zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 09:30 Uhr

Rassezucht : Große Welt der kleinen Kaninchen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

28 Züchter des Kaninchenzüchter-Kreisverband Kiel stellen am Wochenende zwei Tage lang von 9 bis 17 Uhr rund 180 Tiere aus. Besucher können sich mit den Züchtern austauschen und sich über seltene Rassen informieren.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 08:00 Uhr

28 Kaninchenzüchter des Kreisverbandes Kiel präsentieren am Wochenende 179 Tiere aus 25 Rassen und Farbenschlägen. Die Wagenhalle der Firma Erich Nöhren im Friedrichsruher Weg 2 in Altenholz-Stift öffnet für die Kreisschau am Sonnabend und Sonntag jeweils von 9 bis 17 Uhr ihre Türen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene einen Euro, Kinder sind frei.

Kaninchenzüchten ist eine Wissenschaft für sich. Nicht nur Gewicht, Körperform, Fell und Pflegezustand, sondern auch je nach rasseeigenen Positionen werden Kopf, Ohren und Farbe untersucht, wenn es auf einer Ausstellung darum geht, die Tiere zu bewerten. 100 Punkte gäbe es zu vergeben, wobei dieses Ergebnis kaum erreicht werden würde, erklärt Preisrichter Stefan Marquardt. „Der Mensch möchte es immer möglichst perfekt haben, aber das Kaninchen ist schließlich ein Naturprodukt.“ Mit 97 Punkten würden die Tiere noch in die Kategorie „Vorzüglich“ gehören. Das würden im Durchschnitt zehn Prozent auf einer Ausstellung schaffen. Etwa die gleiche Anzahl würde jedoch auch aufgrund eines schwerwiegenden Fehlers, wie einer Zahn- oder Geschlechtsfehlbildung, ausgeschlossen werden. Nicht bewertet wurde unter anderem ein „Hasenkaninchen lohschwarz“, weil es eine „Wamme“, eine Art Doppelkinn, hatte. Dass das Fell mit den lohfarbigen Augenringen, den Nasenlöcher- und Kinnbackeneinfassungen, Ohrenrändern, der Brustlohe, Bauchdeckfarbe, Blumenunterseite, dem scharf abgegrenzten seitlichen lohfarbenen Streifen oder den Läufen zwar eine korrekte Zeichnung hatte, spielte hierbei keine Rolle mehr. Diese, erst seit etwa zwei Jahren zur Züchtung zugelassene, Rasse soll der schlanken und schnittigen Form des Feldhasen ähneln. Da dieses Tier gerade eben das Mindestgewicht von 3500 Gramm erreicht hatte und somit die Hautfalte nicht durch übermäßiges oder fettreiches Futter erzeugt worden sein kann, geht Marquardt von einem genetischen Defekt aus. „Wir helfen den Züchtern mit dieser Information. Das Kaninchen ist ein Wirtschaftstier.“ Er würde seine Tiere in so einem Fall vorrangig an eine Familie mit Kindern abgegeben, bevor er sie der Küche zuführt. Darüber musste sich Dieter Frick keine Gedanken machen. Der Züchter stellte zehn „Blaue Wiener“ vor und erreichte bemerkenswerte Ergebnisse. Mit 97,5 Punkten hatte sein Rammler die Nase vorn und wird dafür den Gemeindeehrenpreis ausgehändigt bekommen, den bereits im Vorjahr das Muttertier gewonnen hatte. Zudem schnitt er mit einer Gruppe und 387,5 Punkten als bester ab und freut sich mit dem Landesverbandsehrenpreis über die höchste Auszeichnung der Kreisschau. „Wenn ich Zeit habe, werde ich nun auch zum ersten Mal an der Landesschau in Husum teilnehmen“, überlegt Frick. „Es ist schön, seine Tiere zu präsentieren und zu wissen, wo man steht.“
Die Zahl der Aussteller sei jedoch stetig weniger geworden. „Früher hatten wir noch 650 Tiere“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Ingo Dolge. Auch die Arten hätten sich verändert. „Deutsche Riesen“ sind in Altenholz diesmal gar nicht mehr dabei. „Die Tendenz geht zu den kleineren Rassen, weil sie in der Handhabung leichter sind und die Züchter immer älter werden“, berichtet Svend Schroeder. Der 66-Jährige wechselte selber auch zu den „Zwergen“, weil der sportliche Aspekt ausreichend sei und der wirtschaftliche keine Rolle mehr spielen würde. Kleiner dürfte es jedoch nicht werden. „Mich hat einmal jemand für Meerschweinchen begeistern wollen. Da kommt man morgens in den Stall und alles quietscht. Das Schöne an der Kaninchenzucht ist, dass man nichts hört und man sich in Ruhe mit ihnen unterhalten kann.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen