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Meerwasserwellenbad wird saniert : Großeinsatz im leeren Becken und im Technikkeller

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das 1972 erbaute Meerwasserwellenbad ist seit gestern für die Grundreinigung und Sanierung bis 2. Juni geschlossen. Alle 23 Angestellten packen mit an. Daneben wurden Aufträge an zahlreiche Firmen vergeben.

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erstellt am 13.Mai.2014 | 06:22 Uhr

Volles Programm bis zuletzt: Am Sonnabend war noch einmal lange Saunanacht unter dem Motto „Wikinger“, am Sonntag Muttertagsbrunch und jede Menge Badegäste, die vor dem Schmuddelwetter ins Meerwasserwellenbad flüchteten. 20 Minuten, nachdem der letzte Gast das Bad am Sonntagabend verlassen hatte, haben Leiterin Kirsten Frotscher und ihr Team den Schalter umgelegt: Säcke mit Filterkies schleppen, Rohrleitungen abschrauben und Fugen schrubben statt Gästebetreuung steht in den nächsten drei Wochen auf dem Terminplan der 23-köpfigen Wellenbad-Crew. Die Handwerker haben das Regiment übernommen und werden dabei von den Mitarbeitern kräftig unterstützt, die durch ihren Arbeitseinsatz helfen, die Sanierungskosten zu reduzieren.

Zu tun gibt es jede Menge – im Bad selbst und in der Technikwelt mit kilometerlangen Rohrleitungen und technischen Installationen und Apparaturen im Keller darunter. Am 2. Juni soll das Meerwasserwellenbad nach der Sanierung und Grundreinigung wieder geöffnet werden und den Besuchern ein lupenreines Badevergnügen bieten. Je nach Aufwand werden die Stadtwerke als Badbetreiber dann bis zu 350 000 Euro in die Grundüberholung investiert haben. Ein Posten, der jährlich auf die Stadtwerke zukommt, weil die salzhaltige Luft den Anlagen erheblich zusetzt und die Korrosion fördert. In diesem Jahr wird neben dem Wellenbad auch die neue Sauna „hot spot“ überholt, wenn auch mit erheblich weniger Aufwand. Aber auch dort müssen Sitzbänke gereinigt werden und kleine Reparaturen ausgeführt werden.

Nebenan im Badbereich gibt es mehrere Baustellen. Eine ist das 1995 erbaute Kinderbecken, dessen Estrichbeton voraussichtlich erneuert werden muss. Diese Arbeiten werden vermutlich rund sechs Wochen dauern. Auch der Rutschenauslauf wird saniert, es werden Kacheln und Fliesen erneuert, marode Rohrleitungen ausgewechselt und insgesamt 30 Tonnen Kiesgemisch in den vier großen Filtern ausgewechselt. Nicht mehr in Betrieb ist die alte Ozonanlage mit dem Ozonreaktor, stattdessen wird das Wasser mit Chlor versetzt, obwohl es in den vergangenen drei Monaten auch ohne von sehr guter Qualität war, wie Leiterin Kirsten Frotscher sagte. Die ungewohnte Arbeit fordert die Mitarbeiter, schweißt das Team vom Azubi bis zur Leiterin aber auch stärker zusammen.

„Wir haben jedes Jahr andere Baustellen“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens. Das Meerwasserwellenbad sei eben eine „alte Dame“ und das salzhaltige Meerwasser fordere seinen Tribut. Das Bad wurde 1972 gebaut und wird jährlich von rund 160 000 Gästen zuzüglich der Schulen und Vereine genutzt. Die Sauna verzeichnete 20 000 Besucher. Mit den Besucherzahlen ist Leiterin Frotscher zufrieden, „die Auslastung ist sehr gut“. Der Zuschussbedarf beläuft sich trotz guter Besucherzahlen pro Jahr auf rund eine Million Euro. „Die Instandhaltungskosten sind extrem hoch“, so Steffens.

Im Meerwasserwellenbad wird aktuell noch ein Auszubildender „Fachangestellter für Bäderbetriebe“ gesucht. Die Zahl der Bewerber sei sehr überschaubar, nicht alle Bewerber verfügten jedoch über die notwendigen Voraussetzungen. Bei Interesse sollten sich Bewerber entweder ans Meerwasserwellenbad oder direkt an die Stadtwerke wenden.

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