedenen Antigen-Eigenschaften A, B und O einordnet. Auf Basis seiner Arbeit wurde 1907 die erste erfolgreiche Bluttransfusion durchgeführt.


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