zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 06:20 Uhr

Standpunkt : Große Pläne, großer Druck

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Suche nach der Kino-Mehrheit

von
erstellt am 04.Mär.2016 | 06:56 Uhr

Vor vier Jahren lief der letzte Kinofilm im Eckernförder Kinocenter über die Leinwand. Es könnte sein, dass es auf unabsehbare Zeit auch der letzte bleiben wird. Denn der von vielen Bürgern so herbeigesehnte Kino-Neubau droht nach vier ohnehin schon frustrierenden Jahren nun vollends unter die politischen Räder zu kommen. Nach dem Aus für das „Kino der Herzen“ in der Willers-Jessen-Schule und dem Kino am Bahnhof schien in den vergangenen Monaten alles auf den Skaterpark als Kino-Standort hinauszulaufen: Das neue Kino-Center liegt nach den erfolgreichen Verhandlungen des Bürgermeister mit den Kleingärtnern und Jugendlichen schon auf dem Silbertablett, Investoren sind da, der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan liegt zustimmungsreif auf dem Tisch – und doch gab es im Bauausschuss keine Mehrheit. SPD, Grüne und Linke wollen es doch lieber noch einmal am Bahnhof oder am Grünen Weg versuchen. Das Bahnhofsareal soll weiterentwickelt werden, Bahnhofstraße, Reeperbahn, ZOB, P+R-Parkplatz Schulweg, das dritte Gleis und der Parkplatz Grüner Weg. Ein dicker Brocken, noch dazu mit Verhandlungspartnern wie der Bahn – und irgendwo mittenmang soll ein Platz für ein Kinocenter gefunden werden. Vielleicht am Grünen Weg, vielleicht aber auch nicht, vielleicht mit einem Einkaufscenter oder vielleicht sogar mit einer neuen Stadthalle? Das Kino spielt bei dieser Planung nicht mehr die zentrale Rolle, sondern die übergeordneten Ziele wie Stärkung der Innenstadt und Aufwertung des Quartiers. Alles vernünftig und wichtig für Eckernförde, aber sehr zeitaufwändig, teuer und mit ungewissem Ausgang.

In Rendsburg, Schleswig und Kiel freuen sich die Kinomacher über das kinolose Ostseebad. Nur die Eckernförder und Green Screen, die gucken weiter in die Röhre. Vielleicht sollte man sich ein Limit setzen, um die Kuh endlich vom Eis zu kriegen: Wenn sich bis Oktober am Bahnhof nichts bewegt, wird der Skaterpark bebaut.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen