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Sammelaktion : Großeinsatz gegen Polistyrol in Borby

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

6. Klasse der Waldorfschule geht mit gutem Beispiel voran. Hafenspitze-Geschäftsführer bittet Bürger und Schulklassen um Hilfe.

von
erstellt am 31.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Orkantief „Christian“ hat am Montagnachmittag unzählige gelagerte Dämmplatten von der Großbaustelle Hafenspitze über den Hafen ans Borbyer Ufer geweht (wir berichteten). Das fünf und 15 Zentimeter dicke Isoliermaterial ist am Tag danach von den Mitarbeitern der Dachdeckerfirma wieder eingesammelt und wird in zwei großen Container zur Entsorgung bereitgehalten. Da die großen Platten durch die Gewalt der Orkanböen jedoch nicht unversehrt gebleiben sind, sind Spülsaum und Strand bedeckt mit unzähligen Styroporecken und -kügelchen, die durch Wellenschalg und Witterung immer weiter zerkleinert und dann von Wasservögeln und Fischen vertilgt werden. Das Problem sei nicht der Stoff Polistyrol als solcher, vielmehr der aufgebrachte und „hochtoxische“ Flammschutz Hexabromcyclododecan, der sich im Wasser auflöst, sagt der Leiter des Ostsee-Info-Centers (OIC), Claus Müller. „Das ist dann in der Nahrungskette drin und kann irgendwann wieder auf dem Teller landen“, weist er auf mögliche Spätfolgen hin.

Er sei am Dienstagabend von Dr. Heinrich Mehl von der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ auf die Polistyrolreste am Borbyer Ufer hingewiesen worden, sagte Müller weiter, und habe darauf umgehend die 6. Klasse der Eckernförder Waldorfschule zu einem spontanen Sondereinsatz am Mittwochmorgen gewinnen können. Die Klasse unter ihrer Lehrerin Susanne Kalbe-Hennig hatte in den vergangenen Wochen durch ein ökologisches Praktikum von sich reden gemacht (wir berichteten). Die Lehrerin und die Schüler haben sich spontan bereiterklärt, in den ersten zwei Schulstunden die Polystyrol-Reste einzusammeln. Mitglieder der Bürgerinitiative haben die Schüler mit Privat-Pkws von der Schule abgeholt und an den Vogelsang gefahren. Mit Plastiksäcken bewaffnet verteilten sich 36 Mädchen und Jungen am Borbyer Strand und sammelten – bei strömendem Regen – kleine und kleinste Partikel des giftigen Dämmstoffes ein. Während die Klasse nach fast zwei Stunden „tropfnass“ wieder zur Schule transportiert wurde, fuhren die Mitglieder der Bürgerinitiative den Müll zur Baustelle Hafenspitze.

Noch immer lagern im Sand und in den Seetang-Ablagerungen viele kleine Teilchen. Kai Schurkemeyer, Geschäftsführer der Penta Nord Immobilien GmbH & Co Hafenspitze KG, ist der. 6. Klasse der Waldorfschule sehr dankbar und möchte der Klasse gerne auch eine Anerkennung für die Klassenkasse zukommen. „Das könnten wir mit eigenen Leuten gar nicht leisten“, sagt Schurkemeyer. Er würde sich wünschen, wenn sich auch andere Schulklassen kurzfristig zu einer Sammelaktion entschließen könnten, um die Gefahr für Vögeln und Fische zu minimieren. Als Koordinator steht Claus Müller vom OIC unter Telefon 04351/726266 bereit. Er bietet auch an, die Schüler näher über die Thematik zu informieren.

Darüber hinaus bittet Kai Schurkemeyer auch engagierte Bürger, sich an der Sammelaktion zu beteiligen. Das zum Beispiel in Plastiksäcken eingesammelten Polistyrol kann auf der Baustelle Hafenspitze abgegeben werden. „Wir holen es auch bei den Bürgern ab – einfach unser Büro unter 04351/889500 anrufen“, sagt er. All jene, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, die unvorhergesehenen Orkanschäden in Grenzen zu halten, möchte Schurkemeyer in der nächsten Woche zu einem Glühwein-Abend vor der Fischdeel im Kattsund einladen.






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