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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 14:57 Uhr

Große Tradition und gute Perspektiven

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verein für Rasensport (VfR) feiert am Sonnabend sein 90-jähriges Bestehen mit einem großen Programm auf dem Wulfsteert-Sportplatz

Die Fußball-Pioniere des Vereins für Rasensport (VfR) heißen Leo Michelsen, Willi Fürst, Otto Petersen, Harry Hansen, Willi Sifferlin, Friedrich Schwarz, Willi Bünning, Hermann Sell, Karl Kock, Johannes Paulsen und Richard Larsen. Mit dieser Mannschaft begann die 90-jährige Vereinsgeschichte des VfR. Das erste Spiel des am 25. Mai 1924 gegründeten Vereins fand auf dem Exer gegen Victoria 09 Hamburg statt. Das Team muss stark gewesen sein, denn 1926 wurde der VfR Bezirksmeister. Viele Geschichten ranken sich um den VfR, der die Sprotte als Bekenntnis zur Fischerstadt Eckernförde in seinem grün-weißen Vereinswappen trägt. Ihrem Namen wurden die Rasensportler so richtig erst ab dem 6. August 1976 gerecht, als ihnen der neue Wulfsteert-Sportplatz für ihre Spiele zur Verfügung gestellt wurden. Bis dahin hatte der VfR auf dem Sandplatz Exer und später auf dem Grandplatz im Lützowweg gespielt. Legendäre Spielstätten zwar mit viel Atmosphäre, aber der Ball rollte auf dem Rasen weitaus gepflegter. Am Sonnabend, 30. August, feiert der VfR Eckernförde sein 90-jähriges Bestehen von 10 bis 16 Uhr mit einem großen Freiluftprogramm auf dem Wulfsteert-Sportplatz (siehe Programmkasten). Alle 340 Mitglieder und Freunde des Vereins und alle Bürger aus Eckernförde und Umgebung sind dazu eingeladen.

Der VfR ist ein Verein aus der Arbeiterbewegung. Gespielt wurde anfangs gegen gleichgesinnte Mannschaften wie Hansa Kiel, Minerva Kiel oder Union Teutonia (UT) Kiel, die wie der VfR den Gewerkschaften eng verbunden waren. „Gelegentlich wurde gegen den ESV gespielt, der bürgerlich eingestellt war. Diese Begegnungen waren nach dem damaligen Gepflogenheiten eigentlich nicht gestattet“, heißt es dazu in der Vereinschronik.

Die Geschichte ist reich an Anekdoten. So mussten früher zum Beispiel auf dem Exer, der auch von Zirkussen genutzt wurde, vor den Spielen erst die Exkremente der Tiere entfernt werden. Und im Sommer nutzten die Aktiven die Halbzeitpause zu einem Sprung in die nahe Ostsee. Der VfR erlebte einen stetigen Aufschwung, sowohl sportlich als auch von der Mitgliederzahl. Es entwickelte sich eine sehr rege Jugendabteilung, aus der legendäre VfR-Größen wie Torwartlegende Jens Ebner, Torjäger Peter Schaly, Auswahlspieler Arne Witt (heute Liga-Trainer) oder die Thimian-Brüder. Trainer Egon Mielke formte in den 80er-Jahren eine schlagkräftige Truppe, die 1988 in die Bezirksliga aufstieg. 1991/92 schreibt der VfR bundesweit Geschichte, weil gleich vier Brüderpaare in der Liga-Mannschaft spielen: Dirk und Stefan Iwers, Dietmar und Stefan Böhm, Stefan und Matthias Behrens sowie Odin und Leif Sönnichsen. Nach Spielerwechsel zu höherklassigen Vereinen und einem Abzug von 12 Punkten wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers in vier Partien stieg der VfR 1996 in die Kreisliga ab. Und dort spielt der VfR immer noch eine sehr gute Rolle.

Übrigens – und auch das ist etwas ganz Besonderes – spielen in der Liga-Mannschaft erneut vier Brüder: Tim (27), Christoph (24), Jannik (23) und Lukas (22) Kommorovski. Zudem ist Mutter Anja Jugendwartin beim VfR und Vater Joachim Fußballobmann – mehr VfR geht nicht.

Das Herz des VfR schlägt im Süden der Stadt, im Wulfsteert. Das schmucke städtische Stadion fasst weit mehr Zuschauer, als in der Regel zu den Heimspielen kommen, die Sporthalle ist ebenso Trainingsstätte wie die Plätze am Schulzentrum Süd. Das Vereinsheim „Doppelpass“ lädt zum Klönschnack und Fachsimpeln ein – es stimmt vieles beim VfR. Mit Sven Peetz zieht ein junger, engagierter Vorsitzender die Fäden, der neben Einsatzbereitschaft viel Wert auf Teamleistung und Nachwuchsarbeit legt. Die Trainerposten sind mit Arne Witt, Peter Schaly und Markus Kossmann für die A-Jugend (Team Förde) exzellent besetzt, so das die Rasensportler optimistisch in die Zukunft blicken könne. Alle Jugendklassen von der G- bis zur A-Jugend sind besetzt, und inzwischen spielen auch die Damen in einer Spielgemeinschaft mit IF Fußball beim VfR.

Neben dem Fußball gibt es noch eine sehr aktive Damengymnastikgruppe unter Leitung von Gisela Zick sowie eine Dartgruppe. Der VfR ist zudem offen für neue Sportarten.

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erstellt am 26.Aug.2014 | 06:37 Uhr

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