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Kleiderspenden : Großer Ansturm auf die Kleiderkammer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

DRK-Kleiderkammer Damp verteilt fast doppelt so viele Kleidungsstücke wie 2014 an bedürftige Menschen / Viele Flüchtlinge

von
erstellt am 23.Dez.2016 | 06:20 Uhr

Damp | Fast verdoppelt hat sich im Jahr 2016 die Anzahl an Textilien, die die DRK-Mitglieder in der DRK-Kleiderkammer in Vogelsang-Grünholz an Besucher abgaben. Wurden bis zum Jahr 2014 gut 6000 Stücke ausgegeben, so zählten die Helfer jetzt gut 11  000 Stück, wie Elisabeth Denker vom DRK-Holzdorf berichtet. Seit in den Gemeinden Damp, Waabs, Holzdorf und in den nördlichen Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee zahlreiche Flüchtlinge untergebracht wurden, sei die Nachfrage und der Bedarf an Kleidung und Schuhen extrem angestiegen, wie Marie-Luise Gottschalk vom DRK Damp-Vogelsang ergänzt.

Eine Konsequenz der größeren Nachfrage war die Erweiterung der Ausgabezeiten der Kammer. Diese befindet sich in der Amtsaußenstelle unter dem Dach. Früher hätten sie alle 14 Tage die Ausgabe geöffnet, seit April 2015 öffnen die ehrenamtlichen Helfer wöchentlich. Um diese Mehrbelastung zu meistern, hatten sich die DRK-Ortsvereine Waabs, Damp, Holzdorf, Karby und Brodersby mehr vernetzt. Nach dem Ausscheiden des eigenständigen DRK-Ortsvereins Thumby aus der gemeinsamen Kleiderkammer – der Verein war im Holzdorfer Ortsverein aufgegangen – war eine Neuorganisation nötig geworden. Jeder der fünf heute beteiligten Ortsvereine hat drei Helfer benannt, darüber hinaus können noch einige weitere Helfer bei Bedarf gewonnen werden, berichtet Denker. „Es läuft jetzt sehr gut, und auch wir haben uns besser kennen gelernt“, ergänzt Gottschalk. Die Arbeit macht wieder viel Spaß, sagt sie. Und wenn einer mal keine Zeit hat, kein Problem, ein Anruf und es kommt jemand und hilft, ergänzt Ingelore Jepsen aus Holzdorf.

Diese Hilfe wird auch dringend benötigt. Denn nicht nur die Abgabe von Kleiderspenden ist stark gestiegen, auch die Spendenbereitschaft der Bürger ist spürbar gestiegen, wie Gottschalk berichtet. Mehr Bürger würden die Kammer bedenken und ihre ausrangierte Kleidung sammeln. Jedesmal, wenn die Helferinnen zu der Ausgabestelle kommen, dann erwarten sie zwischen fünf und 20 Kleidersäcke. Auch von zuhause bringen die Helfer Kleiderspenden mit, die ihnen Bekannte vorbei brachten. Mit vereinten Kräften werden die Sachen gesichtet und sortiert. Die Qualität ist auch besser geworden, die Aufrufe in der Eckernförder Zeitung, nur saubere und tragbare Kleidung abzugeben, haben geholfen, stellen die Helferinnen fest.

Viel besser geworden sei auch die Kommunikation mit den Flüchtlingen. Inzwischen würden sie sich kennen, da zuletzt auch kaum neue hinzukamen, wie Denker berichtet. Je besser man einander kennt, um so mehr Verständnis bringe man auf und fasse Vertrauen, so Denkers Erfahrung. Sehr viele der Asylsuchenden kennt Denker über ihre Mitarbeit im Helferkreis für Flüchtlinge. Auch das mache die Ausgabe in der Kammer leichter.

Sehr wichtig ist den DRK-Helfern, dass die Flüchtlinge verstehen, wie das System der Kammer funktioniert. So bringen die Asylsuchenden die Sachen inzwischen wieder zurück, die ihnen nicht passen. Anfangs hätten sie die Sachen in Kleidercontainer geworfen, was die Helfer der Kleiderkammer aber nicht gut fanden. Inzwischen sagen die Helfer auch schon mal Stopp, wenn jemand einfach zu viele Sachen mitnehmen möchte, ergänzt Denker. Schließlich soll ja jeder, der zur Ausgabe kommt, etwas finden. Anfragen, ob sie auch Kleinmöbel und Einrichtungsgegenstände annehmen und ausgeben könnten, wiesen die DRK-Ortsvereine allerdings vehement zurück. Das könnten sie weder leisten, noch hätten sie den nötigen Lagerplatz, sagt Gottschalk. Helfen kann da eher der Helferkreis, der über Elisabeth Denker gezielt Sachen vermitteln kann.

Dank der umfangreichen Spenden ist der Vorrat der Kammer immer gut gefüllt. Wenn allerdings Kleidungsstücke nach Monaten immer noch nicht einen neuen Träger gefunden haben, dann wird es ausrangiert. Zweimal im Jahr wird durchgeschaut und aussortiert, berichtet Gottschalk.

Über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel bleibt die Ausgabestelle jetzt noch bis zum 5. Januar geschlossen. Dann öffnet sie wieder donnerstags von 14 bis 16 Uhr.

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